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Aufruf zur Kundgebung #Zusammen sind wir stark!

#Zusammen sind wir stark!
Nord- und Osthessen gemeinsam
für Demokratie, Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit:

Angesichts des Mordes an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und der beunruhigenden Geschehnisse der vergangenen Wochen setzen wir gemeinsam ein deutliches Zeichen. Mit einem breiten Bündnis ruft die Stadt Kassel alle Menschen in der Region zu einer Kundgebung auf am

Donnerstag, 27. Juni 2019, um 17 Uhr,
vor dem Regierungspräsidium, Am Alten Stadtschloss 1.

Wir sind eine friedliche und an unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung orientierte Region. Wir wenden uns entschieden gegen jeden Versuch, unsere Gesellschaft durch Hetze, Hass, Extremismus und Gewalt zu spalten. Wir rufen alle dazu auf, Haltung zu zeigen und zusammenzustehen für die Bewahrung unserer Demokratie, für gegenseitigen Respekt, für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit.

Je mehr kommen, desto stärker ist unser Signal!

Land Hessen, Ministerpräsident Volker Bouffier
Regierungspräsidium Kassel, Regierungsvizepräsident Hermann-Josef Klüber
Stadt Kassel, Oberbürgermeister Christian Geselle
Stadt Fulda, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfelder
Landkreis Fulda, Landrat Bernd Woide
Landkreis Kassel, Landrat Uwe Schmidt
Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Landrat Dr. Michael Koch
Schwalm-Eder-Kreis, Landrat Winfried Becker
Landkreis Waldeck-Frankenberg, Landrat Dr. Reinhard Kubat
Werra-Meißner-Kreis, Landrat Stefan Reuß
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Bischof Dr. Martin Hein
Bistum Fulda, Bischof Dr. Michael Gerber
Katholische Kirche Kassel / Dekanat Kassel-Hofgeismar, Dechant Harald Fischer
Jüdische Gemeinde Kassel, Vorstand Esther Haß & Ilana Katz
Arbeitskreis Muslimische Gemeinden in Kassel, Vertreter Mahmut Eryilmaz
Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Hessen-Thüringen, Vorsitzender Michael Rudolph
Landeswohlfahrtsverband Hessen, Landesdirektorin Susanne Selbert
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Vorsitzender Wolfgang Schneiderhan
Staatstheater Kassel, Intendant Thomas Bockelmann
Universität Kassel, Präsident Prof. Dr. Rainer Finkeldey
Sportkreis Region Kassel e.V., Vorsitzender Roland Tölle
Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen, Enis Gülegen
Kasseler Sparkasse, Vorstandsvorsitzender Ingo Buchholz
Volksbank Kassel-Göttingen, Vorstandsvorsitzender Martin Schmitt
Hübner GmbH & Co. KG, Geschäftsführer Helge Förster
K+S Aktiengesellschaft, Vorstandsvorsitzender Dr. Burkhard Lohr
Wintershall Dea GmbH, Vorstandsvorsitzender Mario Mehren
Kasseler Verkehrs- und Versorgungs GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung Dr. Michael Maxelon
Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel mbH, Geschäftsführer Peter Ley
Gesundheit Nordhessen Holding AG, Vorstand Birgit Dilchert
documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann
Volkswagen AG, Werkleiter Olaf Korzinovski
Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, Institutsleiter Prof. Dr. Clemens Hoffmann
Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, Präsident Jörg Ludwig Jordan
SMA Solar Technology AG, Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Reinert
Daimler AG, Werkleiter Frank Lehmann
Handwerkskammer Kassel, Präsident Heinrich Gringel
B. Braun Melsungen AG, Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun
Verlag Dierichs GmbH & Co. KG, Geschäftsführer Herbert Siedenbiedel
Kassel Marketing, Geschäftsführer Andreas Bilo
Extra Tip Werbegesellschft mbH, Geschäftsführerin Petra Goßmann
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Hessen, Geschäftsfürhrerin Rosa-Maria Hamacher
Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH, Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock
Regionalmanagement Nordhessen

26. Juni - Saxophon und Orgel in der Elisabethkirche

Die Konzertreihe „Im Atem der Zeit“ findet am Mittwoch, 26. Juni 2019 um 20:00 Uhr mit dem 13. Konzert ihre Fortsetzung in der Kasseler Elisabethkirche. „Saxophon & Orgel“ ist Titel und auch gleichzeitig Programm. Kerstin Röhn (Saxophon) und Martin Forciniti (Orgel) spielen Werke der Kasseler Komponistin Luise Greger, von  Jaques Ibert, Mike Curtis, Florentine Mulsant uvm. Ein besonderes Highlight ist der Auftritt von UniSax, dem Saxophon-Ensemble der Universtität Kassel unter der Leitung von Kerstin Röhn.

Kasseler Komponisitin Luise Greger
Die Zuhörerinnen und Zuhörer erwartet ein farbenreiches Programm mit Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Neben Musik von Jaques Ibert und Max Reger spielen Kerstin Röhn und Martin Forciniti ein Lied der Kasseler Komponisitin Luise Greger, eigens für diese Besetzung bearbeitet. Sie bringen damit eine Vorschau auf das im Herbst in Kassel stattfindende Luise Greger-Festival.

Saxophon-Ensemble UniSax
Einen Schwerpunkt auf Musik des 20. Jahrhunderts legt das Saxophon-Ensemble UniSax mit Werken von Michael Nyman, Margaret S. Brandman und Mike Curtis. Martin Forciniti ist auch wieder solistisch an der Orgel zu hören mit den „Dix Litanies“ der französischen Komponistin Florentine Mulsant, die gerade mit dem höchsten staatlichen Kulturpreis Frankreichs „Chevalier de l’ordre des arts et des lettres“ ausgezeichnet wurde.

Konzertreihe „Im Atem der Zeit“
Veranstalter der langfristig angelegten Konzertreihe sind das Kasseler Kulturforum e.V. in Kooperation mit der Elisabethkirche. Seit 2015 fanden bereits 12 Konzerte „Im Atem der Zeit“ im Herzen der Stadt Kassel statt. Die denkmalgeschützte Orgel der Kasseler Martinskirche, die in der Elisabethkirche  eine neue Heimat gefunden hat, steht dabei oft im Mittelpunkt. Die Ausrichtung der Programme ist breit gefächert: Musik unterschiedlicher Religionen und Regionen, alte wie neue Musik, oft auch Uraufführungen. Eintritt frei, Spenden erbeten.

Kerstin Röhn studierte Querflöte in Kassel, sowie Saxophon, Jazz und Popmusik in Hamburg. Sie ist Musikerin in verschiedenen Ensembles, wie dem Damensaxophonquartett „sistergold“ und dem Swingorchester „Truxa“.
Martin Forciniti studierte an der Musikhochschule Detmold und an der Robert-Schumann Hochschule Düsseldorf. Neben regelmäßigen Orgelkonzerten im In- und Ausland tritt er vor allem als gefragter Liedbegleiter in Erscheinung. Er ist Lehrbeauftragter für künstlerisches Orgelspiel an der Universität Kassel. 

Auf eine halbe Stunde am 27. Juni - Letztes Konzert von Studierenden der Musikakademie in der Elisabethkirche

Studierende der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ musizieren auch 2019 wieder im Mai und Juni donnerstags in der Elisabethkirche. Beginn der halbstündigen Konzerte ist jeweils um 19 Uhr.

Musikalischer Impuls in der Wochenmitte
Die jungen Solistinnen und Solisten spielen jeweils aus ihrem Repertoire und aus der aktuellen Probenarbeit. „Die Konzerte bieten direkt in der City einen schönen Impuls in der Wochenmitte und zeigen die musikalische Vielfalt“, so Regionalkantor Thomas Pieper, der die Reihe konzipiert hat. Der Eintritt ist frei. Auch die Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ freut sich auf die Möglichkeit der Kooperation. „Von unseren Studierenden und Dozentinnen und Dozenten erhalten wir ausschließlich positive Rückmeldungen, denn die Atmosphäre des Raums und die Freundlichkeit des Publikums werden als sehr angenehm und förderlich für das Musizieren empfunden“, so Dr. Peter Gries, Direktor der Musikakademie.

Programm
Den Anfang machen am 2. Mai die Studierenden der Klasse Albert Kaul mit Improvisationen.
Musik für Violoncello spielen Studierende der Klasse Emanuel Wehse am 9. Mai.
Die Klasse Michael Tröster präsentiert am 16. Mai Gitarrenmusik.
Musik für Orgel ist am 23. Mai von Studierenden der Klasse Reinhard Ardelt zu hören.
Am 30. Mai gibt es Kammermusik für Streicher von Studierenden der Klasse Karin Wolf.
Musik für Klavier (Klasse Joachim Kirschner) wird am 6. Juni geboten; es spielen Hui-Ju Hsieh, Minsu Jang, Adrin Wendt und Hwimin An.
Studierende der Klasse Jens Josef spielen am 13. Juni Musik für Flöten.
Es folgt am 20. Juni Musik für Violine mit der Klasse Christoph Callies.
Den Abschuss bilden am 27. Juni Studierende der Gesangsklassen Ruth Altrock und Markus Haas. Ebenfalls singt das Vokalensemble unter der Leitung von Thomas Pieper.

Musikakademie und Elisabethkirche
Die Konzertreihe wird seit 2012 nun schon zum fünften Mal von der Musikakademie und der Elisabethkirche angeboten. Gemeinsam wurde für die kommenden Jahre ein Konzertflügel erworben, der noch mehr Möglichkeiten bei den gemeinsamen Konzerten bietet.

Maria 2.0 Kassel - Tuch-in und Agape vor der Kirche St. Theresia

Foto: Mareike Hesseler

Auf dem Platz vor der Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu (Heinrich-Schütz-Allee 285, 34134 Kassel-Niederzwehren) gibt es ab 18:00 Uhr ein "Tuch-in" mit Agape. Die Frauen setzen mit weißen Tüchern Zeichen für ihren selbstbestimmten Platz in der katholischen Kirche.

Frauen, die Lust haben, mitzufeiern und mitzutanzen, sind herzlich eingeladen! Wer kann, bringt ein weißes Tuch, ein Extra-Paar Schuhe und ein Trinkgefäß mit.

Dekanatstag für Frauen in der Weingartenkapelle, Naumburg

Die katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) lädt herzlich zum Dekanatstag am Mittwoch, 7. August 2019, in die Weingartenkapelle, Naumburg. Der Gottesdienst beginnt 18 Uhr. Anschließend sind alle zum Buffett und zum Beisammensein ins Bonifatiushaus eingeladen.

Austausch
"Zu unserer Unterhaltung hören wir die Black Harmonists“, freuen sich Katrin Wiederhold von der kfd-Naumburg und Birgit Sattler, Sprecherin des Dekanates Kassel- Hofgeismar, auf den Austausch, zu der alle kfd-Mitglieder und alle interessierten Frauen herzlich eingeladen sind.

Anfahrt
Es werden Fahrgemeinschaften gebildet: von der alten Ippinghäuser Str. unterhalb des Friedhofs Naumburg zur Weingartenkapelle: Treffen dort 17:15 Uhr alternativ von dort Fußweg zur Kapelle 20 Minuten. (teils bergan).

Ansprechpartnerinnen:
Katrin Wiederhold, katrin.wiederhold@t-online.de oder Telefon: 05625/1303 (AB)
Birgit Sattler, sattler_espenau@yahoo.de oder Telefon 05673/7975 (AB)

 

ACK befürwortet Kirchenasyl-Praxis und unterstützt die Kirchengemeinden

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Kassel beschloss am 4. April 2019:

Immer wieder kommt es vor, dass Flüchtlinge in Deutschland von einer Abschiebung bedroht sind, bei denen ein besonders schwerwiegender humanitärer Härtefall vorliegt und eine Abschiebung entweder in das Heimatland oder in ein europäisches Ersteinreiseland aus humanitären Gesichtspunkten eine unzumutbare Maßnahme darstellen würde.

In solchen Fällen gewähren Kirchengemeinden nach intensiver Prüfung des jeweiligen Einzelfalles als „ultima ratio”, wenn keine andere Lösung in Sicht ist, ein sogenanntes Kirchenasyl. Damit ist nicht die generelle Akzeptanz der staatlichen Gewalt in Frage gestellt, sondern es wird im Einzelfall an die staatliche Gewalt appelliert, entweder die jeweilige Entscheidung noch einmal zu überprüfen oder im Falle der sog. Dublin III Regel vom Selbsteintrittsrecht Deutschlands Gebrauch zu machen, um eine unmenschliche Härte zu vermeiden.

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen befürwortet die Praxis des Kirchenasyls und unterstützt die Kirchengemeinden und die Verantwortlichen in ihrer Entscheidung, sich im jeweiligen Einzelfall für die Geflüchteten einzusetzen und ihnen ein Verbleib in Deutschland zu ermöglichen.

Es ist Mord - Folgen der Flüchtlingspolitik

Die Zahlen der Flüchtlinge, die nach Deutschland und Europa kommen, sinken drastisch.

Deutschland:
2016:
745.545
2018: 185.853
(Quelle: Mediendienst Integration)

Diese Zahlen werden oft als “Erfolgsmeldung” und als “gute Nachricht” verkündet. Welche brutale Politik und unmenschliche Haltung dahintersteht, wird übertüncht: Die Schuld und - wie kann man es anders sagen - das mörderische Verhalten der verantwortlichen Politiker aller EU–Länder, das mit dieser Politik verbunden ist, kommt in der Öffentlichkeit kaum zur Sprache.

Spiegel Online veröffentlichte Ende Januar 2019 eine Video-Dokumentation der "New York Times" über eine Flüchtlingstragödie im Mittelmeer, die zeigt, wie brutal und unmenschlich die von der Europäische Union mit ausgebildete und unterstütze lybische Küstenwache mit Flüchtlingen in Seenot und ihren Helfern verfährt.
ACHTUNG: Das Video enthält in einigen Szenen sehr verstörende Bilder von Gewalt und Ertinken!

Die Video-Dokumentation zeigt, welche Verbrechen durch unsere Politik nicht nur geduldet, sondern gar unterstützt und gefördert werden. Aber niemand kann sagen: "Ich habe das nicht gewusst."

Dechant Harald Fischer
Christoph Baumanns, Öffentlichkeitsarbeit Internetredaktion

Bewahrung der Schöpfung - Veranstaltungen der Kolpingsfamilie Kassel-Zentral März bis August 2019

Die Kolpingsfamilie Kassel-Zentral hat ihr Programm März bis August 2019 online gestellt. Schwerpunktthema ist die "Bewahrung der Schöpfung".  Zu den Kulturveranstaltungen, Diskusionsabenden und Ausflügen wie auch zum Sommerfest sind alle herzlich eingeladen.

  • Hier der Download:

Wir werden den von uns eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung und Aufklärung konsequent weiter gehen

Mit einem umfangreichen Pressebericht hat Kardinal Reinhard Marx persönlich ("ich" im Text) die Ergebnisse der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019 in Lingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Hier dokumentieren wir die Ergebnisse zum Thema "Konsequenzen aus der Missbrauchs-Krise".
 

Zum Stand der Arbeiten in der Deutschen Bischofskonferenz

  • Die konkreten Umsetzungen aus den in Fulda beschlossenen Punkten hat Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), bei der gestrigen Pressekonferenz vorgestellt. Ich rufe sie hier nur in Erinnerung und zwar jene fünf Teilprojekte, die für uns ein sichtbarer Maßnahmenkatalog sind: Das Teilprojekt Unabhängige Aufarbeitung, das Teilprojekt der Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids, das Teilprojekt der Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene, das Teilprojekt zur Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker und das Teilprojekt zum Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.
     
  • In Ergänzung zu dem, was Bischof Dr. Ackermann dargestellt hat, möchte ich einen weiteren Aspekt ergänzen, der für unsere Beratungen wichtig war. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) hat uns einen Überblick zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gegeben, das in Teilen mit den zuvor genannten Punkten verbunden und dass ein weiteres Arbeitspaket ist. Einige Aspekte hat er jetzt schon benannt so zum Beispiel die Weitergabe einer Anzeige sexuellen Missbrauchs bei der kirchlichen Stelle an die Staatsanwaltschaft. Gerade dieser Aspekt wird erneut in der aktuell anstehende Revision der Leitlinien berücksichtigt. Zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gehören insbesondere Fragen des materiellen Strafrechts und des Strafprozessrechts sowie der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Die Vollversammlung hat in diesem komplexen Bereich beschlossen, vorrangig einen Vorschlag zu Spezialgerichten für Strafverfahren bei sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und eine Ordnung für Verwaltungsgerichte im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zu erarbeiten.
     

Zum Treffen der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom:

  • Der Vollversammlung habe ich einen Bericht über die Konferenz der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom vom 21. bis 24. Februar 2019 gegeben, die unter dem Leitwort „Protection of minors“ stand. Erstmals hat eine solche Konferenz im Vatikan stattgefunden. Wie ich bereits in Rom im Anschluss an die Konferenz erklärt habe, empfand ich die Gesprächsatmosphäre als offen, ehrlich, deutlich und mit der klaren Bereitschaft von allen, die anstehenden Fragen beim Thema sexueller Missbrauch Minderjähriger quer über alle Kontinente anzugehen. Besonders die Zeugnisse der Betroffenen haben dazu beigetragen. Dabei ging es nicht um einen rasch zusammengestellten Maßnahmenkatalog, sondern um den globalen realistischen Blick und die Erkenntnis: Wir tragen Verantwortung gegenüber den Betroffenen in aller Welt. Niemand von uns kann das Problem länger negieren oder gar tabuisieren.
     
  • In der Vollversammlung habe ich die Anliegen von Papst Franziskus bei dieser Konferenz vermittelt: die Verbindlichkeit von Leitlinien; die Einhaltung der Leitlinien mithilfe eines Monitorings; die Unterstützung lokaler und regionaler Aktivitäten von Rom aus, dazu gehören auch Fragen des Kirchenrechts. Sicherlich mag für viele Menschen in unserem Land die Rede von Papst Franziskus zum Abschluss der Konferenz den Erwartungen nicht entsprochen haben. Ich möchte aber an einige Aspekte erinnern, die den Weg, den wir als Kirche in Deutschland eingeschlagen haben, bestätigen. Dazu zählen unsere Leitlinien, aber auch die umfangreiche Präventionsarbeit. Der Papst hat betont, dass in der Kirche das Pflichtbewusstsein gewachsen sei, „nicht nur danach zu streben, den höchst schwerwiegenden Missbräuchen durch Disziplinarmaßnahmen und zivile und kanonische Prozesse Einhalt zu gebieten, sondern auch, sich dem Phänomen mit Entschlossenheit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche zu stellen“. Dies und die Forderung von Papst Franziskus nach „Demut, Selbstanklage, Gebet und Buße“ müssen uns aufrütteln. In diesem Geist geht es um eine Reform der Kirche, eine wirkliche Erneuerung im Geiste Jesu. Kinderschutz und die Bekämpfung von Klerikalismus hat der Papst deutlich formuliert.
     
  • Wichtig war – und das hat auch die Diskussion in der Vollversammlung bestätigt – die Begegnung mit den Betroffenen und Verbänden. Mit dem Treffen wollte ich zuhören und verstehen und die Anliegen der Verbände anderen Bischöfen und dem Heiligen Vater vermitteln. Dieser Dialog muss weitergeführt werden. Gerade das haben wir in unseren Beratungen in Lingen bestätigt: Wir müssen weiterhin den kontinuierlichen Dialog mit den Betroffenen suchen.
     

Zum Studientag: „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“

  • Wir haben einen Studientag zu dem Thema „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“ durchgeführt. Die MHG-Studie hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Wir haben uns seither mit Fragen der materiellen Anerkennung erlittenen Leids, der Aufarbeitung, der Präventionsmaßnahmen und mit weiteren Themen befasst, die sich aus der Aufdeckung der Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche ergeben.
     
  • Wie bereits in Fulda festgehalten, gehören für uns auch grundsätzliche Anfragen an die Kirche und ihre Praxis dazu, die es ebenso anzugehen gilt wie die konkreten Handlungsansätze. Es liegt an uns, diese sogenannten übergreifenden bzw. systemischen Fragen in aller Offenheit auf den Tisch zu legen und miteinander nach Wegen zu suchen, wie wir sie künftig besser und klarer behandeln können.
     
  • Unser Studientag war dabei auf drei Fragenkreise konzentriert, die sich aus dem Beschluss von Fulda ergeben:
    - die Frage nach dem Umgang mit Macht in der Kirche,
    - die Frage nach der Zukunft der priesterlichen Lebensform,
    - und die Frage nach der Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral.
    Bevor wir diese Fragen in einem größeren Kreis von Personen, mit Laienvertretern, kirchlichen Mitarbeitern, kirchlichen und nichtkirchlichen Fachleuten und insbesondere auch mit von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch Betroffenen diskutieren werden, war es uns ein Anliegen, im Rahmen des Studientages, uns diese Themen vor Augen zu führen und offen auszutauschen. Als Gäste waren P. Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ (Professor für Philosophie an der Hochschule für Philosophie München), Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF (Vorsitzende und Präventionsbeauftragte der Deutschen Ordensobernkonferenz), Prof. Dr. Miriam Rose (Professorin für evangelische systematische Theologie, Jena) und Prof. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bonn) eingeladen, die die Diskussion in wesentlichen Teilen bereichert haben.
     
  • Unter der Moderation von Prof. Dr. Julia Knop (Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt) erläuterte zunächst Prof. Dr. Gregor Maria Hoff (Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Salzburg) einige zentrale Aspekte zur Frage des Umgangs mit Macht in der Kirche. Dabei wies er nicht nur auf die Allgegenwart von Machtverhältnissen in menschlich-sozialen Beziehungen hin, sondern verdeutlichte auch die erhebliche Gefahr der Kirche, sich beim Umgang mit Macht in einer „Sakralisierungsfalle“ zu verstricken. Die Macht der Religion wird dabei im Zeichen der Sakralität auf ihre Vermittler abgeleitet. Es entsteht ein Kreis der Eingeweihten, der seinen behaupteten Machtanspruch immunisiert und für den eigenen Statuserhalt instrumentalisiert. Im Referat und auch in den nachfolgenden Diskussionen wurde deutlich, wie entscheidend in diesem Zusammenhang die Aspekte der Teilung und der klar geregelten Kontrolle von Macht sind. Hier besteht ein erheblicher Entwicklungsbedarf der kirchlichen Strukturen, den wir weiter angehen.
     
  • Prof. Dr. Philipp Müller (Professor für Pastoraltheologie an der Universität Mainz) wies in seinem Beitrag auf die krisenhafte Situation priesterlicher Lebensgestaltung hin. So, wie sich der Status quo in Bezug auf die Auswahl, die Ausbildung, die Unterstützung, Begleitung und die berufliche Zufriedenheit unserer Priester derzeit darstellt, führt er in immer geringerem Maß zu geeigneten, kompetenten und psychosozial nachhaltig stabilen Priestern. In der Diskussion stand deshalb außer Frage, dass Veränderung erforderlich ist, wenn das Priestertum Zukunft haben soll. Dabei werden wir an verschiedenen Punkten reformieren müssen und dürfen in der Diskussion auch die Themen Zölibat und Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern nicht aussparen.
     
  • Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg) hat in seinen Ausführungen deutlich auf Anachronismen, Widersprüche und lebensfremde Aspekte in der kirchlichen Sexualmoral und ihrer Darstellung hingewiesen. Im Hinblick auf die menschliche Sexualität ist der Kirche nach seiner Einschätzung eine konstruktive Aneignung humanwissenschaftlicher Einsichten noch nicht gelungen. Das Gespräch darüber machte deutlich: In einer künftigen kirchlichen Sexualethik wird dem Schutz der menschlichen Würde eine unvermindert hohe Bedeutung zukommen, was nach strengen Maßstäben zwischen frei einwilligenden Personen und unter Wahrung von Treueverpflichtungen geschieht. Darüber hinaus stellt eine kirchliche Sexualethik ein ganzheitliches Orientierungsangebot für eine sexuelle Praxis als Ausdruck menschlicher Liebe dar, das jedoch nicht im Sinn einer naturalistisch kurzschlüssigen Verbotsethik vermittelt werden sollte.
     
  • Die Diskussionen und Gespräche in den Arbeitsgruppen und Plenumsrunden waren offen, brachten manche Kontroversen zum Ausdruck und ließen deutlich werden, dass die angesprochenen Themen mit dem Studientag allenfalls angerissen, aber keineswegs erledigt werden konnten.
     

Zusammenfassung und weiteres Vorgehen:

  • Erschütterungen verlangen besondere Vorgehensweisen. Die Missbrauchsstudie und in ihrer Folge die Forderung Vieler nach Reformen zeigen: Die Kirche in Deutschland erlebt eine Zäsur. Der Glaube kann nur wachsen und tiefer werden, wenn wir frei werden von Blockierungen des Denkens, der freien und offenen Debatte und der Fähigkeit, neue Positionen zu beziehen und neue Wege zu gehen.
     
  • Die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten. Papst Franziskus macht dazu Mut. Und wir fangen nicht am Nullpunkt an. Die Würzburger Synode (1972 bis 1975) und auch der Gesprächsprozess der vergangenen Jahre haben den Boden bereitet, auch für viele Herausforderungen von heute. Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht und in einem verabredeten Zeitraum stattfindet und zwar gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wir werden Formate für offene Debatten schaffen und uns an Verfahren binden, die eine verantwortliche Teilhabe von Frauen und Männern aus unseren Bistümern ermöglichen. Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche.
     
  • Daher benenne ich die drei Punkte, die beim Studientag eine Rolle spielten und um die es gehen wird:
     
    1) Wir wissen um die Fälle klerikalen Machtmissbrauchs. Er verrät das Vertrauen von Menschen auf der Suche nach Halt und religiöser Orientierung. Was getan werden muss, um den nötigen Machtabbau zu erreichen und eine gerechtere und rechtlich verbindliche Ordnung aufzubauen, wird der synodale Weg klären. Der Aufbau von Verwaltungsgerichten gehört dazu.
     
    2) Wir wissen, dass die Lebensform der Bischöfe und Priester Änderungen fordert, um die innere Freiheit aus dem Glauben und die Orientierung am Vorbild Jesu Christi zu zeigen. Den Zölibat schätzen wir als Ausdruck der religiösen Bindung an Gott. Wie weit er zum Zeugnis des Priesters in unserer Kirche gehören muss, werden wir herausfinden.
     
    3) Die Sexualmoral der Kirche hat entscheidende Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften noch nicht rezipiert. Die personale Bedeutung der Sexualität findet keine hinreichende Beachtung. Das Resultat: Die Moralverkündigung gibt der überwiegenden Mehrheit der Getauften keine Orientierung. Sie fristet ein Nischendasein. Wir spüren, wie oft wir nicht sprachfähig sind in den Fragen an das heutige Sexualverhalten.
     
  • Geeignete Formate zur Klärung von Neuausrichtung und Veränderung werden wir in diesem Jahr bei der Vorbereitung des synodalen Prozesses suchen. Dazu gehören bereits jetzt auf der Vollversammlung verabredete Foren, die sich den zuvor genannten drei Punkten widmen werden: Das Forum „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“ wird von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) verantwortet, das Forum „Sexualmoral“ von Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) und das Forum „Priesterliche Lebensform“ von Bischof Dr. Felix Genn (Münster). Einen Zwischenbericht werden wir bei einer Konferenz am 12. und 13. September 2019 in einer gemeinsamen Zusammenkunft von Bischöfen, Mitgliedern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und weiterer Personen geben. Bis dann werden auch Zeitpunkt und Dauer der strukturierten Debatten klar sein.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019

 

Das Programm 2019 der Exerzitienseelsorge Kassel

Exerzitien - geistliche Übungen - bieten Wege, das eigene konkrete Leben mit Gott in Verbindung zu bringen. Dazu gehören Stille, Gebetszeiten, Begleitung und Austausch. Im Programm der Exerzitienseelsorge Kassel werden ganz verschiedene Formen angeboten, sich auf einen eigenen inneren Glaubensweg einzulassen.

2019 gehören dazu Besinnungswochenende, Predigten und Bibliodrama zur Fastenzeit, Pilgerreisen nach Israel/Palästina - auch für Senioren, Wandern mit Bibel und Rucksack, Einzelexerzitien mit Gemeinschaftselementen, Bibliodrama zur Adventszeit, Exerzitien im Alltag.

Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen"

Der Ständige Rat hat sich auf seiner Sitzung am 20. November 2018 mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.

Fünf Teilprojekte:
In der Erklärung von Fulda wurden mehrere Schritte benannt, die es zeitnah anzugehen gilt. In fünf Teilprojekten, entsprechend der Erklärung von Fulda, wird die Arbeit aufgenommen. Diese Projekte sind:

  • Aktenführung: Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker;
  • Unabhängige Anlaufstellen: Angebot externer unabhängiger Anlaufstellen zusätzlich zu den diözesanen Ansprechpersonen für Fragen sexuellen Missbrauchs;
  • Unabhängige Aufarbeitung: Klärung insbesondere, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in der Kirche getragen hat;
  • Anerkennung: Fortentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids;
  • Monitoring: Verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.

Für die Umsetzung der fünf Teilprojekte ist der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann, verantwortlich. Er wird dabei eng die Kommunikation und Abstimmung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen. Bereits begonnen wurde die festgelegte Überarbeitung der Leitlinien und der Rahmenordnung Prävention.

Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester
und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral

Der Ständige Rat hat sich auch mit den in der Erklärung der Herbst-Vollversammlung genannten spezifischen Herausforderungen befasst, die sich für die Kirche ergeben. Dort heißt es: „Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral werden wir unter Beteiligung von Fachleuten verschiedener Disziplinen in einem transparenten Gesprächsprozess erörtern.“ Dazu wird dem Ständigen Rat bis zur nächsten Sitzung ein Arbeitsplan vorgelegt.

Interdiözesane Strafgerichtskammern
Der Ständige Rat unterstützt außerdem den Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern für Strafverfahren nach sexuellem Missbrauch auf dem Gebiet der Deutschen Bischofskonferenz zu errichten. Dafür wird sich der Ständige Rat mit den entsprechenden Stellen in Rom in Verbindung setzen. Außerdem sieht er Reformerfordernisse im Bereich des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts. Die deutschen Bischöfe sind bereit, auf weltkirchlicher Ebene mitzuhelfen, das Kirchenrecht in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Sie nehmen außerdem den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit erneut in den Blick.

Höchste Priorität: Schutz vor sexuellem Missbrauch
Im Fokus aller Bemühungen steht der Schutz vor sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbefohlenen. Das hat höchste Priorität. Der Ständige Rat hat den Anspruch an Konsequenz, Transparenz und Dringlichkeit bekräftigt und drängt auf eine entschlossene Durchführung. Der Ständige Rat und die Vollversammlung werden bei jeder Sitzung über den aktuellen Stand und die Entwicklungen beraten.

An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität

Bild: fotolia.com

Derzeit gibt es einen Konflikt um den Jesuiten und Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig. Er sollte als Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main seine dritte Amtszeit beginnen. Wucherpfennig, der im Bistum Limburg auch als Homosexuellen-Seelsorger arbeitet, hatte sich wertschätzend über Homosexuelle geäußert. Deshalb verweigert ihm die vatikanische Bildungskongregation bislang das "Nihil obstat", die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die er als Leiter der Hochschule braucht.

Interview mit katholisch.de
katholisch.de, eine der Partner-Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz, hat mit Ilse Müllner, Professorin für Biblische Theologie und Altes Testament am Institut für katholische Theologie der Universitat Kassel, ein Interview zur Frage geführt, was die entsprechenden biblischen Textstellen über Homosexualität aussagen. Das Interview klärt über die biblischen Texte auf, auf deren Grundlage die Diskussion um gleichgeschlechtliche Liebe geführt wird.

Von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht
Daniel Decker schreibt in der FAZ vom 14.10.2018: "Wucherpfennig, der im Frühjahr zum zweiten Mal als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Ordens in Frankfurt wiedergewählt worden war, hatte sich 2016 in einer Lokalzeitung gegen den Ausschluss von Frauen von kirchlichen Weiheämtern ausgesprochen und über Homosexualität nicht rundheraus ablehnend geäußert. Das Zeitungsgespräch wurde anschließend von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht. Diese verweigerten daraufhin die Bestätigung der Wiederwahl und dringen auf einen Widerruf."

Kein Widerruf
Ansgar Wucherpfennig hat öffentlich erklärt, dass er nicht widerrufen werde. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich ihm, darunter die Bischöfe von Limburg und Osnabrück wie auch viele Kollegen/innen. Offensichtlich scheint das letzte Wort zur "Affäre" Wucherpfennig noch nicht gesprochen zu sein. Die Pressestelle des Vatikans teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass das Prüfungsverfahren noch laufe.

Den Betroffenen zuhören und ihnen glauben

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„Wir haben in den letzten Jahren gelernt und müssen weiterlernen, unter anderem auch durch die Hinweise, die die Wissenschaftler uns geben. Die Betroffenen müssen im Vordergrund und Mittelpunkt stehen.“ Dies stellte Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators des Bistums Fulda, am Dienstag bei einem Pressegespräch über die Bedeutung der am selben Tag in Fulda vorgestellten MHG-Studie zum Missbrauch durch Kleriker in der deutschen Kirche heraus.

Versagen
„Das Versagen der Verantwortlichen lag darin, dass sie die Aussagen der Betroffenen, dass sie das schwere Unrecht und die tiefen Verletzungen der Kinder und Jugendlichen nicht ernst genommen haben. Das müssen wir als Versagen bekennen.“ Das Bistum habe gelernt, den Betroffenen zuzuhören und ihren Aussagen Glauben zu schenken sowie die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen, „ohne auf das Ansehen der Institution Rücksicht zu nehmen.“ Ein veränderter Umgang mit den Betroffenen, der sie und ihre Aussagen ernst nehme, und der Aufbau von Präventionsmaßnahmen müssten im Zentrum stehen.

Machtmissbrauch
„Da sexueller Missbrauch auch immer mit Machtmissbrauch verbunden ist, sind Strukturen der Machtkontrolle zu entwickeln. Die Priesterweihe darf nicht zur Immunisierung gegen Kritik missbraucht werden, sondern sie ist Befähigung zu einem Dienst an den Menschen und zur Wahrnehmung von Verantwortung und nicht zur Herrschaft“, stellte Stanke heraus. „Wir wissen auch, dass wir weiterhin nach Wegen suchen müssen, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln in den Pfarrgemeinden und in den kirchlichen Einrichtungen.“

Vorgehensweise der Untersuchung
Bei dem Pressegespräch, an dem auch die Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Diplomsozialpädagogin Alexandra Kunkel, die Präventionsbeauftragte, Diplomsozialpädagogin Birgit Schmidt-Hahnel, und Personaldezernent Domkapitular Christof Steinert teilnahmen, wies Prof. Stanke darauf hin, dass die Studie zeige, wie mit den Beschuldigten umgegangen wurde, die aktenkundig geworden seien. Das herauszufinden sei der Auftrag der Forschungsgruppe gewesen. Die Akten waren an Hand eines von den Forschern erstellten Fragenkatalogs nach Hinweisen auf sexuelle Übergriffe oder sexuellen Missbrauch durchzuschauen. Fünf Personen hätten die Akten an Hand des Fragenkatalogs durchgesehen, von denen eine die Befähigung zum Richteramt habe, und sie seien darauf vereidigt worden, gewissenhaft diese Aufgabe durchzuführen.

Zahlen und Fakten
Es wurden im Bistum Fulda:

  • 795 Akten untersucht und dabei
  • 29 Beschuldigte gefunden:
  • 19 Diözesanpriester, ein Diakon, neun Ordensleute mit Gestellungsvertrag.
  • Acht Geistliche waren bereits verstorben.
  • Es fanden sich Hinweise auf pädophile Orientierung bei vier, Hinweise auf homosexuelle Orientierung bei acht, Hinweise auf psychische Auffälligkeiten im Umgang mit Menschen oder Alkoholprobleme bei 13 Personen.
  • Im aktiven Dienst wurden 21 Geistliche innerhalb der Diözese versetzt, manche auch mehrfach.
  • Bei drei Personen gab es einen Hinweis auf sexuellen Missbrauch; elf wurden in andere Diözesen versetzt, bei dreien gab es dabei einen Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch.
  • Sieben Kleriker wurden in Diözesen außerhalb Deutschlands versetzt, bei zweien bestand ein Zusammenhang mit Missbrauch.
  • Gegen 13 Geistliche wurden eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, ein Strafverfahren oder verwaltungsrechtliche Maßnahmen durchgeführt.
  • Bei 13 weiteren wurde kein kirchenrechtliches Strafverfahren eröffnet.
  • Bei drei Personen ist es nicht dokumentiert.
  • Folgende kirchenrechtliche Strafen wurden verhängt:
    - eine Entlassung aus dem Klerikerstand,
    - eine weitere stand bevor, als der Beschuldigte verstarb,
    - scharfe Abmahnung,
    - Zelebrationsverbot,
    - Entpflichtung,
    - Änderung des Tätigkeitsfeldes,
    - Verpflichtung zur Therapie und Versetzung in den Ruhestand.
  • Es wurden in diesem Zusammenhang auch forensische Gutachten eingeholt.

Strafrechtliche Prüfung und Anzeigen:

  • In den letzten Jahren wurde jeweils eine externe strafrechtliche Prüfung beauftragt.
  • In 17 Fällen wurde Anzeige bei der Strafverfolgungsbehörde erstattet.
  • In den anderen Fällen wollten entweder die Betroffenen keine Anzeige oder der Beschuldigte war verstorben oder die Taten waren verjährt oder die Handlung erfüllte nicht die Kriterien eines Straftatbestandes.
  • Es gab zwei Selbstanzeigen,
  • sieben Anzeigen durch die Missbrauchsbeauftragte,
  • weitere durch andere Personen.
  • Bei dreien ist nicht dokumentiert, wer die Anzeige erstattete.
  • Ein Verfahren ist noch anhängig,
  • neun Verfahren wurden eingestellt,
  • sechs rechtskräftig abgeschlossen,
  • und in einem Verfahren ist der Ausgang nicht dokumentiert.
  • Dabei wurden drei Freiheitsstrafen verhängt, eine Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe und ein Freispruch ausgesprochen.

Von den 75 Betroffenen waren

  • 49 Jungen und
  • 23 Mädchen,
  • bei drei Betroffenen fehlt die Geschlechtsangabe.
  • Was das Alter angeht, waren
  • 23 unter 13 Jahren und
  • 28 über 13 Jahre.
  • Bei 24 Betroffenen ist keine Altersangabe vermerkt.
  • Die Betroffenen waren Ministranten oder es bestand eine allgemeine seelsorgliche Beziehung.
  • So fanden Übergriffe bei privaten Treffen in der Wohnung des Pfarrers oder in Ferienlagern statt.
  • Was die Methode der Anbahnung angeht, so wurde sehr oft die Amtsautorität oder die persönliche Autorität oder eine persönliche Beziehung ausgenutzt. Es wurde auch durch Gewährung von Geschenken und Privilegien eine engere Beziehung angebahnt.

Präventionsmaßnahmen im Bistum
Prof. Stanke erläuterte sodann die bisherigen Präventionsmaßnahmen im Bistum und die Anerkennungszahlungen des Bistums an Betroffene. Es wurden

  • 5.107 Haupt- und Ehrenamtliche geschult sowie
  • 2.012 bei der Caritas.

Anerkennung des Leides
Als Anerkennung des Leides wurden 45.500 Euro bezahlt, zwischen jeweils 1.000 und 8.000 Euro. Für Therapiekosten hat das Bistum 5.744 Euro ausgegeben. Immer seien Hilfen angeboten worden, die manchmal nicht in Anspruch genommen wurden, so Stanke.

Neue Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda: Alexandra Kunkel
Der Ständige Vertreter wies darauf hin, dass das Bistum seine Verantwortung ernst nehme: „Es wurde nach der Veröffentlichung der Leitlinien zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eine Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda ernannt. Anne Schmitz war die Ansprechpartnerin für die Betroffenen und hat sich ihnen mit großer Empathie zugewandt, was immer wieder von Betroffenen bestätigt wurde.“ Neue Ansprechpartnerin ist seit Juni 2018 Alexandra Kunkel, die in ihrer Aufgabe als Missbrauchsbeauftragte für intensive Gespräche mit den Betroffenen zur Verfügung steht.

Seit 2002: Arbeitsstab sexueller Missbrauch
Es wurde bereits 2002 ein Arbeitsstab sexueller Missbrauch eingerichtet, dessen Vorsitz die Missbrauchsbeauftragte innehatte und dem ein Vertreter der Bistumsleitung, ein externer Psychologe, der Justitiar des Bistums, die Präventionsbeauftragte und eine Sozialpädagogin angehören. In diesem Gremium seien Fälle sexuellen Missbrauchs besprochen und entsprechende Maßnahmen eingefordert worden, betonte Stanke. Die Präventionsbeauftragte des Bistums, Birgit Schmidt-Hahnel, machte deutlich, dass für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Priester und Diakone sowie Ehrenamtliche verpflichtende Schulungen in der Prävention durchgeführt worden seien und auch weiterhin durchgeführt würden. In Pfarreien und Einrichtungen wird ein Schutzkonzept umgesetzt, für das eine Arbeitshilfe publiziert worden ist.

Priester-Ausbildung
Ein besonderes Augenmerk müsse auf der Ausbildung und der Personalführung der Priester liegen. Außerdem komme es auf die Schaffung einer „Kultur der Offenheit“ in den kirchlichen Handlungsfeldern an. Geschlossene Systeme und ein besonderes Machtgefälle begünstigten sexuellen Missbrauch. Es brauche neben der Offenheit auch Mechanismen der Kontrolle von Machtausübung. Personaldezernent Domkapitular Steinert stellte in dem Pressegespräch klar, dass der Schutz der Kinder in der Kirche an vorderster Stelle stehen müsse und dies nie abgeschlossen sei. Laut Steinert müsse man auch auf die Gemeinden schauen, in denen es in den letzten 20 Jahren Vorfälle gegeben habe. „Viele Betroffene äußern sich erst Jahre später, und gerade jetzt, wo die MHG-Studie veröffentlicht worden ist, wird bei vielen das Erlebte wieder hochkommen, und sie werden sich melden.” Zusätzlich zu den Anlaufstellen der Kirche müsse man auch über weitere externe Anlaufstellen für Betroffene nachdenken.

Hier finden Sie die Erklärung der deutschen Bischöfe zu den Ergebnissen der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda 27. September 2018:

Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs

Foto: fotolia.com

Seit 2002, dann besonders ab 2010 und jetzt wieder, spüre die Kirche, dass die tiefe Wunde des Missbrauchs nicht verheile. „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Das ist unsere bleibende Verpflichtung. Es ist noch immer erschütternd, was Kindern und Jugendlichen, die sich Priestern anvertraut haben, durch dieses unvorstellbare Leid widerfahren ist. In den Betroffenen schaut Gott uns an, er leidet wie die Opfer unter dem was Priester – Männer die Gott folgen wollten – Minderjährigen angetan haben. Gott leidet an dem, was wir übersehen, wo wir weggeschaut haben, was wir nicht wahrhaben wollten. Er schaut uns an in den Betroffenen, den Geschlagenen, den Verwundeten. Deshalb braucht es einen neuen Aufbruch in dieser Kirche, gegenüber den Betroffenen und Gott“, so Kardinal Marx.

Es braucht einen neuen Aufbruch in dieser Kirche
Die bereits in Teilen vorab veröffentlichte Studie der Deutschen Bischofskonferenz trage dazu bei, den Blick noch einmal zu schärfen. „Wir werden darüber in der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda sprechen und uns fragen, was daraus folgt“, sagte Kardinal Marx. Deshalb sei dieser Gottesdienst in Schönstatt in besonderer Weise unter das Erbarmen Gottes gestellt. „Dieses Erbarmen brauchen wir, um das Geschenk des Glaubens zu erneuern. Wir brauchen das Erbarmen auch für die Wahrheit dessen, was inmitten unserer Gemeinschaft geschieht – durch mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Sensibilität, durch das Fehlen von Liebe. Deshalb bittet die Kirche um das Erbarmen Gottes für die Kirche und alle Menschen“, so Kardinal Marx.

Welchen Auftrag hat Gott für uns?
In dem Gottesdienst erinnerte Kardinal Marx an den 50. Todestag des Gründers von Schönstatt, Pater Josef Kentenich. Der Geistliche sei wach für seine Zeit gewesen und habe Ausschau nach dem Neuen gehalten. „Das muss auch unser Auftrag heute sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Blick auf das Neue zu wagen.“ Schönstatt mit seiner Gnadenkapelle sei ein Ort, der inspiriere und ermutige, an dem man hören könne, was der Geist zu sagen habe. „Wir sind hineingenommen in die Gemeinschaft der Kirche, wie es Papst Franziskus betont, als ein Volk, als eine Gemeinde. Der Geist ist immer am Werk, wir müssen nur aufmerksam sein für ihn und hören auf das, was er uns in dieser Zeit sagt. Dazu brauchen wir Mut, neue Wege zu gehen“, so Kardinal Marx. „Was will Gott uns in dieser Zeit sagen, welchen Auftrag hat er für uns? Das können wir uns nicht ausdenken, sondern brauchen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, gerade um das zu erkennen, was passiert, auch das Negative. Wir dürfen nicht wegschauen“, rief Kardinal Marx den Gläubigen zu. Das gelte auch für die Verantwortlichen in der Kirche.

Was wir riskieren können
Aufbruch habe immer etwas mit Bruch zu tun, „es ist kein gemütliches Weitergehen, sondern die Frage nach dem, wie wir in der Kirche Neues denken können, ohne die Vergangenheit, die Tradition, den Weg der Kirche zu vergessen. Halten wir Ausschau nach dem, was jetzt dran ist, was wir tun können, was wir wagen dürfen, ja auch riskieren können“, so Kardinal Marx. Pater Kentenich habe so etwas riskiert im Leben. „Ich empfinde die Gnadenkapelle immer wieder als Quelle der Ermutigung und der Kraft. Der Schönstatt-Bewegung sage ich Dank für den Dienst des Gebetes, des Aufbruchs und der geistigen Erneuerung in der Kirche, die durch die Gründergestalt Pater Kentenichs ihren Weg genommen hat“, so Kardinal Marx.

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 16. September 2018

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!

Bild: fotolia.com

In diesen Tagen verlassen weiterhin Boote die Küste Libyens, auf denen sich Menschen in Lebensgefahr begeben, um das Mittelmeer zu überqueren. Sie alle geraten in Seenot und es gibt kaum Hilfe mehr. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 1.500 Menschen dort ertrunken. Die Inititave "Seebrücke" hatte am 2. September zu einer Kundgebung in Kassel aufgerufen, auf der Dechant Harald Fischer sprach.

  • Hier seine Rede:

„Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!“

Normalerweise, wenn ich eine Rede beginne, sage ich: „Liebe Schwestern und Brüder“!

Das ist hier unpassend, weil wir nicht in einer Kirche sind. Aber manchmal ist es notwendig, die Kirche zu verlassen und auf die Straße zu gehen. Jetzt sind solche Zeiten!

Ich beginne also: Liebe Freundinnen und Freunde von Geflüchteten, von Asylbewerbern, von Menschen, die in Not sind und die die Hilfe anderer brauchen, die unsere Hilfe brauchen!

Gestern, am 1. September haben wir den „Antikriegstag“ begangen, ein Gedenktag, der an die Zerstörungen durch den 2. Weltkrieges erinnert und mahnt. In diesem Jahr verbinden wir mit diesem Gedenken eine Reihe von „Runden Jahreszahlen“:

> 1918 - 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges,
> 1933 – 85 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers,
> 1938 – 80 Jahre nach der Reichspogromnacht,
> 1943 – 75 Jahre nach der Zerstörung Kassels. Am 22. Oktober 1943 fanden über 10.000 Menschen unserer Stadt den Tod.

Man sollte meinen, dass all diese Ereignisse uns Mahnung und Erinnerung genug sein sollten, nicht zu vergessen, wohin es führt, wenn wir die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens vergessen; wohin es führt, wenn der Respekt vor dem Anderen, wenn die Bereitschaft, auch Fremdes und Ungewohntes anzunehmen verschwindet, wenn die Menschenwürde und die Achtung voreinander keine Rolle mehr spielen.

Aber es ist notwendig, dass wir hier zusammen sind, um diese Werte in Erinnerung zu rufen, es ist notwendig, dass wir die eigentlichen Grundlagen des Abendlandes, des christlichen Abendlandes wieder einfordern.

Die Ereignisse der letzten Tage in Chemnitz haben uns das vor Augen geführt. Aber es geht nicht nur um das Erschrecken über Chemnitz.

Die Grundlagen des Zusammenhaltes unserer Gesellschaft geraten auch ins Rutschen, wenn europäische Regierungen Schiffen, die Schiffbrüchige gerettet haben, die Einfahrt in die Häfen verweigern. Und noch mehr: wenn Rettungsschiffe überhaupt gehindert werden, auszulaufen, um Menschen in Seenot zu retten. Hilfeleistung bewusst zu unterlassen obwohl sie möglich wäre oder sie gar aktiv zu behindern ist genauso ein Verbrechen, ist genauso Terror, wie eine Bombe auf eine belebte Straße zu legen. Die Kapitäne und die Besatzung der Hilfsschiffe sind keine Kriminellen; sie sind Helden!

Gut, dass wir Flüchtlinge in unserem Land aufgenommen haben.

Wie traurig wäre es, wenn wir nur als Hessen unter uns geblieben wären, oder wenn sich die Niedersachsen vor uns abschotten würden. Ich bin sehr gerne in Bayern, aber wenn es nur die bayrische Kultur gäbe, wäre das eine große Verarmung.

Die Menschen, die aus anderen Ländern hierhergekommen sind, sind eine Bereicherung für uns und unser Land! Sie helfen uns, unser Denken zu weiten, andere Blickwinkel, andere Traditionen, andere Denkwege kennen zu lernen. Sie sind keine Gefahr, sie sind eine Bereicherung!

Wer meint, wenn wir uns oder wenn wir Europa abschotten und alle Flüchtlinge an unseren Grenzen abweisen würden wäre irgendein Problem gelöst, das wir oder das die Länder haben, aus denen im Moment Menschen fliehen, der irrt.

Ja, wir haben Probleme mit Asylbewerbern: Manche missbrauchen die Gastfreundschaft; manche müssen sich noch eingewöhnen; manche verhalten sich ungebührlich.

Aber wir haben auch Probleme mit Deutschen: Manche missbrauchen die Freiheitsrechte, manche verhalten sich ungebührlich, bei manchen hat man den Eindruck, sie kennen noch nicht mal das Grundgesetz und sind noch weniger bereit, sich daran zu halten.

Bei den einen wie bei den anderen gilt es, den Ernstfall anzuschauen und zu ahnden. Gruppenverurteilungen sind nicht erlaubt. Ich weigere mich noch immer, zu fordern, dass alle Sachsen abgeschoben werden sollten, weil manche sich so ungehörig verhalten. Genauso können wir diese Forderung aber auch nicht gegen die Geflüchteten akzeptieren. Immer zählt der Einzelfall.

Und die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung weiß das auch. Ich habe vor kurzem in einer Kirchengemeinde vier Menschen vorgestellt, die in dieser Gemeinde im Kirchenasyl leben. Die Gemeinde wusste bis dahin nichts davon. Es waren etwa 300 Menschen in diesem Gottesdienst. Nach meiner Information gab es brausenden Beifall der Anwesenden.

Das ist die Situation der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland! Wir sind kein kleiner versprengter Rest, der verschämt die Wahrung der Menschenwürde erbittet. Wir sind die Mehrheitsgesellschaft!

Es kann sein, dass bei den Landtagswahlen in Hessen in einigen Wochen die AFD mit 10, vielleicht sogar mit 15% in den Landtag gewählt wird. Eine Schande wäre das. Aber dann würden immer noch 90 – 85% sagen: Wir brauchen euch nicht, ja, wir wollen euch nicht!

Ein Politiker hat vor einiger Zeit einen „Aufstand der Anständigen“ gefordert. Den sehe ich hier. Wir stehen für Deutschland, für die Mehrheit: klar, offen, selbstbewusst fordern wir ein, was selbstverständlich ist:

Die Würde des Menschen – nicht nur des deutschen – die Würde ist Menschen ist unantastbar!

Harald Fischer

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Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein

Anlässlich der Flüchtlingssituation im Mittelmeerraum erklärt der Ständige Rat auf seiner heutigen Sitzung am 26. Juni 2018 in Berlin:   

Politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt
„Mehr als 13.000 schutzsuchende Menschen sind seit Anfang 2015 im Mittelmeer ertrunken, mehr als tausend bereits in diesem Jahr. In den vergangenen Wochen und Tagen hat sich die ohnehin prekäre Situation weiter verschärft. Rettungsschiffen wird das Anlegen in europäischen Häfen verweigert. So sollen Bemühungen zur Seenotrettung entmutigt werden, und politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt.  

Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein
Wir erinnern daran, dass die Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot im Völkerrecht verankert ist. Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Wer beide Wege blockiert, nimmt Leiden und Tod von Flüchtlingen sehenden Auges in Kauf. Dem Trend, so zu handeln, widersprechen wir als Kirche mit Nachdruck. Die grundlegenden Standards der Humanität dürfen niemals zur Disposition gestellt werden. Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein. 

Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je
Die dramatische Situation im Mittelmeer zeigt: Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je. Die Staaten im Süden der Europäischen Union dürfen nicht alleingelassen werden. Anstelle nationalstaatlicher Egoismen braucht Europa eine faire Verantwortungsteilung, bei der jeder Staat seinen angemessenen Beitrag leistet.“ 

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Los geht's ab 01.08.2018 oder auch zu einem späteren Zeitpunkt.

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Katholisches Jugendreferat Kassel
Die Freiheit 2
34117 Kassel
jugendreferat.kassel@bistum-fulda.de
Tel.: 0561-7004 153

Wir freuen uns auf Dich!

Papst Franziskus: Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren

Bild: fotolia.com

Von Beginn seines Pontifikats an hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Aufnahme und Unterstützung von Menschen auf der Flucht eingesetzt. In seiner Botschaft zum "Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018" fordert er sehr konkret, "die Sicherheit der Personen stets der Sicherheit des Landes voranzustellen".

Etwas weiter unten können Sie die Botschaft des Papstes als pdf herunterladen,
zur Verfügung gestellt von der Deutschen Bischofskonferenz.

Wir sehen in jedem Menschen Christus selbst
In seiner Predigt am Christkönigssonntag, 26. November, nimmt Dechant Harald Fischer das Tagesevangelium vom "ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" und Papst Franziskus' Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018 zum Anlass, sich mit dem radikalen Zentrum unseres christlichen Glaubens auseinanderzusetzen: die einfache, klare, konkrete Hinwendung zu den Armen, den Fremden, den Obdachlosen, den Kranken. In ihnen begegnen wir dem lebendigen Jesus Christus.

Die Bahnhofsmission sucht Helfer/innen für Kinder auf Bahnreisen

Foto: v.l. Irene Witzel und Iwan Schober dokumentieren
die Übergabe. (Foto: Karl Widdekind)

Kids on Tour ist ein Angebot der Bahnhofsmission für Kinder, deren Eltern an unterschiedlichen Orten leben. Mal sind es Alleinerziehende, die ihr Kind zum Vater, zur Mutter oder zu Oma und Opa verreisen lassen möchten, mal sind es beruflich fest gebundene Elternteile, die ihr Kind nicht selber auf der Reise begleiten können. Die Bahnhofsmission sorgt hier mit Kids on Tour für Entlastung, begleitet die Kinder auf der Reise und sichert deren Übergabe.

Wer kann am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission übernehmen?
Reisetage für ein Wochenende beim anderen Elternteil sind üblicherweise am Freitag und Sonntagnachmittag. Für die begleiteten Reiserouten von West nach Ost und Nord nach Süd bzw. umgekehrt reicht die bisherige Zahl der ehrenamtlich Mitarbeitenden in Kassel nicht mehr aus. "Daher suchen wir dringend freundliche, zuverlässige und engagiert Mitarbeitende für den Aufbau eines zweiten Teams für Kids on Tour“, sagt die Leiterin der Bahnhofsmission Karin Stürznickel-Holst: "Wir suchen Menschen, die bereit sind, am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission zu übernehmen."

Gründliche Einarbeitung
Dafür erhalten neue Mitarbeitende eine gründliche Anleitung und Einarbeitung in dem sehr lebendigen Team mit großem Gestaltungsspielraum. Denn für alle Mitarbeitenden der Bahnhofsmission sind regelmäßige Teamsitzungen sowie externe und interne Fortbildungen zu psychosozialen und rechtlichen Fragen selbstverständlich.

Ansprechpartnerin:
Interessierte melden sich bei Karin Stürznickel-Holst oder Annette Blumöhr in der Bahnhofsmission Kassel, Willy Brandt Platz 1, 34131 Kassel gern auch via Mail: kassel@bahnhofsmission.de.

Hintergrund:
Die Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Sie helfen jedem, sofort, gratis und ohne Anmeldung oder Voraussetzungen – häufig zu Uhrzeiten, zu denen andere Hilfe nicht erreichbar ist. Das tun sie seit inzwischen weit über hundert Jahren und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland. Die Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Ihre Arbeit lebt von dem Engagement der festangestellten und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. In zunehmenden Maß sind die Bahnhofsmissionen auf Spenden angewiesen.

Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen

(Bild: fotolia.com)

Immer häufiger geraten ältere Menschen in die Schuldenfalle. Verändernde Lebens- und Einkommensverhältnisse, niedrige Renten, hohe Mieten und zusätzliche finanzielle Belastungen durch gesundheitliche Einschränkungen können Ursachen sein.

Der gewohnte Lebensstandard kann nicht aufrecht erhalten werden
Oft stellen Menschen erst mit Eintritt in die Rente fest, dass sie nicht in der Lage sind, ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu halten. Eine frühzeitige Beratung kann hier helfen. Obwohl zu den 10 % Erwachsene, die in Deutschland ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, viele ältere Menschen gehören, ist ihr Anteil in den Schuldnerberatungsstellen gering. Zum einen ist das Thema Finanzen, aufgrund von deren Sozialisation und Wertvorstellungen ein mit Scham besetztes Thema, zum anderen kann eine eingeschränkte Mobilität das Aufsuchen einer Beratungsstelle erschweren.

Das Einkommen halbiert sich mit dem Renteneintritt
In den nächsten Jahren wird sich aufgrund des demographischen Wandels und des sinkenden Rentenniveaus die Problematik noch verstärken. Im Jahr 2012 lag das Rentenniveau bei 49 % des letzten erzielten Erwerbsnettoeinkommens, das heißt, dass Einkommen hat sich mit dem Renteneintritt praktisch halbiert.

Kostenfreie Beratung
Viele Menschen suchen die Beratungsstelle erst dann auf, wenn die letzten Ersparnisse aufgebraucht und Miet- und Energiekosten nicht mehr gezahlt werden können. In dieser Situation ist kein großer Handlungsspielraum mehr gegeben. Damit es erst gar nicht so weit kommt und um auch Menschen Hilfe anbieten zu können, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, eine Beratungsstelle aufzusuchen, wird vom Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ein neues Beratungsangebot, die „Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen“ aufgebaut. Die Beratung ist kostenfrei.

Zusätzliche offene Sprechstunde
jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Für die mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen bietet der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ab dem 1. März eine zusäzliche offene Sprechstunde jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr an.

Bitte Termin vereinbaren
Interessierte, die mobilitätseingeschränkt sind, können einen Termin für einen Hausbesuch unter der Telefonnummer 0561-7004-216 verabreden.

Beratungsort und Ansprechpartnerin:
Die Beratungsstelle befindet sich im Caritasverband, Die Freiheit 2, 34117 Kassel.
Ansprechpartnerinnen sind Karin Stürznickel-Holst, Tel. 7004-221 und Birgit Branß Tel. 7004-216.

Werbung für einen Berufsweg in der Kirche

„Den Entscheidungen zum Priestertum, aber auch zur Ehe geht ein Ruf, eine Berufung voraus. Es ist eine Lebensentscheidung, die nicht einfach willkürlich getroffen werden sollte“, betont Seelsorgeamtsleiter Pfarrer Thomas Renze.

Vielfalt der kirchlichen Berufe
Deshalb wirbt das Bistum Fulda mit einem neuen Internetauftritt für die Berufe der Kirche und macht auf verschiedene Lebensformen wie beispielsweise Priester, Ordensmann und Ordensfrau oder die christliche Ehe aufmerksam. Die Berufe der Kirche seien keineswegs unattraktiv oder uninteressant, allerdings müsse in der Öffentlichkeit mehr auf ihre Vielfalt hingewiesen werden. „Manchmal bedarf es dieser Aufmerksamkeit, um das Interesse und den Ruf zu wecken. Viele engagieren sich im Umfeld ihrer Kirchengemeinde – daraus kann auch mehr erwachsen“, zeigt sich Pfarrer Renze überzeugt.

Lebensgeschichten
Die Homepage bietet auch die Möglichkeit, direkt mit Personen aus den verschiedenen Berufen und Lebensbereichen in Kontakt zu kommen. „Sicher ist es interessant zu erfahren, wie ein Priester seinen Weg gefunden hat“, so Uffelmann „Die Internetseite ist nicht starr; im Laufe der Zeit werden viele Dinge ergänzt, zum Beispiel Filmportraits der Berufe, oder es wird auf Veranstaltungen hingewiesen. Es lohnt sich also immer wieder auf, unserer Internetpräsenz vorbeizuschauen“, so der Referent weiter.

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