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Maria2.0 Kassel: Tuch-in und Agape im Raum der Hoffnung am 24. November

Das nächste Tuch-in der Kasseler Initiative Maria2.0 mit Gottesdienst und Agape findet am Vorabend des "Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" statt. Es beginnt um 18 Uhr im "Raum der Hoffnung" der Kirchengemeinde Heilig Geist in Vellmar, Brüder-Grimm-Str. 9, 34246 Vellmar.

Sexualisierte und spirituelle Gewalt
Seit den Veröffentlichungen von Doris Reisinger, geb. Wagner, hat das Thema sexualisierte und spirituelle Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden große öffentliche Aufmerksamkeit gefunden. Allerdings steht es noch ganz am Anfang der Aufarbeitung und des Umgangs... (siehe: "Nicht mehr ich: Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau", Knaur 2016; "Spritueller Missbrauch in der katholischen Kirche", Herder Jan. 2019; "Schuld und Verantwortung: Ein Gespräch über Macht und Missbrauch in der Kirche", Doris Reisinger und Kardinal Schönborn, Herder Okt. 2019)

Erste große Tagung zum Thema
Im September fand in Siegburg eine gemeinsame Tagung von Frauenseelsorge und Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, von kfd und KDFB und der Deutschen Ordensoberinnenkonferenz zusammen mit Doris Reisinger und 125 Frauen in Siegburg statt. Dort ging es erstmals in einem großen Forum um "Gewalt an Frauen in Kirche und Orden".

Das Thema "Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" greift die Initiative am 24. November auf und setzt den Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen "in Kirche und Orden". Für Mitinitatorin Beatrix Ahr ist das ohne Frage "ein schweres Thema, das - so hat die Tagung in Siegburg gezeigt - viele Frauen betrifft. Unmittelbar. Persönlich. Deshalb wollen wir bei unserem November-Tuch-in die betroffenen Frauen - und auch uns selber - ins Gebet vor Gott bringen."

Veranstaltungsdaten:
Sonntag, 24.11.2019
18 Uhr
"Raum der Hoffnung"
Heilig Geist Vellmar, Brüder-Grimm-Str. 9, 34246 Vellmar
Nahverkehrs-Anbindung: STR 1, Haltestelle „Stadtmitte, Vellmar“, 200m Fußweg

Maria2.0 Kassel bittet darum, die Werbung für den Gottesdienst mit hier angehängtem Plakat zu unterstützen. Wer etwas für/im/nach dem Gottesdienst beitragen möchte, melde sich per E-Mail an katholische-frauen-setzen-zeichen@email.de.

Auf der Suche nach Frieden im Nahen Osten

Foto: www.peacemaker-tour.com

„Peacemaker - Mein Krieg. Mein Friede. Unsere Zukunft“. Jacob schildert darin auch die Schrecken der Kriegsgebiete in Syrien, Irak oder Iran. Aber mehr noch zeigt dieses Buch, dass und wie Friede wirklich möglich ist. Simon Jacob will Mut und Hoffnung machen, für eine bessere Zukunft zu kämpfen und für etwas, was Simon Jacob ausgerechnet im Irak und in Syrien wiedergefunden hat: Menschlichkeit. Jacob erklärt Zusammenhänge, verbindet Analysen und Lösungsansätze mit Erfahrungen und Begegnungen: Seine klare Botschaft: „Frieden im Nahen Osten ist möglich und ich glaube auch daran – gerade weil ich in all diesen Ländern war.“

Zur Person
Simon Jacob wurde 1978 im Tur Abdin (Südosttürkei) geboren. Aufgrund der religiösen und ethnischen Spannungen in der Türkei kam er als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland. Drei Jahre lang war er ehrenamtlich als Integrationsbeauftragter der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland tätig, bevor er im April 2013 für zwei Jahre das Amt des Vorsitzenden des neu gegründeten „Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland e.V. – ZOCD“ übernahm, für den er von Juli 2017 bis September 2019 erneut als Vorsitzender fungierte.

Begegnung und Publikmsgespräch
„Ohne Menschen, die aus eigener Erfahrung an den Frieden glauben und sich für ihn einsetzen, wären wir arm dran", freut sich Dechant Harald Fischer auf Vortrag, Publikumsgespräch und die Begegnung mit Simon Jacob. Interessierte sind eingeladen, Meinungen und Fragen vorab per E-Mail an wege-zur-integration@katholische-kirche-kassel.de einzureichen.

Veranstaltungsdaten:
Der Eintritt zu den Veranstaltungen der Reihe, die von der Plansecur Stiftung und dem Flüchtlingsfonds des Bistums Fulda unterstützt wird, ist frei. Beginn am Dienstag, 26. November, ist 19:30 Uhr. Das Alfred Delp-Haus befindet sich direkt an der Bushaltestelle „Kirche St. Familia“, an der die Linien 52, 100, 500 halten. Vom Kulturbahnhof (Kassel Hbf) sind es 7 Minuten zu Fuß.

Bistum Fulda zeichnet Kulturarbeit aus - Innovationspreis für Elisabethkirche Kassel

Regionalkantor Thomas Pieper, Marcus Leitschuh, Moderatorin Eva Rudolf,
Seelsorgeamtsleiter Thomas Renze (v.l.n.r. Foto Kerstin Leitschuh / nh)

Die Elisabethkirche Kassel hat vom Bistum Fulda den Preis für die beste kulturelle Innovation erhalten. Sechs Gewinner wurden für pastorale Initiativen gewürdigt. Der Preis wurde im Rahmen eines „Tag für Pastorale Innovation 2019“ am 26. Oktober in Fulda von Bischof Dr. Michael Gerber verliehen.

Wir öffnen den Raum der Kirche
„Wir haben Lust auf Experimente und Kooperationen mit der Kulturszene, das wurde vom Bistum Fulda jetzt als vorbildliche und innovativ ausgezeichnet“, so Marcus Leitschuh, der das Programm der Elisabethkirche mit Regionalkantor Thomas Pieper organisiert. Von Tanztheater bis Kabarett, Theater und Konzerte reicht das Angebot. Leitschuh: „Wir öffnen den Raum der Kirche und wollen gleichzeitig auch religiöse Fragen durch künstlerische Ausdrucksformen ins Gespräch bringen.“ Eine regelmäßige Zusammenarbeit besteht mit der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“. Weitere Partner waren schon die Kasseler Musiktage, das Staatstheater Kassel oder das Kasseler Kulturforum.

Zentrale katholische Kirche
Die Elisabethkirche ist die zentrale katholische Kirche in der Kasseler Innenstadt. Sie hat sich als „Kulturkirche“ den Schwerpunkt Musik und Kultur gewählt, was u.a. 2015 durch den Wechsel der denkmalgeschützen Bosch-Bornefeld-Orgel aus der evangelischen Bischofskirche Martinskirche in die Elisabethkirche deutlich wurde. „Als 2015 die Bosch-Bornefeld-Orgel ihre neue Heimat in der Elisabethkirche fand, haben wir uns gewünscht, dass die Investition ein Gewinn für die Kasseler Kulturlandschaft wird. Diese Hoffnung hat sich bewahrheitet“, schaut Pfarrer Peter Bulowski auf das letzte Jahr zurück. Neben klassischer Kirchenmusik gehören Kooperationen mit lokalen und überregionalen Kulturträgern und Künstlern ebenso zum Konzept wie die Vermietung für in den Kirchenraum passende Konzerte und eigene Veranstaltungen. Das Bistum Fulda zeigt alle fünf Jahre Begleitausstellungen zur documenta.

Lebendige Erfahrungen, Willkommenskultur, Kooperationen
Kriterien für die Auswahl der Projekte durch die Jury waren die Frage nach lebendigen Erfahrungen mit Jesus und dem Evangelium in der heutigen Lebenswelt, Zugehen auf Menschen außerhalb der klassischen Kerngemeinde, Willkommenskultur der Gemeinde, Kooperation mit Trägern aus Kultur und Gesellschaft und flexible sowie partizipative Arbeitsweise.

Kulturwandel
Bischof Dr. Michael Gerber machte im Gespräch mit Simone Twents und Thomas Bretz, die den Tag verantworteten, deutlich, dass es in der Entwicklung der Seelsorge mit den Menschen um einen „Kulturwandel“ gehe. In der Geschichte der Kirche habe es schon oft Ab- und Zusammenbrüche gegeben, durch die etwas Neues gewachsen sei. „Die Dynamik Jesu hat etwas mit unserer Innovation heute zu tun.“ In der heutigen multioptionalen Gesellschaft laufe die Sozialisation junger Menschen ganz anders ab als früher – diese Herausforderung gelte es anzunehmen und sich nach der Relevanz des Reiches Gottes unter uns zu fragen.

Risikobereit schöpferisch
Der Leiter des Seelsorgeamts im Bischöflichen Generalvikariat, Ordinariatsrat Thomas Renze überreichte die Urkunden: „Der Geist Gottes bewirkt auch heute, dass Menschen innovativ und risikofreudig sind – auch wir heute können mutig, risikobereit und schöpferisch-innovativ für die Kirche tätig sein.“ Es gelte, Neues auszuprobieren und Bewährtes in die Zukunft zu führen, um den Menschen von heute das Evangelium Jesu Christi „passgenau“ zu verkündigen.

Pioniere in den Pfarreien
Die Verantwortliche für den Tag, Simone Twents, Referatsleiterin für pastorale Innovation im Bistum Fulda, resümiert: „Der Tag hat eine unglaubliche Dynamik freigesetzt. Viele Innovateure im Bistum Fulda, die als Pioniere in ihren Pfarreien vor Ort neue Wege gehen, sind miteinander in Kontakt gekommen. Das schafft Synergien. Die visionäre Kraft ist da. Jetzt ist es Zeit für gutes Handwerk, um neuen Aufbrüchen gut zu dienen. Wir haben unsere Kraft als Bistum Fulda gespürt und gleichzeitig eine Kraft, die über die Summe unseres eigenen Handelns hinausgeht.“

Mehr Informationen zum Programm der Elisabethkirche findet man auf der Homepage www.elisabeth-kassel.de und auf www.facebook.de/elisabethkirche.

Sofortiger Stop der türkischen Militär-Offensive in Nordostsyrien

Der Militäreinsatz der Türkei im Grenzgebiet zu Nordostsyrien ist für viele Menschen eine Katastrophe. Etwa 450.000 Menschen leben in einem 5 km-Radius an der türkisch-syrischen Grenze. "Die Grundversorgung mit Wasser und medizinischer Hilfe sei bereits unterbrochen, die Flucht habe eingesetzt." melden laut Vatican News 15 Hilfsorganiationen in einer gemeinsamen Presseerklärung. Für Dechant Harald Fischer ist es unerträglich, dass der türkische Einmarsch in Nordostsyrien von den Verantwortlichen "Friedensquelle" genannt wird: "Der Einmarsch ist - nicht nur nach meiner Auffassung - völkerrechtswidrig. Durch diesen Militäreinsatz werden weder Frieden noch Recht geschaffen. Er muss sofort gestoppt werden. Dazu gehört auch ein sofortiges Ende aller Rüstungsexporte in die Türkei."

Rüstungsexportverbot
Für ein sofortiges Rüstungsexportverbot gegen die Türkei macht sich auch pax christi stark. "Die Waffenexporte in die Türkei müssen sofort gestoppt werden. Bereits erteilte Genehmigungen für die Ausfuhr von Kriegswaffen und Rüstungsgüter müssen zurückgezogen und neue Genehmigungen dürfen nicht erteilt werden. Wir müssen verhindern, dass die Türkei auch mit weiteren deutschen Waffen völkerrechtswidrig Krieg in Syrien führt.“ DAs schreibt Christine Hoffmann, pax christi-Generalsekretärin und Sprecherin der „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ an die Bundesregierung. Deutschland und Frankreich haben erste Entscheidungen in diese Richtung getroffen.

Völkerrecht uneingeschränkt respektieren
Laut Vatican News fordern die 15 Hilfsorganisationen - darunter CARE, Ärzte der Welt, Aktion gegen den Hunger, Handicap International, International Rescue Committee, NRC Flüchtlingshilfe, Oxfam und World Vision - "die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen." Zu den Forderungen gehört ebenso, dass die Menschen, die im Grenzgebiet lebten, nicht von dort vertrieben werden. Auch geflüchtete Familien in der Türkei dürfen nicht zu einer Rückkehr nach Syrien gezwungen werden ... [ zur ausführlichen Meldung ] ...

Besorgt und verängstigt
Kardinal-Patriarch Mar Louis Raphael Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, äußerte im Interview mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR seine tiefe Besorgnis über die Entwicklung: "Wir sind alle besorgt und verängstigt im Hinblick auf das, was in unserem Raum geschehen kann. Wir fragen uns, wohin sich unsere Länder mit diesem Gewicht von Tod und Gewalt bewegen werden, unsere Länder, die voll von Opfern, Verwundeten, zerstörten Familien sind, ohne ausreichende Häuser, Schulen und Infrastrukturen“ ... [ zur ausführlichen Meldung ] ...

Zahl der Todesopfer und Flüchtlinge steigt weiter
Caritas International schreibt in einem Spender-Brief: "Unsere Partner befürchten das Schlimmste für die humanitäre Situation in der Region. Mit dem Fortschreiten der Militäroffensive wird die Zahl der Todesopfer und Flüchtlinge weiter steigen." ... [ zur Internetpräsenz von Caritas International ] ...

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Aktualisierung 14. Oktober 2019:

Wie die Tagesschau meldet, hat die Europäische Union den türkischen Militäreinsatz verurteilt und ihre Mitglieder dazu aufgerufen, Waffenexporte an Ankara einzustellen. ...[ zur Tagesschau-Meldung ] ...

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Aktualisierung 15. Oktober 2019:

„Die türkische Invasion in Nordostsyrien stellt einen klaren Bruch des Völkerrechts dar“
Der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Hildesheim) , verurteilt im Lichte der Beratungen der Kommission die türkische Invasion in Syrien:

„Die türkische Invasion in Nordostsyrien stellt einen klaren Bruch des Völkerrechts dar. Auch wenn die türkische Regierung sich auf eine vermutete ,terroristische Bedrohung‘ durch kurdische Kräfte bezieht und erklärt, eine ,Sicherheitszone‘ einrichten zu wollen, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Türkei eine systematische Politik gegen die kurdische Bevölkerung betreibt. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht nach Art. 51 ist fadenscheinig und hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Diese gravierende Verletzung des Völkerrechts ist kein Kavaliersdelikt, sondern untergräbt die Fundamente der internationalen Rechtsordnung und damit die Menschenrechte selbst. Sie trägt damit zur Verschärfung der Situation bei.
   Die erste Auswirkung dieser Invasion ist eine massive humanitäre Krise in den betroffenen Gebieten. Ca. 100.000 Menschen haben sich auf die Flucht begeben. Es werden gewiss mehr werden. Die türkischen Angriffe auf städtische Räume zielen wesentlich auf die Zivilbevölkerung. Nimmt man die Ankündigung der Türkei, in der ,Sicherheitszone‘ syrische Flüchtlinge ansiedeln zu wollen, hinzu, zeichnet sich der Versuch ab, die kurdische Bevölkerung aus diesen Gebieten zu vertreiben. Es droht eine ,ethnische Säuberung‘. Wir wissen aus der Geschichte, gerade auch des Nahen und Mittleren Ostens, dass ,ethnische Säuberungen‘ massenhaftes Leiden und Unrecht schaffen und auf lange Sicht verheerend sind.
   Es ist daher gut, dass der VN-Sicherheitsrat eine Sondersitzung einberufen hat, um auf die Lage zu reagieren. Wir fordern die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den NATO-Partnern entschieden auf die Türkei einzuwirken, diese Invasion umgehend zu stoppen und der betroffenen Bevölkerung sofort Zugang zu humanitärer Hilfe zu ermöglichen. Dieser Forderung an die Türkei ist mit entsprechenden Sanktionen Nachdruck zu verleihen. Dies schließt auch einen Stopp der Rüstungsexporte an die Türkei ein. Es kann nicht angehen, dass ein Bündnispartner eine systematische Vertreibungspolitik ins Werk setzt und das Bündnis dies in zynischem sicherheitspolitischem Kalkül geschehen ließe.
   Hintergrund:
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) wurde 1967 gegründet und versteht sich als „Runder Tisch“ der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind. Justitia et Pax ist deren gemeinsame Stimme in Gesellschaft und Politik. Wir erarbeiten kirchliche Beiträge zur Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtspolitik Deutschlands und entwickeln Konzepte für die internationale Arbeit der katholischen Kirche.

Pressemitteilung Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden)
Berlin/Hildesheim, 14. Oktober 2019

Katholische und evangelische Kirche in Kassel betonen Solidarität mit der jüdischen Gemeinde

Die Synagoge in Halle (Saale) im Blick über die Mauer des jüdischen Friedhofs.
Foto: Von Allexkoch - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Der Anschlag in Halle an der Saale wühlt viele Menschen auf. Die Trauer über die beiden Toten, das Mitgefühl mit den Schwerverletzten und allen Angehörigen, aber auch das Entsetzen über die hasserfüllte, antisemitische und rechtsextreme Motivation des Täters, der noch dazu versuchte, in der Haller Synagoge ein Blutbad anzurichten, bestimmen die Gespräche in den Tagen danach.

Solidaritätsbekundungen
Zahlreich sind auch die Solidaritätsbekundungen mit der jüdischen Gemeinde in Halle und darüber hinaus mit den jüdischen Gemeinden in ganz Deutschland. So betonten die katholische und evangelische Kirche in Kassel in ihrem gemeinsamen Brief an die Jüdische Gemeinde Kassel: "Die katholischen und evangelischen Gemeinden unserer Stadt stehen in voller Solidarität an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Wir versichern Ihnen erneut, dass wir mit aller Entschiedenheit den antisemitischen Strömungen energischsten Widerstand entgegensetzen."

Besuch von Dechant Fischer und Dekan Dr. Glöckner im Sara Nussbaum-Zentrum, Kassel
Dechant Harald Fischer und Dekan Dr. Michael Glöckner besuchten die Kasseler jüdische Gemeinde im Sara Nussbaum-Zentrum und übergaben der Vorsitzenden Ilona Katz ihr Solidaritätsschreiben.

Hier der Wortlaut:

10. Oktober 2019

Sehr geehrte Frau Haß!
Sehr geehrte Frau Katz!
Sehr geehrter Herr Rabbiner Nekrich!
Sehr geehrte Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Kassel!

Mit Entsetzen und großer Trauer schauen wir auf die Ereignisse in Halle an der Saale, die uns ins Mark treffen. Nach jetzigem Erkennt-nisstand hat ein Mensch aus antisemitischem Hass gemordet, verletzt und offenbar versucht, in der Haller Synagoge ein Blutbad anzurich-ten. Besonders perfide ist, dass dieser Anschlag offenbar bewusst gerade an Jom Kippur verübt wurde, der Tag, an dem Juden in aller Welt den großen Versöhnungstag begehen, Vergebung untereinander zusprechen und sich der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen. Dieser offenbar gewordene Hass verwundet uns alle aufs Tiefste. Nicht nur Juden sind weit über Halle hinaus betroffen; dieser Anschlag gilt der zivilisierten Welt und allen Menschen guten Willens.

Wir sprechen Ihnen unser Mitgefühl und unsere tiefempfundene An-teilnahme an dem schrecklichen Geschehen aus. Die katholischen und evangelischen Gemeinden unserer Stadt stehen in voller Solidarität an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Wir versichern Ihnen erneut, dass wir mit aller Entschiedenheit den antisemitischen Strömungen energischsten Widerstand entgegensetzen. Mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, rufen wir alle Menschen dazu auf, sich gerade im Alltag den Diskriminierungen und Bedrohungen, denen Juden heute leider wieder ausgesetzt sind, energisch und deutlich entgegenzustellen. Wir brauchen und zeigen Zivilcourage, gerade im Alltag, damit dem neonazistischen Gedankengut der Boden entzogen wird!

Wir sind so dankbar, dass es nach dem schrecklichen Versagen der staatlichen Institutionen in Deutschland zwischen 1933 und 1945 endlich wieder eine starke jüdische Gemeinde in Kassel gibt. Alle jüdi-schen Bürgerinnen und Bürger sollen sich in unserer Stadt zu Hause, wohl und sicher fühlen. Es ist unerträglich, dass – auch in Kassel – Menschen wieder Angst haben, sich in der Öffentlichkeit als Juden zu erkennen zu geben.

Wir wollen als Kirchen unseren Beitrag dazu leisten, dass dieser schändliche Antisemitismus, der die Menschlichkeit selbst im Kern zerstört, keinen Platz in unserer Gesellschaft findet. Wir wissen uns im Gebet und im Handeln mit Ihnen verbunden.

Für die Katholische Kirche Kassel: gez. Dechant Harald Fischer
Für den Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel: gez. Dekan Dr. Michael Glöckner

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Auch Bischof Gerber sichert jüdischer Gemeinde christliche Solidarität zu

Der katholische Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, hat die jüdischen Gemeinden in Fulda, Hanau, Kassel und Marburg angeschrieben und ihre Mitglieder der Solidarität der Christen seiner Diözese versichert.
„Voll Trauer und Entsetzen haben die Christen im Bistum Fulda die Nachricht von der Bluttat in Halle vernommen. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien. Wir werden sie in diesen Tagen besonders in unsere Gebete einschließen“, schreibt der Oberhirte in den Briefen an die Gemeinden. „Die Tat in Halle wirft viele Fragen auf, wie es um den Schutz des jüdischen Lebens in unserem Land bestellt ist“, gibt der Bischof zu bedenken.
Es schmerze ihn sehr, dass diese Tat ausgerechnet am Jom Kippur verübt wurde, jenem Tag, der in besonderer Weise der Erneuerung und der Versöhnung gewidmet sei und „auf Gottes Verheißung für das Volk seines Bundes“ verweise. Bischof Gerber spricht den jüdischen Schwestern und Brüdern den Wunsch aus dem Buch Maleachi zu: „Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung“ (Maleachi 3,20).

Pressemitteilung des Bistums Fulda vom 10.10.2019

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Die Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie erklärt angesichts des Überfalls auf die Synagoge in Halle:

Der antisemitisch motivierte Anschlag auf die Synagoge von Halle erschreckt uns alle zutiefst. Wir sind entsetzt darüber, dass eine solche Tat in Deutschland möglich geworden ist, und solidarisch mit den Jüdinnen und Juden in Deutschland.
Als Professorinnen und Professoren für Katholische Theologie sehen wir uns darüber hinaus in der Verantwortung, die antijüdischen Denkmuster, die Theologie und kirchliche Frömmigkeit zur Entstehung des Antisemitismus über Jahrhunderte hinweg beigetragen haben, aufzudecken und z u widerlegen. Wir bekennen uns in Forschung und Lehre zu einer christlichen Theologie, die selbstkritisch allen antijüdischen theologischen Denkbewegungen entgegensteht und die die untrennbare Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum immer wieder aufs Neue vergegenwärtigt.
Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag dazu leisten, dass Antisemitismus in unserer Gesellschaft nicht noch weiter Fuß fassen kann.
 
Prof. Dr. Gerd Häfner, Vorsitzender
Ludwig-Maximilians-Universität München

Prof. Dr. Norbert Clemens Baumgart, Stellvertretender Vorsitzender
Universität Erfurt

Hintergrund:
Die „Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für katholische Theologie“ vertritt die Belange der theologischen Fächer gegenüber staatlichen und kirchlichen Stellen, die mit wissenschaftspolitischen Fragen befasst sind, sowie gegenüber den Wissenschaftsorganisationen. In Fragen von Lehre und Forschung, die für die Fächer der Theologie Bedeutung haben, soll die Vereinigung Absprachen herbeiführen.
Die katholische Theologie kennt eine Vielfalt wissenschaftlicher Disziplinen. Sie spiegelt sich in den Theologischen Arbeitsgemeinschaften als Fachorganisationen wider. Die Arbeitsgemeinschaften, die zum Teil auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblicken und die katholische Theologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz repräsentieren, stellen mit der „Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für katholische Theologie“ eine gemeinsame Stimme der Theologie dar. Vorsitzender ist Prof. Dr. Gerd Häfner, Neutestamentler an der Ludwig-Maximilians-Universität München, stellvertreten wird er vom an der Universität Erfurt lehrenden Alttestamentler Prof. Dr. Norbert Baumgart.

Aktuelle Entwicklungen und Fortschritte beim pastoralen Prozess Bistum Fulda 2030

Bild: www.2030.bistum-fulda.de

Mit einem neuen Internetauftritt informiert das Bistum Fulda jetzt über die aktuellen Entwicklungen und Fortschritte seines pastoralen Projektes, den Bistumsprozess „zusammen wachsen – Bistum Fulda 2030“.

Theologische Grundlagen und strategische Ziele
Die neue Homepage „2030.bistum-fulda.de“ vergegenwärtigt die theologischen Grundlagen und die strategischen Ziele des Prozesses und rückt die unterschiedlichen Ebenen in den Vordergrund, auf denen Gläubige und Ehrenamtliche der Diözese ihre Meinungen und Visionen zu einer Kirche einbringen können, die sich aktiv auf einem Weg nach vorne befindet.

Umfangreicher Downloadbereich
In einem umfassenden Downloadbereich finden sich Dokumente, Expertisen und Arbeitsmaterialien, die zur Thematik hinführen und Grundlagen für die Mitarbeit in dem Prozess bereitstellen.

Fünf neue Fachgruppen
Der Onlineauftritt informiert auch über fünf neue Fachgruppen, die in den nächsten Monaten Ideen und Zukunftsentwürfe erarbeiten. Diese Fachgruppen bestehen aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitgliedern, die auf verbindliche Ergebnisse der ersten Projektphase zurückgreifen. Konkret geht es um ein „Netzwerk pastoraler Orte“, also um die Zusammenarbeit der Pfarreien, um „Leitung und Führung“, natürlich auch um „Finanzen“, „Verwaltungsstrukturen“ und um eine neue „Pfarreienlandkarte“, also darum, wie sich neue, fusionierte Pfarrgemeinden geografisch darstellen werden. 
Welche Wege Pfarreien des Bistums bereits eingeschlagen haben und welche Erfahrungen diese damit gemacht haben, erfährt man in der Rubrik „Berichte und News“ – so auf der Seite über die „Pastoralinnovation Gelnhausen“ oder über die Pfarrei St. Elisabeth Kassel, zu der sich vier Pfarreien zusammengeschlossen haben.

Der Weg des Bistums in die Zukunft
„Bistum Fulda 2030“ ist die Kirchenentwicklung der Diözese Fulda und damit der Weg des Bistums in die Zukunft. Es ist ein gemeinsamer Prozess, ein Weg, den Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen gemeinsam gehen, um das Bistum für die kommenden Jahre neu aufzustellen.

Halt an, wo läufst Du hin? Exerzitien im Alltag

Foto: Christoph Baumanns

Exerzitien im Alltag laden dazu ein, im alltäglichen Lebensvollzug innezuhalten, um die Beziehung zu mir selbst, meinen Mitmenschen und zu Gott bewusst wahrzunehmen und zu vertiefen. Die Exerzitien im Alltag vom 7. November bis 12. Dezember erstrecken sich über fünf Wochen, in denen die Teilnehmer sich im Umgang mit gestalteten, meist biblischen Impulsen auf einen intensiven, persönlichen Weg einlassen. Dabei kann es darum gehen, die je eigene Lebens- und Glaubensgeschichte miteinander in Beziehung zu bringen, um daraus Kraft und Vertrauen zu schöpfen.

Frauen demonstrierten für Demokratisierung und Gleichberechtigung in der Kirche

Initiiert von Maria 2.0-Kassel beteiligte sich ein breites Bündnis von Frauengruppen am Protestzug vom Fuldaer Hauptbahnhof Richtung Hoher Dom. Etwa 150 Frauen waren zum Abschluss der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe nach Fulda gekommen, um für Demokratisierung, Gleichberechtigung und Frauen in allen Ämtern und Diensten, gegen Machtmissbrauch, Ausgrenzung und Angst vor Veränderung zu protestieren. Start am Donnerstag, 26. September, war um 16 Uhr am Hauptbahnhof.

Demonstration für den Schutz unseres Klimas

Die Katholische Kirche Kassel lud alle ein, am Klimastreik der Bewegung „Fridays of Future“ teilzunehmen. Die Glocken der städtischen Pfarrkirchen läuteten um kurz vor 12 Uhr zum Gebet für den Klimaschutz.

Laut HNA nahmen über 10.000 Menschen an der Demonstration in Kassel teil.

Für unsere Zukunft
„#AllefürsKlima ist auch unsere Bereitschaft, unser Gebet und unsere Hoffnung.“ so Pfarrer Peter Bulwoski: „Es werden um 11.55 Uhr alle 11 Glocken der Kirchorte der Gesamtpfarrei läuten und daran erinnern, dass es für das gemeinsame Haus der Menschheit längst „5 vor Zwölf“ ist.“ sagte Pfarrer Bulowski und bat: „Beten wir auch für unsere Politikerinnen und Politiker in der Stadt und im ganzen Land, dass sie gute Entscheidungen treffen für unsere Zukunft und die der ganzen Menschheit!“

Bewahrung der Schöpfung
Dankbar ist der Pfarrer, dass nicht nur eine Solaranlage seit vielen Jahren die Umweltbilanz der Gemeinde verbessert, sondern auch, dass eine Reihe von Initiativen das Anliegen der Schöpfungsbewahrung schon seit Jahren aktiv betreiben. In den beiden Kindergärten werden immer wieder Umweltthemen aufgegriffen und auch bei großen Müllsammelaktionen sind schon die Kleinsten dabei.

In der Bewegung „ELI4Future“ sammeln weiterhin engagierte Christen Klimaschutzbausteine, die beworben und umgesetzt werden sollen. Die anstehenden jährlichen Erntedankfeiern mahnen seit Jahrhunderten die Menschen, die guten Gaben der Erde als Gottesgaben wertzuschätzen. „Die Bewahrung der Schöpfung ist uns Christen und der Kirche aufgetragen“.

Aktionsprogramm St. Elisabeth Kassel, Freitag, 20. September 2019
11.55 Uhr Glockengeläut St. Bonifatius, St. Elisabeth und St. Joseph mit vielen Kirchen in der Stadt
12.00 Uhr Bittgebet in St. Joseph, danach Teilnahme am Klimastreik in der Innenstadt

Weitere Termine und Veranstaltungen im Herbst (Auswahl)

  • 21.08.2019, 10.30 h St. Joseph - Beteiligung an „Kassel räumt auf - World Cleanup-Day 2019“ - unsere Müllsammler sind unterwegs
    22.09.2019 Erntedankgottesdienst und Fest in St. Bonifatius anderen Gemeinden der Stadt
  • 29.09.2019
    Tier- und Pferdesegnung am Rothenberg in St. Joseph und Gemeindecafe - Treffen unserer Klimaaktivisten
  • 13.10.2019
    Erntedankgottesdienst in Sankt Familia, Kölnische Str. 53
  • 23.10.2019, 19.00-20.30 Uhr
    Bildungsforum St. Michael - Dr. Beatrice van Saan-Klein, Umweltbeauftragte des Bistums Fulda:„Church for future – christliche Schöpfungsverantwortung als Chance und Herausforderung im aktuellen Klimadiskurs“

Kolping: Veranstaltungsprogramm 2019 bis November

Auch im zweiten Halbjahr 2019 setzt die Kolpingsfamilie Kassel-Zentral in ihrem Programm den Themenschwerpunkt „Bewahrung der Schöpfung“ mit zwei spannenden Gesprächsabenden. Die Sternwallfahrt nach Fritzlar und der Filmabend zu "Jesus von Montreal" sind weitere Veranstaltungsangebote bis November.

Stellenangebot Sozialpädagoge (m/w/d) oder Sozialarbeiter (m/w/d)

Der Sozialdienst katholischer Frauen Kassel e.V. in Kassel sucht für die Dauer einer Vertretung (Mutterschutz/Elternzeit) ab dem 11.09.2019 eine/n Sozialpädagogen (m/w/d) oder Sozialarbeiter (m/w/d) (Diplom/Bachelor).

Stellenausschreibung Jugendbildungsreferenten (m/w/d)

Das Bischöfliche Generalvikariat sucht für das Bischöfliche Jugendamt zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Jugendbildungsreferenten (m/w/d) unbefristet im Umfang von 19,5 Wochenstunden. Dienstsitz ist das Jugendreferat in Kassel.

Zeit und Ewigkeit - Ausstellung im Bildungsforum Sankt Michael bis 17. Oktober

Die Kasseler Künstlerin Carola Justo präsentiert in einer neuen Ausstellung unter dem Titel „Zeit und Ewigkeit“ ihre Bilder im Bildungsforum Sankt Michael.

Kunstwerke sind Ausdruck ihrer Zeit
Carola Justo schreibt Einführung in ihre Werke: „Wassily Kandinsky sagte, dass Kunstwerke nicht nur die individuelle Handschrift des Künstlers tragen, sondern auch Ausdruck seiner Zeit und Kultur sind, und darüber hinaus ist für ihn wirkliche Kunst, wenn in ihr auch das Zeitlose, das Ewige spürbar wird. Letzteres scheint für die heutige Zeit nicht mehr zu gelten, denn die Kunst erschöpft sich derzeit allzu oft in Gesellschaftskritik und Provokation. Die Schwestern Kunst und Religion scheinen in Gegnerschaft zueinander geraten zu sein. Doch schöpft Kunst im Idealfall immer noch aus derselben Quelle wie die Religion, was nicht bedeutet, dass daraus unbedingt Kunstwerke mit religiösen Themen entstehen. Im idealen Fall schöpft ein Künstler/eine Künstlerin aus einer Quelle, deren Ursprung wir nicht kennen oder mit einem anderen symbolischen Bild verdeutlicht: Künstler schöpfen aus einem inneren Brunnen, dessen Grund wir nicht sehen. Den Prozess des Schöpfens nennt man Intuition oder Inspiration, und am Ende dieses Prozesses sehen wir das, was aus der Quelle hervorgegangen ist. Das Sichtbargewordene hilft dem Betrachter, den Ursprung zu erahnen.“ (Carola Justo)
 
Im Foyer des Kolpinghauses
Die künstlerische Arbeit der Malerin Carola Justo ist geprägt von dieser Ausrichtung. Sie stellt eine Auswahl ihrer Gemälde im Foyer des Kolpinghauses aus. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Frauenfrühstücks am 13. August 2018 mit ihrem Vortrag „Die Kunst und das Ewige“ eröffnet.

Öffnungszeiten
Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Regionalhauses Adolph Kolping (Die Freiheit 2) in der 1. Etage im Foyer des Bildungsforums Sankt Michael bis zum 17. Oktober besucht werden. I.d.R. montags bis freitags 09.00-18.30 Uhr.

Bischof Gerber zieht Start-Bilanz

Bischof Michael bei der Amtseinführung am 31. März 2019. Foto: Arnulf Müller

Die Menschen in seiner neuen Diözese seien ihm sehr zugewandt, sagt der neue Oberhirte Bischof Dr. Michael Gerber. Seit seiner Amtseinführung am 31. März hat er viele Orte im Bistum besucht und einen ersten Einblick in die Gemeinden bekommen. Es hat eine ganze Reihe von Jugendbegegnungen gegeben, unter anderem bei der 72-Stunden-Aktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) und in Gesprächen mit Schülern. Auch sein erstes Bonifatiusfest mit 8.000 Gläubigen hat er bereits gefeiert.

Bistumsprozess 2030 vorantreiben
Bischof Gerber will den „Bistumsprozess 2030“ vorantreiben: „Dazu gehört die geographische Umschreibung der künftigen Pfarreien, die Entwicklung einer Netzwerkskultur sowie einer neuen Leitungskultur, aber auch die Neustrukturierung des Generalvikariats.“

Hier hören und sehen Sie das Bilanz-Interview:

Christof Steinert ab dem 1. Januar 2020 neuer Generalvikar im Bistum Fulda

Foto: R. Leupolt.

Bischof Dr. Michael Gerber gab Anfang Juli bekannt, dass Domkapitular Prälat Christof Steinert ab dem 1. Januar 2020 Generalvikar im Bistum Fulda sein wird. Steinert (55) wird auf Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke (73) folgen.

Amtierend: Prof. Dr. Gerhard Stanke
Prof. Stanke war in der Amtszeit von Bischof Heinz Josef Algermissen seit 2008 Generalvikar gewesen und hatte mit dem Beginn der Amtszeit von Bischof Gerber diese Aufgabe nochmals für eine befristete Zeit übernommen. Während der Vakanz war er Ständiger Vertreter des damaligen Diözesanadministrators Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez. Zuvor war er unter anderem lange Jahre Regens des Bischöflichen Priesterseminars und Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Fulda und sowie später verantwortlich für den Einsatz des pastoralen Personals. Bischof Gerber dankte dem amtierenden Generalvikar für seinen unermüdlichen Einsatz. „Ich habe Sie in der bislang noch kurzen Zeit unserer Zusammenarbeit sehr schätzen gelernt. Ihre Menschenkenntnis, Ihre theologische Bildung und vor allem auch Ihr ehrliches Interesse am Menschen sind ein großer Gewinn für unsere Diözese. Möge das in den kommenden Jahren auch nach der großen Verantwortung als Generalvikar eine große Bereicherung für uns bleiben.“

Lebenslauf Christof Steinert
Prälat Steinert ist seit 2008 verantwortlicher Abteilungsleiter für den Einsatz des pastoralen Personals. Zuvor war er Pfarrer in Witzenhausen und Dechant des damaligen Dekanates Eschwege sowie Regionaldechant der früheren Region Kassel. Bischof Gerber erläutert seine Beweggründe: „Für die Auswahl des künftigen Generalvikars war es mir wichtig, einen Priester zu wählen, der auf eine langjährige Erfahrung in der Seelsorge zurückschauen kann und zugleich eine solide Kenntnis der Bistumsverwaltung besitzt. Beides wird angesichts der Herausforderungen und der anstehenden Projekte von entscheidender Bedeutung sein. Zudem hat Prälat Steinert den Bistumsprozess wesentlich mitgeprägt. Unsere bisherige Zusammenarbeit ist von einem hohen Vertrauen geprägt. Ich freue mich, mit Prälat Steinert und vielen Priestern, Haupt- und Ehrenamtlichen die Prozesse in unserem Bistum so zu gestalten, dass wir glaubwürdige Zeugen der Frohen Botschaft sind.“ Die Nachfolge Steinerts als Leiter des Personalreferates für Priester und Laien im pastoralen Dienst wird vom Bischof zu gegebener Zeit entschieden.

Quelle: Pressemitteilung der Bischöflichen Pressestelle Fulda

Papst Franziskus schreibt an das pilgernde Volk in Deutschland

Zum Brief von Papst Franziskus an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ (29. Juni 2019) erklären der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg:

„Der Brief von Papst Franziskus an das ‚pilgernde Volk Gottes in Deutschland‘ ist ein Zeichen der Wertschätzung des kirchlichen Lebens in unserem Land und aller katholischen Gläubigen. Wir danken dem Heiligen Vater für seine orientierenden und ermutigenden Worte und sehen uns als Bischöfe und Laienvertreter eingeladen, den angestoßenen Prozess in diesem Sinn weiter zu gehen.

Papst Franziskus möchte die Kirche in Deutschland in ihrer Suche nach Antworten auf die uns alle bewegenden Fragen für eine zukunftsfähige Gestalt der Kirche unterstützen. Wir werden diesen Brief zur Orientierung unseres gemeinsamen Handelns aufgreifen und ihn auf dem Synodalen Weg intensiv bedenken.
Es ist das zentrale Anliegen von Papst Franziskus, die Kirche weiterhin als eine starke geistliche und pastorale Kraft zu verstehen, die das Evangelium in die Gesellschaft hinein vermittelt und glaubwürdig verkündet. Diese Glaubwürdigkeit ist in den zurückliegenden Jahren erschüttert worden. Wir sind als katholische Kirche in Deutschland gemeinsam aufgefordert, Vertrauen neu zu gewinnen. Die Voraussetzung für das Gelingen des Synodalen Weges ist auch eine geistliche Ausrichtung, die sich nicht in Strukturdebatten erschöpfen darf.

Für den vor uns liegenden Prozess mahnt uns Papst Franziskus zu einer neuen Art des Hörens aufeinander, damit wir uns als Teil der Weltkirche mit aller Kreativität, Spiritualität und Leidenschaft in den Dienst des Glaubens stellen. Bereits am 5. Juli 2019 werden wir die Gelegenheit haben, in der Gemeinsamen Konferenz von Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK diesen Brief zu besprechen und weitere konkrete Schritte zu vereinbaren."

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 29. Juni 2019

Hier ist der Brief des Papstes nachzulesen:

ACK befürwortet Kirchenasyl-Praxis und unterstützt die Kirchengemeinden

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Kassel beschloss am 4. April 2019:

Immer wieder kommt es vor, dass Flüchtlinge in Deutschland von einer Abschiebung bedroht sind, bei denen ein besonders schwerwiegender humanitärer Härtefall vorliegt und eine Abschiebung entweder in das Heimatland oder in ein europäisches Ersteinreiseland aus humanitären Gesichtspunkten eine unzumutbare Maßnahme darstellen würde.

In solchen Fällen gewähren Kirchengemeinden nach intensiver Prüfung des jeweiligen Einzelfalles als „ultima ratio”, wenn keine andere Lösung in Sicht ist, ein sogenanntes Kirchenasyl. Damit ist nicht die generelle Akzeptanz der staatlichen Gewalt in Frage gestellt, sondern es wird im Einzelfall an die staatliche Gewalt appelliert, entweder die jeweilige Entscheidung noch einmal zu überprüfen oder im Falle der sog. Dublin III Regel vom Selbsteintrittsrecht Deutschlands Gebrauch zu machen, um eine unmenschliche Härte zu vermeiden.

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen befürwortet die Praxis des Kirchenasyls und unterstützt die Kirchengemeinden und die Verantwortlichen in ihrer Entscheidung, sich im jeweiligen Einzelfall für die Geflüchteten einzusetzen und ihnen ein Verbleib in Deutschland zu ermöglichen.

Es ist Mord - Folgen der Flüchtlingspolitik

Die Zahlen der Flüchtlinge, die nach Deutschland und Europa kommen, sinken drastisch.

Deutschland:
2016:
745.545
2018: 185.853
(Quelle: Mediendienst Integration)

Diese Zahlen werden oft als “Erfolgsmeldung” und als “gute Nachricht” verkündet. Welche brutale Politik und unmenschliche Haltung dahintersteht, wird übertüncht: Die Schuld und - wie kann man es anders sagen - das mörderische Verhalten der verantwortlichen Politiker aller EU–Länder, das mit dieser Politik verbunden ist, kommt in der Öffentlichkeit kaum zur Sprache.

Spiegel Online veröffentlichte Ende Januar 2019 eine Video-Dokumentation der "New York Times" über eine Flüchtlingstragödie im Mittelmeer, die zeigt, wie brutal und unmenschlich die von der Europäische Union mit ausgebildete und unterstütze lybische Küstenwache mit Flüchtlingen in Seenot und ihren Helfern verfährt.
ACHTUNG: Das Video enthält in einigen Szenen sehr verstörende Bilder von Gewalt und Ertinken!

Die Video-Dokumentation zeigt, welche Verbrechen durch unsere Politik nicht nur geduldet, sondern gar unterstützt und gefördert werden. Aber niemand kann sagen: "Ich habe das nicht gewusst."

Dechant Harald Fischer
Christoph Baumanns, Öffentlichkeitsarbeit Internetredaktion

Wir werden den von uns eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung und Aufklärung konsequent weiter gehen

Mit einem umfangreichen Pressebericht hat Kardinal Reinhard Marx persönlich ("ich" im Text) die Ergebnisse der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019 in Lingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Hier dokumentieren wir die Ergebnisse zum Thema "Konsequenzen aus der Missbrauchs-Krise".
 

Zum Stand der Arbeiten in der Deutschen Bischofskonferenz

  • Die konkreten Umsetzungen aus den in Fulda beschlossenen Punkten hat Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), bei der gestrigen Pressekonferenz vorgestellt. Ich rufe sie hier nur in Erinnerung und zwar jene fünf Teilprojekte, die für uns ein sichtbarer Maßnahmenkatalog sind: Das Teilprojekt Unabhängige Aufarbeitung, das Teilprojekt der Überprüfung und Weiterentwicklung des Verfahrens zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids, das Teilprojekt der Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene, das Teilprojekt zur Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker und das Teilprojekt zum Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.
     
  • In Ergänzung zu dem, was Bischof Dr. Ackermann dargestellt hat, möchte ich einen weiteren Aspekt ergänzen, der für unsere Beratungen wichtig war. Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) hat uns einen Überblick zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gegeben, das in Teilen mit den zuvor genannten Punkten verbunden und dass ein weiteres Arbeitspaket ist. Einige Aspekte hat er jetzt schon benannt so zum Beispiel die Weitergabe einer Anzeige sexuellen Missbrauchs bei der kirchlichen Stelle an die Staatsanwaltschaft. Gerade dieser Aspekt wird erneut in der aktuell anstehende Revision der Leitlinien berücksichtigt. Zum Themenfeld „Kirchliches Recht“ gehören insbesondere Fragen des materiellen Strafrechts und des Strafprozessrechts sowie der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Die Vollversammlung hat in diesem komplexen Bereich beschlossen, vorrangig einen Vorschlag zu Spezialgerichten für Strafverfahren bei sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und eine Ordnung für Verwaltungsgerichte im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zu erarbeiten.
     

Zum Treffen der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom:

  • Der Vollversammlung habe ich einen Bericht über die Konferenz der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom vom 21. bis 24. Februar 2019 gegeben, die unter dem Leitwort „Protection of minors“ stand. Erstmals hat eine solche Konferenz im Vatikan stattgefunden. Wie ich bereits in Rom im Anschluss an die Konferenz erklärt habe, empfand ich die Gesprächsatmosphäre als offen, ehrlich, deutlich und mit der klaren Bereitschaft von allen, die anstehenden Fragen beim Thema sexueller Missbrauch Minderjähriger quer über alle Kontinente anzugehen. Besonders die Zeugnisse der Betroffenen haben dazu beigetragen. Dabei ging es nicht um einen rasch zusammengestellten Maßnahmenkatalog, sondern um den globalen realistischen Blick und die Erkenntnis: Wir tragen Verantwortung gegenüber den Betroffenen in aller Welt. Niemand von uns kann das Problem länger negieren oder gar tabuisieren.
     
  • In der Vollversammlung habe ich die Anliegen von Papst Franziskus bei dieser Konferenz vermittelt: die Verbindlichkeit von Leitlinien; die Einhaltung der Leitlinien mithilfe eines Monitorings; die Unterstützung lokaler und regionaler Aktivitäten von Rom aus, dazu gehören auch Fragen des Kirchenrechts. Sicherlich mag für viele Menschen in unserem Land die Rede von Papst Franziskus zum Abschluss der Konferenz den Erwartungen nicht entsprochen haben. Ich möchte aber an einige Aspekte erinnern, die den Weg, den wir als Kirche in Deutschland eingeschlagen haben, bestätigen. Dazu zählen unsere Leitlinien, aber auch die umfangreiche Präventionsarbeit. Der Papst hat betont, dass in der Kirche das Pflichtbewusstsein gewachsen sei, „nicht nur danach zu streben, den höchst schwerwiegenden Missbräuchen durch Disziplinarmaßnahmen und zivile und kanonische Prozesse Einhalt zu gebieten, sondern auch, sich dem Phänomen mit Entschlossenheit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche zu stellen“. Dies und die Forderung von Papst Franziskus nach „Demut, Selbstanklage, Gebet und Buße“ müssen uns aufrütteln. In diesem Geist geht es um eine Reform der Kirche, eine wirkliche Erneuerung im Geiste Jesu. Kinderschutz und die Bekämpfung von Klerikalismus hat der Papst deutlich formuliert.
     
  • Wichtig war – und das hat auch die Diskussion in der Vollversammlung bestätigt – die Begegnung mit den Betroffenen und Verbänden. Mit dem Treffen wollte ich zuhören und verstehen und die Anliegen der Verbände anderen Bischöfen und dem Heiligen Vater vermitteln. Dieser Dialog muss weitergeführt werden. Gerade das haben wir in unseren Beratungen in Lingen bestätigt: Wir müssen weiterhin den kontinuierlichen Dialog mit den Betroffenen suchen.
     

Zum Studientag: „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“

  • Wir haben einen Studientag zu dem Thema „Die Frage nach der Zäsur – Studientag zu übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“ durchgeführt. Die MHG-Studie hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Wir haben uns seither mit Fragen der materiellen Anerkennung erlittenen Leids, der Aufarbeitung, der Präventionsmaßnahmen und mit weiteren Themen befasst, die sich aus der Aufdeckung der Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche ergeben.
     
  • Wie bereits in Fulda festgehalten, gehören für uns auch grundsätzliche Anfragen an die Kirche und ihre Praxis dazu, die es ebenso anzugehen gilt wie die konkreten Handlungsansätze. Es liegt an uns, diese sogenannten übergreifenden bzw. systemischen Fragen in aller Offenheit auf den Tisch zu legen und miteinander nach Wegen zu suchen, wie wir sie künftig besser und klarer behandeln können.
     
  • Unser Studientag war dabei auf drei Fragenkreise konzentriert, die sich aus dem Beschluss von Fulda ergeben:
    - die Frage nach dem Umgang mit Macht in der Kirche,
    - die Frage nach der Zukunft der priesterlichen Lebensform,
    - und die Frage nach der Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral.
    Bevor wir diese Fragen in einem größeren Kreis von Personen, mit Laienvertretern, kirchlichen Mitarbeitern, kirchlichen und nichtkirchlichen Fachleuten und insbesondere auch mit von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch Betroffenen diskutieren werden, war es uns ein Anliegen, im Rahmen des Studientages, uns diese Themen vor Augen zu führen und offen auszutauschen. Als Gäste waren P. Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ (Professor für Philosophie an der Hochschule für Philosophie München), Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF (Vorsitzende und Präventionsbeauftragte der Deutschen Ordensobernkonferenz), Prof. Dr. Miriam Rose (Professorin für evangelische systematische Theologie, Jena) und Prof. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bonn) eingeladen, die die Diskussion in wesentlichen Teilen bereichert haben.
     
  • Unter der Moderation von Prof. Dr. Julia Knop (Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt) erläuterte zunächst Prof. Dr. Gregor Maria Hoff (Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Salzburg) einige zentrale Aspekte zur Frage des Umgangs mit Macht in der Kirche. Dabei wies er nicht nur auf die Allgegenwart von Machtverhältnissen in menschlich-sozialen Beziehungen hin, sondern verdeutlichte auch die erhebliche Gefahr der Kirche, sich beim Umgang mit Macht in einer „Sakralisierungsfalle“ zu verstricken. Die Macht der Religion wird dabei im Zeichen der Sakralität auf ihre Vermittler abgeleitet. Es entsteht ein Kreis der Eingeweihten, der seinen behaupteten Machtanspruch immunisiert und für den eigenen Statuserhalt instrumentalisiert. Im Referat und auch in den nachfolgenden Diskussionen wurde deutlich, wie entscheidend in diesem Zusammenhang die Aspekte der Teilung und der klar geregelten Kontrolle von Macht sind. Hier besteht ein erheblicher Entwicklungsbedarf der kirchlichen Strukturen, den wir weiter angehen.
     
  • Prof. Dr. Philipp Müller (Professor für Pastoraltheologie an der Universität Mainz) wies in seinem Beitrag auf die krisenhafte Situation priesterlicher Lebensgestaltung hin. So, wie sich der Status quo in Bezug auf die Auswahl, die Ausbildung, die Unterstützung, Begleitung und die berufliche Zufriedenheit unserer Priester derzeit darstellt, führt er in immer geringerem Maß zu geeigneten, kompetenten und psychosozial nachhaltig stabilen Priestern. In der Diskussion stand deshalb außer Frage, dass Veränderung erforderlich ist, wenn das Priestertum Zukunft haben soll. Dabei werden wir an verschiedenen Punkten reformieren müssen und dürfen in der Diskussion auch die Themen Zölibat und Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern nicht aussparen.
     
  • Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg) hat in seinen Ausführungen deutlich auf Anachronismen, Widersprüche und lebensfremde Aspekte in der kirchlichen Sexualmoral und ihrer Darstellung hingewiesen. Im Hinblick auf die menschliche Sexualität ist der Kirche nach seiner Einschätzung eine konstruktive Aneignung humanwissenschaftlicher Einsichten noch nicht gelungen. Das Gespräch darüber machte deutlich: In einer künftigen kirchlichen Sexualethik wird dem Schutz der menschlichen Würde eine unvermindert hohe Bedeutung zukommen, was nach strengen Maßstäben zwischen frei einwilligenden Personen und unter Wahrung von Treueverpflichtungen geschieht. Darüber hinaus stellt eine kirchliche Sexualethik ein ganzheitliches Orientierungsangebot für eine sexuelle Praxis als Ausdruck menschlicher Liebe dar, das jedoch nicht im Sinn einer naturalistisch kurzschlüssigen Verbotsethik vermittelt werden sollte.
     
  • Die Diskussionen und Gespräche in den Arbeitsgruppen und Plenumsrunden waren offen, brachten manche Kontroversen zum Ausdruck und ließen deutlich werden, dass die angesprochenen Themen mit dem Studientag allenfalls angerissen, aber keineswegs erledigt werden konnten.
     

Zusammenfassung und weiteres Vorgehen:

  • Erschütterungen verlangen besondere Vorgehensweisen. Die Missbrauchsstudie und in ihrer Folge die Forderung Vieler nach Reformen zeigen: Die Kirche in Deutschland erlebt eine Zäsur. Der Glaube kann nur wachsen und tiefer werden, wenn wir frei werden von Blockierungen des Denkens, der freien und offenen Debatte und der Fähigkeit, neue Positionen zu beziehen und neue Wege zu gehen.
     
  • Die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten. Papst Franziskus macht dazu Mut. Und wir fangen nicht am Nullpunkt an. Die Würzburger Synode (1972 bis 1975) und auch der Gesprächsprozess der vergangenen Jahre haben den Boden bereitet, auch für viele Herausforderungen von heute. Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht und in einem verabredeten Zeitraum stattfindet und zwar gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wir werden Formate für offene Debatten schaffen und uns an Verfahren binden, die eine verantwortliche Teilhabe von Frauen und Männern aus unseren Bistümern ermöglichen. Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche.
     
  • Daher benenne ich die drei Punkte, die beim Studientag eine Rolle spielten und um die es gehen wird:
     
    1) Wir wissen um die Fälle klerikalen Machtmissbrauchs. Er verrät das Vertrauen von Menschen auf der Suche nach Halt und religiöser Orientierung. Was getan werden muss, um den nötigen Machtabbau zu erreichen und eine gerechtere und rechtlich verbindliche Ordnung aufzubauen, wird der synodale Weg klären. Der Aufbau von Verwaltungsgerichten gehört dazu.
     
    2) Wir wissen, dass die Lebensform der Bischöfe und Priester Änderungen fordert, um die innere Freiheit aus dem Glauben und die Orientierung am Vorbild Jesu Christi zu zeigen. Den Zölibat schätzen wir als Ausdruck der religiösen Bindung an Gott. Wie weit er zum Zeugnis des Priesters in unserer Kirche gehören muss, werden wir herausfinden.
     
    3) Die Sexualmoral der Kirche hat entscheidende Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften noch nicht rezipiert. Die personale Bedeutung der Sexualität findet keine hinreichende Beachtung. Das Resultat: Die Moralverkündigung gibt der überwiegenden Mehrheit der Getauften keine Orientierung. Sie fristet ein Nischendasein. Wir spüren, wie oft wir nicht sprachfähig sind in den Fragen an das heutige Sexualverhalten.
     
  • Geeignete Formate zur Klärung von Neuausrichtung und Veränderung werden wir in diesem Jahr bei der Vorbereitung des synodalen Prozesses suchen. Dazu gehören bereits jetzt auf der Vollversammlung verabredete Foren, die sich den zuvor genannten drei Punkten widmen werden: Das Forum „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“ wird von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) verantwortet, das Forum „Sexualmoral“ von Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) und das Forum „Priesterliche Lebensform“ von Bischof Dr. Felix Genn (Münster). Einen Zwischenbericht werden wir bei einer Konferenz am 12. und 13. September 2019 in einer gemeinsamen Zusammenkunft von Bischöfen, Mitgliedern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und weiterer Personen geben. Bis dann werden auch Zeitpunkt und Dauer der strukturierten Debatten klar sein.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 14. März 2019

 

Das Programm 2019 der Exerzitienseelsorge Kassel

Exerzitien - geistliche Übungen - bieten Wege, das eigene konkrete Leben mit Gott in Verbindung zu bringen. Dazu gehören Stille, Gebetszeiten, Begleitung und Austausch. Im Programm der Exerzitienseelsorge Kassel werden ganz verschiedene Formen angeboten, sich auf einen eigenen inneren Glaubensweg einzulassen.

2019 gehören dazu Besinnungswochenende, Predigten und Bibliodrama zur Fastenzeit, Pilgerreisen nach Israel/Palästina - auch für Senioren, Wandern mit Bibel und Rucksack, Einzelexerzitien mit Gemeinschaftselementen, Bibliodrama zur Adventszeit, Exerzitien im Alltag.

Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen"

Der Ständige Rat hat sich auf seiner Sitzung am 20. November 2018 mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.

Fünf Teilprojekte:
In der Erklärung von Fulda wurden mehrere Schritte benannt, die es zeitnah anzugehen gilt. In fünf Teilprojekten, entsprechend der Erklärung von Fulda, wird die Arbeit aufgenommen. Diese Projekte sind:

  • Aktenführung: Standardisierung in der Führung der Personalakten der Kleriker;
  • Unabhängige Anlaufstellen: Angebot externer unabhängiger Anlaufstellen zusätzlich zu den diözesanen Ansprechpersonen für Fragen sexuellen Missbrauchs;
  • Unabhängige Aufarbeitung: Klärung insbesondere, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in der Kirche getragen hat;
  • Anerkennung: Fortentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids;
  • Monitoring: Verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention.

Für die Umsetzung der fünf Teilprojekte ist der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann, verantwortlich. Er wird dabei eng die Kommunikation und Abstimmung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen. Bereits begonnen wurde die festgelegte Überarbeitung der Leitlinien und der Rahmenordnung Prävention.

Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester
und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral

Der Ständige Rat hat sich auch mit den in der Erklärung der Herbst-Vollversammlung genannten spezifischen Herausforderungen befasst, die sich für die Kirche ergeben. Dort heißt es: „Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral werden wir unter Beteiligung von Fachleuten verschiedener Disziplinen in einem transparenten Gesprächsprozess erörtern.“ Dazu wird dem Ständigen Rat bis zur nächsten Sitzung ein Arbeitsplan vorgelegt.

Interdiözesane Strafgerichtskammern
Der Ständige Rat unterstützt außerdem den Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern für Strafverfahren nach sexuellem Missbrauch auf dem Gebiet der Deutschen Bischofskonferenz zu errichten. Dafür wird sich der Ständige Rat mit den entsprechenden Stellen in Rom in Verbindung setzen. Außerdem sieht er Reformerfordernisse im Bereich des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts. Die deutschen Bischöfe sind bereit, auf weltkirchlicher Ebene mitzuhelfen, das Kirchenrecht in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Sie nehmen außerdem den Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit erneut in den Blick.

Höchste Priorität: Schutz vor sexuellem Missbrauch
Im Fokus aller Bemühungen steht der Schutz vor sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbefohlenen. Das hat höchste Priorität. Der Ständige Rat hat den Anspruch an Konsequenz, Transparenz und Dringlichkeit bekräftigt und drängt auf eine entschlossene Durchführung. Der Ständige Rat und die Vollversammlung werden bei jeder Sitzung über den aktuellen Stand und die Entwicklungen beraten.

An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität

Bild: fotolia.com

Derzeit gibt es einen Konflikt um den Jesuiten und Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig. Er sollte als Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main seine dritte Amtszeit beginnen. Wucherpfennig, der im Bistum Limburg auch als Homosexuellen-Seelsorger arbeitet, hatte sich wertschätzend über Homosexuelle geäußert. Deshalb verweigert ihm die vatikanische Bildungskongregation bislang das "Nihil obstat", die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die er als Leiter der Hochschule braucht.

Interview mit katholisch.de
katholisch.de, eine der Partner-Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz, hat mit Ilse Müllner, Professorin für Biblische Theologie und Altes Testament am Institut für katholische Theologie der Universitat Kassel, ein Interview zur Frage geführt, was die entsprechenden biblischen Textstellen über Homosexualität aussagen. Das Interview klärt über die biblischen Texte auf, auf deren Grundlage die Diskussion um gleichgeschlechtliche Liebe geführt wird.

Von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht
Daniel Decker schreibt in der FAZ vom 14.10.2018: "Wucherpfennig, der im Frühjahr zum zweiten Mal als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Ordens in Frankfurt wiedergewählt worden war, hatte sich 2016 in einer Lokalzeitung gegen den Ausschluss von Frauen von kirchlichen Weiheämtern ausgesprochen und über Homosexualität nicht rundheraus ablehnend geäußert. Das Zeitungsgespräch wurde anschließend von interessierter Seite den Zensurinstanzen in Rom zur Kenntnis gebracht. Diese verweigerten daraufhin die Bestätigung der Wiederwahl und dringen auf einen Widerruf."

Kein Widerruf
Ansgar Wucherpfennig hat öffentlich erklärt, dass er nicht widerrufen werde. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich ihm, darunter die Bischöfe von Limburg und Osnabrück wie auch viele Kollegen/innen. Offensichtlich scheint das letzte Wort zur "Affäre" Wucherpfennig noch nicht gesprochen zu sein. Die Pressestelle des Vatikans teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass das Prüfungsverfahren noch laufe.

Den Betroffenen zuhören und ihnen glauben

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„Wir haben in den letzten Jahren gelernt und müssen weiterlernen, unter anderem auch durch die Hinweise, die die Wissenschaftler uns geben. Die Betroffenen müssen im Vordergrund und Mittelpunkt stehen.“ Dies stellte Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators des Bistums Fulda, am Dienstag bei einem Pressegespräch über die Bedeutung der am selben Tag in Fulda vorgestellten MHG-Studie zum Missbrauch durch Kleriker in der deutschen Kirche heraus.

Versagen
„Das Versagen der Verantwortlichen lag darin, dass sie die Aussagen der Betroffenen, dass sie das schwere Unrecht und die tiefen Verletzungen der Kinder und Jugendlichen nicht ernst genommen haben. Das müssen wir als Versagen bekennen.“ Das Bistum habe gelernt, den Betroffenen zuzuhören und ihren Aussagen Glauben zu schenken sowie die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen, „ohne auf das Ansehen der Institution Rücksicht zu nehmen.“ Ein veränderter Umgang mit den Betroffenen, der sie und ihre Aussagen ernst nehme, und der Aufbau von Präventionsmaßnahmen müssten im Zentrum stehen.

Machtmissbrauch
„Da sexueller Missbrauch auch immer mit Machtmissbrauch verbunden ist, sind Strukturen der Machtkontrolle zu entwickeln. Die Priesterweihe darf nicht zur Immunisierung gegen Kritik missbraucht werden, sondern sie ist Befähigung zu einem Dienst an den Menschen und zur Wahrnehmung von Verantwortung und nicht zur Herrschaft“, stellte Stanke heraus. „Wir wissen auch, dass wir weiterhin nach Wegen suchen müssen, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln in den Pfarrgemeinden und in den kirchlichen Einrichtungen.“

Vorgehensweise der Untersuchung
Bei dem Pressegespräch, an dem auch die Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Diplomsozialpädagogin Alexandra Kunkel, die Präventionsbeauftragte, Diplomsozialpädagogin Birgit Schmidt-Hahnel, und Personaldezernent Domkapitular Christof Steinert teilnahmen, wies Prof. Stanke darauf hin, dass die Studie zeige, wie mit den Beschuldigten umgegangen wurde, die aktenkundig geworden seien. Das herauszufinden sei der Auftrag der Forschungsgruppe gewesen. Die Akten waren an Hand eines von den Forschern erstellten Fragenkatalogs nach Hinweisen auf sexuelle Übergriffe oder sexuellen Missbrauch durchzuschauen. Fünf Personen hätten die Akten an Hand des Fragenkatalogs durchgesehen, von denen eine die Befähigung zum Richteramt habe, und sie seien darauf vereidigt worden, gewissenhaft diese Aufgabe durchzuführen.

Zahlen und Fakten
Es wurden im Bistum Fulda:

  • 795 Akten untersucht und dabei
  • 29 Beschuldigte gefunden:
  • 19 Diözesanpriester, ein Diakon, neun Ordensleute mit Gestellungsvertrag.
  • Acht Geistliche waren bereits verstorben.
  • Es fanden sich Hinweise auf pädophile Orientierung bei vier, Hinweise auf homosexuelle Orientierung bei acht, Hinweise auf psychische Auffälligkeiten im Umgang mit Menschen oder Alkoholprobleme bei 13 Personen.
  • Im aktiven Dienst wurden 21 Geistliche innerhalb der Diözese versetzt, manche auch mehrfach.
  • Bei drei Personen gab es einen Hinweis auf sexuellen Missbrauch; elf wurden in andere Diözesen versetzt, bei dreien gab es dabei einen Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch.
  • Sieben Kleriker wurden in Diözesen außerhalb Deutschlands versetzt, bei zweien bestand ein Zusammenhang mit Missbrauch.
  • Gegen 13 Geistliche wurden eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, ein Strafverfahren oder verwaltungsrechtliche Maßnahmen durchgeführt.
  • Bei 13 weiteren wurde kein kirchenrechtliches Strafverfahren eröffnet.
  • Bei drei Personen ist es nicht dokumentiert.
  • Folgende kirchenrechtliche Strafen wurden verhängt:
    - eine Entlassung aus dem Klerikerstand,
    - eine weitere stand bevor, als der Beschuldigte verstarb,
    - scharfe Abmahnung,
    - Zelebrationsverbot,
    - Entpflichtung,
    - Änderung des Tätigkeitsfeldes,
    - Verpflichtung zur Therapie und Versetzung in den Ruhestand.
  • Es wurden in diesem Zusammenhang auch forensische Gutachten eingeholt.

Strafrechtliche Prüfung und Anzeigen:

  • In den letzten Jahren wurde jeweils eine externe strafrechtliche Prüfung beauftragt.
  • In 17 Fällen wurde Anzeige bei der Strafverfolgungsbehörde erstattet.
  • In den anderen Fällen wollten entweder die Betroffenen keine Anzeige oder der Beschuldigte war verstorben oder die Taten waren verjährt oder die Handlung erfüllte nicht die Kriterien eines Straftatbestandes.
  • Es gab zwei Selbstanzeigen,
  • sieben Anzeigen durch die Missbrauchsbeauftragte,
  • weitere durch andere Personen.
  • Bei dreien ist nicht dokumentiert, wer die Anzeige erstattete.
  • Ein Verfahren ist noch anhängig,
  • neun Verfahren wurden eingestellt,
  • sechs rechtskräftig abgeschlossen,
  • und in einem Verfahren ist der Ausgang nicht dokumentiert.
  • Dabei wurden drei Freiheitsstrafen verhängt, eine Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe und ein Freispruch ausgesprochen.

Von den 75 Betroffenen waren

  • 49 Jungen und
  • 23 Mädchen,
  • bei drei Betroffenen fehlt die Geschlechtsangabe.
  • Was das Alter angeht, waren
  • 23 unter 13 Jahren und
  • 28 über 13 Jahre.
  • Bei 24 Betroffenen ist keine Altersangabe vermerkt.
  • Die Betroffenen waren Ministranten oder es bestand eine allgemeine seelsorgliche Beziehung.
  • So fanden Übergriffe bei privaten Treffen in der Wohnung des Pfarrers oder in Ferienlagern statt.
  • Was die Methode der Anbahnung angeht, so wurde sehr oft die Amtsautorität oder die persönliche Autorität oder eine persönliche Beziehung ausgenutzt. Es wurde auch durch Gewährung von Geschenken und Privilegien eine engere Beziehung angebahnt.

Präventionsmaßnahmen im Bistum
Prof. Stanke erläuterte sodann die bisherigen Präventionsmaßnahmen im Bistum und die Anerkennungszahlungen des Bistums an Betroffene. Es wurden

  • 5.107 Haupt- und Ehrenamtliche geschult sowie
  • 2.012 bei der Caritas.

Anerkennung des Leides
Als Anerkennung des Leides wurden 45.500 Euro bezahlt, zwischen jeweils 1.000 und 8.000 Euro. Für Therapiekosten hat das Bistum 5.744 Euro ausgegeben. Immer seien Hilfen angeboten worden, die manchmal nicht in Anspruch genommen wurden, so Stanke.

Neue Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda: Alexandra Kunkel
Der Ständige Vertreter wies darauf hin, dass das Bistum seine Verantwortung ernst nehme: „Es wurde nach der Veröffentlichung der Leitlinien zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eine Missbrauchsbeauftragte für das Bistum Fulda ernannt. Anne Schmitz war die Ansprechpartnerin für die Betroffenen und hat sich ihnen mit großer Empathie zugewandt, was immer wieder von Betroffenen bestätigt wurde.“ Neue Ansprechpartnerin ist seit Juni 2018 Alexandra Kunkel, die in ihrer Aufgabe als Missbrauchsbeauftragte für intensive Gespräche mit den Betroffenen zur Verfügung steht.

Seit 2002: Arbeitsstab sexueller Missbrauch
Es wurde bereits 2002 ein Arbeitsstab sexueller Missbrauch eingerichtet, dessen Vorsitz die Missbrauchsbeauftragte innehatte und dem ein Vertreter der Bistumsleitung, ein externer Psychologe, der Justitiar des Bistums, die Präventionsbeauftragte und eine Sozialpädagogin angehören. In diesem Gremium seien Fälle sexuellen Missbrauchs besprochen und entsprechende Maßnahmen eingefordert worden, betonte Stanke. Die Präventionsbeauftragte des Bistums, Birgit Schmidt-Hahnel, machte deutlich, dass für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Priester und Diakone sowie Ehrenamtliche verpflichtende Schulungen in der Prävention durchgeführt worden seien und auch weiterhin durchgeführt würden. In Pfarreien und Einrichtungen wird ein Schutzkonzept umgesetzt, für das eine Arbeitshilfe publiziert worden ist.

Priester-Ausbildung
Ein besonderes Augenmerk müsse auf der Ausbildung und der Personalführung der Priester liegen. Außerdem komme es auf die Schaffung einer „Kultur der Offenheit“ in den kirchlichen Handlungsfeldern an. Geschlossene Systeme und ein besonderes Machtgefälle begünstigten sexuellen Missbrauch. Es brauche neben der Offenheit auch Mechanismen der Kontrolle von Machtausübung. Personaldezernent Domkapitular Steinert stellte in dem Pressegespräch klar, dass der Schutz der Kinder in der Kirche an vorderster Stelle stehen müsse und dies nie abgeschlossen sei. Laut Steinert müsse man auch auf die Gemeinden schauen, in denen es in den letzten 20 Jahren Vorfälle gegeben habe. „Viele Betroffene äußern sich erst Jahre später, und gerade jetzt, wo die MHG-Studie veröffentlicht worden ist, wird bei vielen das Erlebte wieder hochkommen, und sie werden sich melden.” Zusätzlich zu den Anlaufstellen der Kirche müsse man auch über weitere externe Anlaufstellen für Betroffene nachdenken.

Hier finden Sie die Erklärung der deutschen Bischöfe zu den Ergebnissen der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda 27. September 2018:

Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs

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Seit 2002, dann besonders ab 2010 und jetzt wieder, spüre die Kirche, dass die tiefe Wunde des Missbrauchs nicht verheile. „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Das ist unsere bleibende Verpflichtung. Es ist noch immer erschütternd, was Kindern und Jugendlichen, die sich Priestern anvertraut haben, durch dieses unvorstellbare Leid widerfahren ist. In den Betroffenen schaut Gott uns an, er leidet wie die Opfer unter dem was Priester – Männer die Gott folgen wollten – Minderjährigen angetan haben. Gott leidet an dem, was wir übersehen, wo wir weggeschaut haben, was wir nicht wahrhaben wollten. Er schaut uns an in den Betroffenen, den Geschlagenen, den Verwundeten. Deshalb braucht es einen neuen Aufbruch in dieser Kirche, gegenüber den Betroffenen und Gott“, so Kardinal Marx.

Es braucht einen neuen Aufbruch in dieser Kirche
Die bereits in Teilen vorab veröffentlichte Studie der Deutschen Bischofskonferenz trage dazu bei, den Blick noch einmal zu schärfen. „Wir werden darüber in der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda sprechen und uns fragen, was daraus folgt“, sagte Kardinal Marx. Deshalb sei dieser Gottesdienst in Schönstatt in besonderer Weise unter das Erbarmen Gottes gestellt. „Dieses Erbarmen brauchen wir, um das Geschenk des Glaubens zu erneuern. Wir brauchen das Erbarmen auch für die Wahrheit dessen, was inmitten unserer Gemeinschaft geschieht – durch mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Sensibilität, durch das Fehlen von Liebe. Deshalb bittet die Kirche um das Erbarmen Gottes für die Kirche und alle Menschen“, so Kardinal Marx.

Welchen Auftrag hat Gott für uns?
In dem Gottesdienst erinnerte Kardinal Marx an den 50. Todestag des Gründers von Schönstatt, Pater Josef Kentenich. Der Geistliche sei wach für seine Zeit gewesen und habe Ausschau nach dem Neuen gehalten. „Das muss auch unser Auftrag heute sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Blick auf das Neue zu wagen.“ Schönstatt mit seiner Gnadenkapelle sei ein Ort, der inspiriere und ermutige, an dem man hören könne, was der Geist zu sagen habe. „Wir sind hineingenommen in die Gemeinschaft der Kirche, wie es Papst Franziskus betont, als ein Volk, als eine Gemeinde. Der Geist ist immer am Werk, wir müssen nur aufmerksam sein für ihn und hören auf das, was er uns in dieser Zeit sagt. Dazu brauchen wir Mut, neue Wege zu gehen“, so Kardinal Marx. „Was will Gott uns in dieser Zeit sagen, welchen Auftrag hat er für uns? Das können wir uns nicht ausdenken, sondern brauchen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, gerade um das zu erkennen, was passiert, auch das Negative. Wir dürfen nicht wegschauen“, rief Kardinal Marx den Gläubigen zu. Das gelte auch für die Verantwortlichen in der Kirche.

Was wir riskieren können
Aufbruch habe immer etwas mit Bruch zu tun, „es ist kein gemütliches Weitergehen, sondern die Frage nach dem, wie wir in der Kirche Neues denken können, ohne die Vergangenheit, die Tradition, den Weg der Kirche zu vergessen. Halten wir Ausschau nach dem, was jetzt dran ist, was wir tun können, was wir wagen dürfen, ja auch riskieren können“, so Kardinal Marx. Pater Kentenich habe so etwas riskiert im Leben. „Ich empfinde die Gnadenkapelle immer wieder als Quelle der Ermutigung und der Kraft. Der Schönstatt-Bewegung sage ich Dank für den Dienst des Gebetes, des Aufbruchs und der geistigen Erneuerung in der Kirche, die durch die Gründergestalt Pater Kentenichs ihren Weg genommen hat“, so Kardinal Marx.

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am 16. September 2018

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!

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In diesen Tagen verlassen weiterhin Boote die Küste Libyens, auf denen sich Menschen in Lebensgefahr begeben, um das Mittelmeer zu überqueren. Sie alle geraten in Seenot und es gibt kaum Hilfe mehr. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 1.500 Menschen dort ertrunken. Die Inititave "Seebrücke" hatte am 2. September zu einer Kundgebung in Kassel aufgerufen, auf der Dechant Harald Fischer sprach.

  • Hier seine Rede:

„Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht vergessen!“

Normalerweise, wenn ich eine Rede beginne, sage ich: „Liebe Schwestern und Brüder“!

Das ist hier unpassend, weil wir nicht in einer Kirche sind. Aber manchmal ist es notwendig, die Kirche zu verlassen und auf die Straße zu gehen. Jetzt sind solche Zeiten!

Ich beginne also: Liebe Freundinnen und Freunde von Geflüchteten, von Asylbewerbern, von Menschen, die in Not sind und die die Hilfe anderer brauchen, die unsere Hilfe brauchen!

Gestern, am 1. September haben wir den „Antikriegstag“ begangen, ein Gedenktag, der an die Zerstörungen durch den 2. Weltkrieges erinnert und mahnt. In diesem Jahr verbinden wir mit diesem Gedenken eine Reihe von „Runden Jahreszahlen“:

> 1918 - 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges,
> 1933 – 85 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers,
> 1938 – 80 Jahre nach der Reichspogromnacht,
> 1943 – 75 Jahre nach der Zerstörung Kassels. Am 22. Oktober 1943 fanden über 10.000 Menschen unserer Stadt den Tod.

Man sollte meinen, dass all diese Ereignisse uns Mahnung und Erinnerung genug sein sollten, nicht zu vergessen, wohin es führt, wenn wir die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens vergessen; wohin es führt, wenn der Respekt vor dem Anderen, wenn die Bereitschaft, auch Fremdes und Ungewohntes anzunehmen verschwindet, wenn die Menschenwürde und die Achtung voreinander keine Rolle mehr spielen.

Aber es ist notwendig, dass wir hier zusammen sind, um diese Werte in Erinnerung zu rufen, es ist notwendig, dass wir die eigentlichen Grundlagen des Abendlandes, des christlichen Abendlandes wieder einfordern.

Die Ereignisse der letzten Tage in Chemnitz haben uns das vor Augen geführt. Aber es geht nicht nur um das Erschrecken über Chemnitz.

Die Grundlagen des Zusammenhaltes unserer Gesellschaft geraten auch ins Rutschen, wenn europäische Regierungen Schiffen, die Schiffbrüchige gerettet haben, die Einfahrt in die Häfen verweigern. Und noch mehr: wenn Rettungsschiffe überhaupt gehindert werden, auszulaufen, um Menschen in Seenot zu retten. Hilfeleistung bewusst zu unterlassen obwohl sie möglich wäre oder sie gar aktiv zu behindern ist genauso ein Verbrechen, ist genauso Terror, wie eine Bombe auf eine belebte Straße zu legen. Die Kapitäne und die Besatzung der Hilfsschiffe sind keine Kriminellen; sie sind Helden!

Gut, dass wir Flüchtlinge in unserem Land aufgenommen haben.

Wie traurig wäre es, wenn wir nur als Hessen unter uns geblieben wären, oder wenn sich die Niedersachsen vor uns abschotten würden. Ich bin sehr gerne in Bayern, aber wenn es nur die bayrische Kultur gäbe, wäre das eine große Verarmung.

Die Menschen, die aus anderen Ländern hierhergekommen sind, sind eine Bereicherung für uns und unser Land! Sie helfen uns, unser Denken zu weiten, andere Blickwinkel, andere Traditionen, andere Denkwege kennen zu lernen. Sie sind keine Gefahr, sie sind eine Bereicherung!

Wer meint, wenn wir uns oder wenn wir Europa abschotten und alle Flüchtlinge an unseren Grenzen abweisen würden wäre irgendein Problem gelöst, das wir oder das die Länder haben, aus denen im Moment Menschen fliehen, der irrt.

Ja, wir haben Probleme mit Asylbewerbern: Manche missbrauchen die Gastfreundschaft; manche müssen sich noch eingewöhnen; manche verhalten sich ungebührlich.

Aber wir haben auch Probleme mit Deutschen: Manche missbrauchen die Freiheitsrechte, manche verhalten sich ungebührlich, bei manchen hat man den Eindruck, sie kennen noch nicht mal das Grundgesetz und sind noch weniger bereit, sich daran zu halten.

Bei den einen wie bei den anderen gilt es, den Ernstfall anzuschauen und zu ahnden. Gruppenverurteilungen sind nicht erlaubt. Ich weigere mich noch immer, zu fordern, dass alle Sachsen abgeschoben werden sollten, weil manche sich so ungehörig verhalten. Genauso können wir diese Forderung aber auch nicht gegen die Geflüchteten akzeptieren. Immer zählt der Einzelfall.

Und die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung weiß das auch. Ich habe vor kurzem in einer Kirchengemeinde vier Menschen vorgestellt, die in dieser Gemeinde im Kirchenasyl leben. Die Gemeinde wusste bis dahin nichts davon. Es waren etwa 300 Menschen in diesem Gottesdienst. Nach meiner Information gab es brausenden Beifall der Anwesenden.

Das ist die Situation der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland! Wir sind kein kleiner versprengter Rest, der verschämt die Wahrung der Menschenwürde erbittet. Wir sind die Mehrheitsgesellschaft!

Es kann sein, dass bei den Landtagswahlen in Hessen in einigen Wochen die AFD mit 10, vielleicht sogar mit 15% in den Landtag gewählt wird. Eine Schande wäre das. Aber dann würden immer noch 90 – 85% sagen: Wir brauchen euch nicht, ja, wir wollen euch nicht!

Ein Politiker hat vor einiger Zeit einen „Aufstand der Anständigen“ gefordert. Den sehe ich hier. Wir stehen für Deutschland, für die Mehrheit: klar, offen, selbstbewusst fordern wir ein, was selbstverständlich ist:

Die Würde des Menschen – nicht nur des deutschen – die Würde ist Menschen ist unantastbar!

Harald Fischer

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Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein

Anlässlich der Flüchtlingssituation im Mittelmeerraum erklärt der Ständige Rat auf seiner heutigen Sitzung am 26. Juni 2018 in Berlin:   

Politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt
„Mehr als 13.000 schutzsuchende Menschen sind seit Anfang 2015 im Mittelmeer ertrunken, mehr als tausend bereits in diesem Jahr. In den vergangenen Wochen und Tagen hat sich die ohnehin prekäre Situation weiter verschärft. Rettungsschiffen wird das Anlegen in europäischen Häfen verweigert. So sollen Bemühungen zur Seenotrettung entmutigt werden, und politische Interessen werden auf Kosten von Menschenleben verfolgt.  

Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein
Wir erinnern daran, dass die Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot im Völkerrecht verankert ist. Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Wer beide Wege blockiert, nimmt Leiden und Tod von Flüchtlingen sehenden Auges in Kauf. Dem Trend, so zu handeln, widersprechen wir als Kirche mit Nachdruck. Die grundlegenden Standards der Humanität dürfen niemals zur Disposition gestellt werden. Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein. 

Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je
Die dramatische Situation im Mittelmeer zeigt: Gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität sind notwendiger denn je. Die Staaten im Süden der Europäischen Union dürfen nicht alleingelassen werden. Anstelle nationalstaatlicher Egoismen braucht Europa eine faire Verantwortungsteilung, bei der jeder Staat seinen angemessenen Beitrag leistet.“ 

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Katholisches Jugendreferat Kassel
Die Freiheit 2
34117 Kassel
jugendreferat.kassel@bistum-fulda.de
Tel.: 0561-7004 153

Wir freuen uns auf Dich!

Papst Franziskus: Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren

Bild: fotolia.com

Von Beginn seines Pontifikats an hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Aufnahme und Unterstützung von Menschen auf der Flucht eingesetzt. In seiner Botschaft zum "Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018" fordert er sehr konkret, "die Sicherheit der Personen stets der Sicherheit des Landes voranzustellen".

Etwas weiter unten können Sie die Botschaft des Papstes als pdf herunterladen,
zur Verfügung gestellt von der Deutschen Bischofskonferenz.

Wir sehen in jedem Menschen Christus selbst
In seiner Predigt am Christkönigssonntag, 26. November, nimmt Dechant Harald Fischer das Tagesevangelium vom "ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" und Papst Franziskus' Botschaft zum Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2018 zum Anlass, sich mit dem radikalen Zentrum unseres christlichen Glaubens auseinanderzusetzen: die einfache, klare, konkrete Hinwendung zu den Armen, den Fremden, den Obdachlosen, den Kranken. In ihnen begegnen wir dem lebendigen Jesus Christus.

Die Bahnhofsmission sucht Helfer/innen für Kinder auf Bahnreisen

Foto: v.l. Irene Witzel und Iwan Schober dokumentieren
die Übergabe. (Foto: Karl Widdekind)

Kids on Tour ist ein Angebot der Bahnhofsmission für Kinder, deren Eltern an unterschiedlichen Orten leben. Mal sind es Alleinerziehende, die ihr Kind zum Vater, zur Mutter oder zu Oma und Opa verreisen lassen möchten, mal sind es beruflich fest gebundene Elternteile, die ihr Kind nicht selber auf der Reise begleiten können. Die Bahnhofsmission sorgt hier mit Kids on Tour für Entlastung, begleitet die Kinder auf der Reise und sichert deren Übergabe.

Wer kann am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission übernehmen?
Reisetage für ein Wochenende beim anderen Elternteil sind üblicherweise am Freitag und Sonntagnachmittag. Für die begleiteten Reiserouten von West nach Ost und Nord nach Süd bzw. umgekehrt reicht die bisherige Zahl der ehrenamtlich Mitarbeitenden in Kassel nicht mehr aus. "Daher suchen wir dringend freundliche, zuverlässige und engagiert Mitarbeitende für den Aufbau eines zweiten Teams für Kids on Tour“, sagt die Leiterin der Bahnhofsmission Karin Stürznickel-Holst: "Wir suchen Menschen, die bereit sind, am Freitag- und Sonntag-Nachmittag einen Dienst in der Bahnhofsmission zu übernehmen."

Gründliche Einarbeitung
Dafür erhalten neue Mitarbeitende eine gründliche Anleitung und Einarbeitung in dem sehr lebendigen Team mit großem Gestaltungsspielraum. Denn für alle Mitarbeitenden der Bahnhofsmission sind regelmäßige Teamsitzungen sowie externe und interne Fortbildungen zu psychosozialen und rechtlichen Fragen selbstverständlich.

Ansprechpartnerin:
Interessierte melden sich bei Karin Stürznickel-Holst oder Annette Blumöhr in der Bahnhofsmission Kassel, Willy Brandt Platz 1, 34131 Kassel gern auch via Mail: kassel@bahnhofsmission.de.

Hintergrund:
Die Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Sie helfen jedem, sofort, gratis und ohne Anmeldung oder Voraussetzungen – häufig zu Uhrzeiten, zu denen andere Hilfe nicht erreichbar ist. Das tun sie seit inzwischen weit über hundert Jahren und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland. Die Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Ihre Arbeit lebt von dem Engagement der festangestellten und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. In zunehmenden Maß sind die Bahnhofsmissionen auf Spenden angewiesen.

Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen

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Immer häufiger geraten ältere Menschen in die Schuldenfalle. Verändernde Lebens- und Einkommensverhältnisse, niedrige Renten, hohe Mieten und zusätzliche finanzielle Belastungen durch gesundheitliche Einschränkungen können Ursachen sein.

Der gewohnte Lebensstandard kann nicht aufrecht erhalten werden
Oft stellen Menschen erst mit Eintritt in die Rente fest, dass sie nicht in der Lage sind, ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu halten. Eine frühzeitige Beratung kann hier helfen. Obwohl zu den 10 % Erwachsene, die in Deutschland ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, viele ältere Menschen gehören, ist ihr Anteil in den Schuldnerberatungsstellen gering. Zum einen ist das Thema Finanzen, aufgrund von deren Sozialisation und Wertvorstellungen ein mit Scham besetztes Thema, zum anderen kann eine eingeschränkte Mobilität das Aufsuchen einer Beratungsstelle erschweren.

Das Einkommen halbiert sich mit dem Renteneintritt
In den nächsten Jahren wird sich aufgrund des demographischen Wandels und des sinkenden Rentenniveaus die Problematik noch verstärken. Im Jahr 2012 lag das Rentenniveau bei 49 % des letzten erzielten Erwerbsnettoeinkommens, das heißt, dass Einkommen hat sich mit dem Renteneintritt praktisch halbiert.

Kostenfreie Beratung
Viele Menschen suchen die Beratungsstelle erst dann auf, wenn die letzten Ersparnisse aufgebraucht und Miet- und Energiekosten nicht mehr gezahlt werden können. In dieser Situation ist kein großer Handlungsspielraum mehr gegeben. Damit es erst gar nicht so weit kommt und um auch Menschen Hilfe anbieten zu können, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, eine Beratungsstelle aufzusuchen, wird vom Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ein neues Beratungsangebot, die „Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen“ aufgebaut. Die Beratung ist kostenfrei.

Zusätzliche offene Sprechstunde
jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Für die mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen bietet der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ab dem 1. März eine zusäzliche offene Sprechstunde jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr an.

Bitte Termin vereinbaren
Interessierte, die mobilitätseingeschränkt sind, können einen Termin für einen Hausbesuch unter der Telefonnummer 0561-7004-216 verabreden.

Beratungsort und Ansprechpartnerin:
Die Beratungsstelle befindet sich im Caritasverband, Die Freiheit 2, 34117 Kassel.
Ansprechpartnerinnen sind Karin Stürznickel-Holst, Tel. 7004-221 und Birgit Branß Tel. 7004-216.

Werbung für einen Berufsweg in der Kirche

„Den Entscheidungen zum Priestertum, aber auch zur Ehe geht ein Ruf, eine Berufung voraus. Es ist eine Lebensentscheidung, die nicht einfach willkürlich getroffen werden sollte“, betont Seelsorgeamtsleiter Pfarrer Thomas Renze.

Vielfalt der kirchlichen Berufe
Deshalb wirbt das Bistum Fulda mit einem neuen Internetauftritt für die Berufe der Kirche und macht auf verschiedene Lebensformen wie beispielsweise Priester, Ordensmann und Ordensfrau oder die christliche Ehe aufmerksam. Die Berufe der Kirche seien keineswegs unattraktiv oder uninteressant, allerdings müsse in der Öffentlichkeit mehr auf ihre Vielfalt hingewiesen werden. „Manchmal bedarf es dieser Aufmerksamkeit, um das Interesse und den Ruf zu wecken. Viele engagieren sich im Umfeld ihrer Kirchengemeinde – daraus kann auch mehr erwachsen“, zeigt sich Pfarrer Renze überzeugt.

Lebensgeschichten
Die Homepage bietet auch die Möglichkeit, direkt mit Personen aus den verschiedenen Berufen und Lebensbereichen in Kontakt zu kommen. „Sicher ist es interessant zu erfahren, wie ein Priester seinen Weg gefunden hat“, so Uffelmann „Die Internetseite ist nicht starr; im Laufe der Zeit werden viele Dinge ergänzt, zum Beispiel Filmportraits der Berufe, oder es wird auf Veranstaltungen hingewiesen. Es lohnt sich also immer wieder auf, unserer Internetpräsenz vorbeizuschauen“, so der Referent weiter.

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