Die 7 Sakramente - Heilige Zeichen an den Schlüsselpunkten des Lebens


Die Sakramente sind heilige Zeichen, in denen sichtbar wird, dass Gott sich den Menschen schenkt. Das Wort der Verkündigung richtet sich an alle Menschen - glaubende und nichtglaubende. Die Sakramente dagegen werden innerhalb der Glaubensgemeinschaft an die bereits Glaubenden gespendet. Sie sind Zeichen des angenommenen Wortes. Sie unterstreichen, was im Wort der Verkündigung und im angenommenen Wort Gottes geschieht: das wir Gemeinschaft mit Gott haben. Man kann die Sakramente mit einer Geburtstagsfeioer vergleichen, die Eltern ihren Kindern bereiten. Die Geschenke und Aufmerksamkeiten sollen nicht bedeuten, dass die Eltern ein Kind an seinem Geburtstag noch mehr lieb hätten als sonst. Vielmehr soll zum Ausdruck kommen, wie gut die Eltern es immer mit ihrem Kind meinen. Ähnlich verhält es sich mit den Sakramenten. Sie machen deutlich, welcher Art unser Einssein mit Gott nicht  nur in einem bestimmten Augenblick, sondern überhaupt zu jeder Zeit ist.

Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente:
Taufe | Sakrament der Neugeburt als Kind Gottes
Eucharistie | Sakrament der lebendigen Gegenwart Gottes
Firmung
| Sakrament der Initiation und der Stärkung

Ehe | Sakrament der Gegenwart Gottes in der Liebe
Beichte | Sakrament der Vergebung und der Versöhnung
Krankensalbung
| Sakrament der Heilung
Priesterweihe | Sakrament der verbindlichen Nachfolge

Sie sind sichtbare Orientierungszeichen an zentralen Achsen menschlichen Lebens:
Am Beginn des Lebens (Taufe) und in Krankheit (Krankensalbung), bei der Suche nach Lebenszielen (Firmung), bei der Partnerentscheidung (Ehe), in Schuld und nach Versagen (Sakrament der Versöhnung/Beichte), bei der Frage, wovon und woraus man lebt (Eucharistie) und bei der Frage nach der Verbindlichkeit und Verlässlichkeit im Namen Jesu zu sprechen und zu handeln, zu binden und zu lösen (Priesterweihe).
 

Literaturhinweise

Pater Anselm Grün
Bücherreihe
Sakramente 
Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach

Leonardo Boff

Kleine Sakramentenlehre

ISBN 3-491-77054-8

 

Theodor Schneider

Sieben heilige Feiern

Eine kleine Sakramentenlehre

ISBN 3-7867-85414     

 

Martini, Carlo Maria

Die Sakramente

ISBN 3-87996-339-8   

 

Koch, Günter

Sakramentale Symbole

3-7867-8404-3        

 

Mensing, Roman

Lebenszeichen

Sakramente des Heils

ISBN 3-89710-221-8   

 

Lätzel, Martin

Gott begegnen

Liturgie verstehen und feiern

ISBN 3-7917-1975-0 

 

Domek, Johanna

Liturgisches ABC

ISBN 3-89710-018-5 

Was ist ein Sakrament?

Heutzutage wissen viele Menschen nicht mehr, was ein Sakramnet ist. Die Alten dagegen wußten es genau. Auch ich habe lange gebraucht, das zu verstehen. Fünf Jahre habe ich täglich viele Stunden studiert, was in allen christlichen Sprachen- von den Tagen der Bibel bis heute- über das Sakrament geschrieben worden ist. (...) Nach so vielen Mühen, Freuden, Flüchen und Segnungen entdeckte ich, was schon immer entdeckt war. Ich erfuhr etwas handgreiflich Einleuchtendes. Sakrament ist das, was schon immer lebte und was alle Menschen erleben, was ich aber nicht wußte und was nur wenige wissen. Ich begann die Landschaft der Dinge in Augenschein zu nehmen, die schon immer vor meiner Nase lagen.
Jeder Tag steckt voller Sakramente. In den Tiefenschichten des Alltäglichen gedeihen lebendige, erlebte und wirkliche Sakramente. Sakramente sind der Trinkbecher in unserer Familie, Mutters Polenta, der letzte Stummel einer Strohzigarette, den Vater hinterließ und den ich liebevoll augbewahre, der alte Arbeitstisch, eine dicke Weihnachtskerze, die Blumenvase auf dem Tisch, ein Stück des Gebirgszuges , der alte steinige Weg, das elterliche Haus... All diese Dinge sind nicht mehr einfach Sachen. Menschen sind sie geworden. Sie sprechen zu uns, und wir sind in der Lage, ihre Stimme und ihre Botschaft zu vernehmen. Sie besitzen Innenleben und Herz, Sakramente sind sie geworden. Mit andern Worten: sie sind Zeichen, die eine andere von ihnen zu unterscheidende, in ihnen präsente Wirklichkeit enthalten, darstellen, an sie erinnern, sie sichtbar machen und vermitteln.

Leonardo Boff, Kleine Sakramentenlehre
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