Taufe | Feier des Lebens

In der Taufe feiern wir das Geheimnis des Kindes.
Was macht sein Wesen aus? Wer ist dieses Kinde in seiner tiefsten Wirklichkeit? Indem wir das Leben des Kindes mit dem Schicksal Jesu Christi in Berührung bringen, soll uns deutlich werden, wer dieses Kind eigentlich ist, was Leben bedeutet, wie wir es mit den Augen des Glaubens sehen können. Im Licht des Schicksals Jesu soll uns das Geheimnis des Kindes aufgehen, sollen wir erkennen, daß das Kind nicht nur irdisches Leben hat, sondern auch göttliches, daß der Tod keine Macht mehr über es hat, da es schon Anteil hat an der Auferstehung.

Doch was soll der Ritus der Taufe im Täufling und in den Menschen, die die Taufe feiern bewirken?
Der Ritus öffnet uns die Augen, damit wir das Kind nicht nur als Kind dieser Eltern und dieser Großfamilie sehen, sondern als göttliches Kind, in dem Gott einen neuen Anfang setzt, in dem etwas Einmaliges und Einzigartiges in dieser Welt aufleuchtet.
Aber der Ritus wirkt mehr. Im Ritus berührt Jesus Christus selbst das Kind, gießt ihm sein göttliches Leben und seine bedingungslose Liebe ein, berührt es, vermittelt ihm Gottes Schutz und zeigt ihm seine Schönheit auf. Wir reden nicht nur über das Kind. Wir feiern sein Geheimnis, indem wir es in das Geheimnis Gottes hineinhalten, wie es uns in Jesus Christus aufgeleuchtet ist.

Aber in einem Ritus geschieht nie nur etwas mit den Menschen, an denen der Ritus vollzogen wird, sondern immer auch für die, die am Ritus teilnehmen. Am kleinen Kind selbst wird die Wirkung des Ritus beschränkt bleiben, da es kaum bewußt mitbekommt, was da an ihm geschieht. Wir feiern die Taufe auch für uns, um das Kind mit neuen Augen zu sehen und neue Verhaltensweisen und Beziehungsmuster durch die vorgegebenen Rituale einzuüben. Das Kind ist nicht nur das Kind seiner Eltern. Es ist Kind Gottes. Es hat eine göttliche Würde . Es ist frei. Es gehört nicht den Eltern, sondern Gott. Es wird seinen eigenen Weg gehen. Es hat einen Engel zu seiner Seite, der es begleiten wird, der es auch durch die Gefährdungen und durch die Verletzungen des Lebens und die Verletzungen gut gemeinter Erziehung sicher hindurchführt. (...)
Die Taufe zeigt uns, daß Gott über das Kind seine schützende Hand hält, daß die heilende Kraft stärker ist als die verwundeten Mechanismen unserer neurotischen Psyche, daß jedes Kind seinen Engel hat, der über es wacht.

Anselm Grün

Literaturhinweise

Lassen wir unser Kind taufen?
Hermann Josef Zoche,  Butzon und Berker Verlag

Wir möchten, dass unser Kind getauft wird.
Claudia Hofrichter

Erwachsene fragen nach der Taufe.
Deutscher Katecheten Verein

Sakramente 
Die Taufe - Feier des Lebens
Anselm Grün, Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach
ISBN 3-87868-146-1 

Häufige Fragen zur Taufe

Wer kann Taufpate werden?

Müssen beide Eltern eines Täuflings katholisch sein?

Sollte man unmündige Säuglinge überhaupt taufen? Ist es nicht besser zu warten, bis mein Kind selber entscheiden kann?

Welche Formalitäten müssen vor einer Taufe erledigt werden?

Was ist ein Taufspruch?

Was ist eine Nottaufe?

Auf nachfolgender Internetseite Fragen zur Taufe versuchen wir Ihnen diese Fragen zu beantworten.

nach oben Seite drucken