In Brot und Wein der Eucharistie (Heilige Messe, Abendmahl) ist Jesus Christus auf besondere Weise gegenwärtig. Das eucharistische Brot ist Leib, der eucharistische Wein ist Blut Jesu Christi.
Das ist das Vermächtnis Jesu, das er seinen Freunden am Abend vor seinem Leiden hinterlassen hat, als er mit ihnen zum Mahl zusammen war: Mit seiner ganzen Existenz („Leib“), wozu sein Leben, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung gehören, möchte Jesus für die Seinen wie Brot sein, das Leben gibt.
Schon seit alter Zeit wird das eucharistische Brot auch außerhalb der Mahlfeier aufbewahrt, zunächst als Speise für Kranke und Reisende, später auch als dauerhaftes Zeichen seiner Gegenwart und Hingabe an die Menschen.
Das Fronleichnamsfest wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich (Liége/Luik, Belgien) begangen und 1264 durch Papst Urban IV. in der gesamten katholischen Kirche eingeführt. Sehr bald danach entwickelte sich der Brauch, das Allerheiligste in einer festlichen Prozession von der Kirche hinaus durch die Straßen und Felder zu tragen.
Versuch einer Deutung für Menschen, denen das Katholische fremd ist
Pfarrer Damian Herbert erinnert sich an die Fronleichnamsprozessionen innerhalb der völlig überfüllten Elisabethkirche.
1927 feierten die Kasseler Katholiken ihr Fronleichnamsfest erstmals im öffentlichen Raum. Gottesdienst und Prozession auf dem Friedrichsplatz zum 150-jährigen Jubiläum der ersten katholischen Kirche in Kassel seit der Reformation markieren einen Höhepunkt. Wenige Jahre später beginnt unter der NS-Diktatur die innere Zerstörung, welcher die äußere Zerstörung im Weltkrieg folgt.
Vergewisserung in einer Zeit, in der alles anders wird: Die Bistumszeitung "Bonifatiusbote" berichtet über die Fronleichnamsprozession 1958.
Bilder vom Fronleichnamsfest 2010 und 2011 (Fotos: Hans-Joachim Denis)