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3. Juli: Pfarrfest in Herz Mariä, Harleshausen

Zu ihrem diesjährigen Pfarrfest am Sonntag, den 3. Juli, lädt die katholische Kirchengemeinde Herz Mariä nach Harleshausen, in die Ahnatalstraße 31, herzlich ein.

Kinderprogramm mit Herrn Müller und seiner Gitarre:
Beginn ist um 10.00 Uhr mit einem Festgottesdienst. Anschließend gibt es ein buntes Kinderprogramm: Spiele, Basteltisch, Hüpfkissen, Schminken für Kinder und vieles mehr. Ab 12.30 Uhr kommt Herr Müller und seine Gitarre.

Abschied von Pfarrer Strenger
Um 15.00 Uhr findet die Verabschiedung von Pfarrer Peter Strenger in der Kirche statt.

Gutes Essen und Trinken
Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt (Frühschoppen mit Grillwurst, Mittagessen, Cafeteria). Ende des Pfarrfestes wird gegen 17.00 Uhr sein.

Sechsmal Sommerserenaden

An sechs Mittwochen im Juni und Juli bieten Studierende der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ Sommerserenaden-Konzerte in der Elisabethkirche an. Sie treten dabei jeweils in einen musikalischen Dialog mit der Bosch-Bornefeld-Orgel. Die Orgel tritt im Dialog mit den Werken der Instrumentalensembles oder als musikalischer Partner mit den Ensembles auf.

Interessantes Angebot am Ende des Geschäftstages
Beginn ist ab dem 1. Juni jeweils an sechs Mittwochen jeweils um 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Die Idee zu den "Sommerserenaden" hatte Regionalkantor Thomas Pieper: „Eine Kooperation zwischen der Elisabethkirche als der Kasseler Citykirche und der benachbarten Musikakademie bietet sich einfach an und bietet den Studierenden auch eine Möglichkeit des Sammelns von Auftrittserfahrungen.“ Außerdem will die Kirchengemeinde mit den 30 bis 45-minütigen Sommerkonzerten ein interessantes Angebot am Ende des Geschäftstages in der Innenstadt anbieten und somit einen beschwingten Einstieg in den lauen Sommerabend bieten.

  • Start der Konzertreihe:
    Mittwoch, 1. Juni, 19 Uhr - Cembaloklasse Prof. Gregor Hollmann:
    Zu hören sind Suitensätze aus Clavierwerken Johann Sebastian Bachs (1685 – 1750), Orgelwerke von Louis Marchand (1669 – 1732) und Kammermusik der Barockzeit.
     
  • Mittwoch, 8. Juni, 19 Uhr - Kammermusikklasse Klaus-Dieter Ammerbach und Thomas Pieper an der Orgel:
    Ein Dialogkonzert für Holzbläser und Orgel mit Werken von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) und Jacques Ibert (1890 – 1962).
     
  • Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr - Cello-Ensemble der Klassen Johannes Weber und Emanuel Wehse mit Thomas Pieper an der Orgel:
    Werke von David Popper (1843 – 1913), Max Bruch (1838 – 1920) und Edward Elgar (1857 – 1934).
     
  • Mittwoch, 22. Juni, 19 Uhr - Orgelklasse Reinhard Ardelt:
    Werke von Heinrich Scheidemann (1596 – 1663), Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847).
     
  • Mittwoch, 29. Juni, 19 Uhr - Studierende der Flötenklasse Jens Josef mit Thomas Pieper (Orgel):
    Werke von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), Eugène Bozza (1905 – 1991) und Jacques Castérède (1926 – 2014).
     
  • Abschluss der Konzertreihe:
    Mittwoch, 6. Juli, 19 Uhr - Gitarrenensemble der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ unter der Leitung von Michael Tröster. An der Orgel ist wieder Regionalkantor Thomas Pieper:
    Musik von Paolo Bellinato (*1950), Máximo Diego Pujol (*1957) und Manuel de Falla (1876 – 1946).

Katholische Stadtkonferenz hat neuen Vorstand

Foto: Marieluise Labrie, Krankenhausdirektorin des Elisabeth-Krankenhauses,
ist neue Vorstandsvorsitzende der Katholischen Stadtkonferenz Kassel
(Foto: Elisabeth-Krankenhaus gemeinnützige GmbH Kassel)

 

Die Katholische Stadtkonferenz Kassel hat Marieluise Labrie, Krankenhausdirektorin des Elisabeth-Krankenhauses am Weinberg, mit großer Mehrheit zur neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Die Konferenz gab sich Ende des letzten Jahres eine neue Geschäftsordnung, nach der jetzt die Vorstandswahl stattfand. Neben Marieluise Labrie sind Dechant Harald Fischer als „geborenes Mitglied“, Stephan Wittich, Leiter der Familienbildungsstätte, Marita Gill vom Leiterinnenkreis der katholischen Kindertagesstätten und die Sprecherin des Pfarrgemeinderates von Herz Mariä, Verena Hermsdorff, die neuen Vorstandsmitglieder.

Sich öffentlich einmischen
Mit der neuen Geschäftsordnung und dem neuen Vorstand stellt sich das über 50 Jahre alte Gremium neu auf. Die Katholische Stadtkonferenz fördert die Vernetzung und den Gesprächsaustausch der katholischen Pfarreien, Einrichtungen, Verbände und Gemeinschaften. Sie ermöglicht den Katholikinnen und Katholiken in Kassel, sich bei gesellschaftlichen Fragen öffentlich einzumischen und Stellung zu beziehen.

Viele Herausforderungen zu meistern
„Auch die katholischen Verbände und Einrichtungen sind jetzt in der Stadtkonferenz vertreten. Das stärkt die Stimmen der Laien. Ihr Zusammenwirken mit dem Klerus ist heute wichtiger denn je“, freut sich Marieluise Labrie auf ihre neue Aufgabe. Für ein solches Zusammenwirken bietet ihrer Ansicht nach die Stadtkonferenz ein zukunftsträchtiges Forum: „Ich wünsche mir, dass wir eine lebendige, diskussionsfreudige Runde werden, deren Mitglieder Impulse in ihre unterschiedlichen Arbeitsfelder mitnehmen. Denn wir haben viele Herausforderungen zu meistern.“ Diese reichen von starken Veränderungen bei den Pfarreien über eine neue Präsenz der Kirche für alle Menschen in der Stadt (Citypastoral) bis zu den zentralen Fragen, die die ganze Stadt umtreibt: beispielsweise die Integration der Geflüchteten in die Stadtgesellschaft.

Neu belebte Stadtkonferenz
Die etwa 50 Mitglieder der Katholischen Stadtkonferenz Kassel sind Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrgemeinderäte und der Verwaltungsräte, die Gemeindepfarrer, die Vorsitzenden der katholischen Verbände, Gemeinschaften und Einrichtungen. Sie können einzelne Personen, „die den Auftrag der Konferenz in besonderer Weise mittragen wollen, beratend hinzuberufen.“ Das Gremien tagt mindestens zweimal im Jahr. Dechant Harald Fischer: „Ich bin sehr froh, dass wir die Stadtkonferenz neu belebt haben. Alle – ob wir Pfarrer, Räte, Verbandsvorsitzende oder Mitglieder sind – tragen Verantwortung für das katholische Engagement in dieser Stadt. Und wer Verantwortung hat, braucht eine öffentliche Stimme. Das wird die Stadtkonferenz sein.“

Besinnungstag für Besuchsdienste

Der Besinnungstag für Besuchsdienste in den Dekanaten Kassel-Hofgeismar und Fritzlar ist ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für den ehrenamtlichen Dienst in den Besuchsdiensten der Kirchengemeinden, Altenheime und Krankenhäuser. Er steht unter dem Thema:

„Mit deinem Erbarmen komme uns eilends entgegen“ (Psalm 79,8)
Biblische Impulse zum Jahr der Barmherzigkeit

Beim gemeinsamen Frühstück, Vortrag, in Kleingruppen und in der abschließenden Wortgottesfeier werden Erfahrungen ausgetauscht und Gemeinschaft erlebt.

Samstag, 25.06.2016
9.00 bis 13.00 Uhr
Regionalhaus Adolph Kolping
Die Freiheit 2, 34117 Kassel

Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich:
Informationen und Anmeldung (siehe pdf weiter unten) bis 17.06.2016 bei:
Sebastian Wolf, Caritasverband Nordhessen-Kassel
Die Freiheit 2, 34117 Kassel, Tel: 0561/7004-222
E-Mail: sebastian.wolf@caritas-kassel.de

Veranstalter: Caritasverband Nordhessen-Kassel und Bildungsforum St. Michael

Architekt Kurt Bieling mit Sturmiusmedaille ausgezeichnet

Foto: Kurt Bieling und seine Ehefrau Barbara
mit Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke
(v.l.n.r. - Foto: Bistum Fulda)

Architekt Dipl.-Ing. Kurt Bieling wurde von Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke die Sturmiusmedaille des Bistums Fulda überreicht. Die Ehrung erfolgte in der Filialkirche „Unbefleckte Empfängnis Mariae“ in Sargenzell. Bieling erhält diese hohe Auszeichnung der Diözese für seinen langjährigen, besonders engagierten Einsatz bei Bau- und Kunstprojekten zahlreicher Kirchengemeinden und des Bistums anlässlich seiner Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen.

Architektenfamilie Bieling
Schon sein Vater Josef Bieling hat in den 50er- bis 70er-Jahren einige Dutzend Kirchen- und Gemeindebauten zwischen Bad Hersfeld und Bad Karlshafen geplant und gebaut. 1981 übernahm Kurt Bieling das Büro, das er später zusammen mit seinem Bruder Thomas führte. Seitdem wurden rund 200 Neubau- und Renovierungsprojekte unter seiner Verantwortung für Kirchengemeinden, Bistum, Caritas, katholische Träger wie das Gymnasium Engelsburg oder die Vinzentinerinnen mit ihrem Marienkrankenhaus in Kassel durchgeführt. Drei Kirchen wurden von ihm neu geplant und gebaut: die Marienkirche in Sargenzell, die Erlöserkirche in Baunatal und die Isidorkirche in Wiesen.

Architektur und Kunst
„In Architektur und Ausstattung gehen sie über den Standard unserer Bauten deutlich hinaus, nicht zuletzt durch die konstruktive Zusammenarbeit mit Bildhauern und Glaskünstlern, in Sargenzell, geweiht 1984, mit Karl Prantl und Herbert Bessel , in Baunatal, geweiht 1985, mit den Gebrüdern Winkelmann und Alois Plum, in Wiesen, geweiht 1989, mit Leopold Hafner und Johannes Schreiter“, betont Diözesanbaumeister Dr. Burghard Preusler.

Über 20 Jahre
Für das Bistum hat Bieling über mehr als 20 Jahre insbesondere den Bauunterhalt sowie ergänzende Neubauten der Schulen in Fritzlar und Amöneburg gesteuert. An letzterem Standort begann die Zusammenarbeit mit einem Wettbewerbserfolg für den Bau der Sporthalle, in Fritzlar ist die Umnutzung der sogenannten Alten Mühle für Schulzwecke mit dem Denkmalpreis des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Das vielfältige Engagement von Bauherren, Fachingenieuren, Handwerkern und Künstlern in einem Bauwerk zum Klingen zu bringen bedarf großen Gestaltungswillens und feines Fingerspitzengefühls.

In Sankt Familia
Kurt Bieling ist seit vielen Jahren in der Gemeinde Sankt Familia in Kassel engagiert und dort derzeitiger stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates. Dort übernimmt er in vorbildlicher Weise vielfältigste verwaltungsmäßige Aufgaben. Zuletzt hat er sich bei der Diskussion der Gemeinde in den Jahren 2013 – 2015 über die erneute Vervollständigung des Glockengeläutes, das im 2. Weltkrieg teilweise eingeschmolzen wurde, sehr eingebracht und mit dazu beigetragen, dass das Geläut erneuert werden konnte.

Anne Gathmann in Sankt Elisabeth 2017

Foto: Marcus C. Leitschuh

„Anne Gathmann schafft Kunstwerke mit klaren Formen und einfachen Materialien. Ihre Objekte bewirken nicht nur für sich selbst Aufmerksamkeit, sondern aktivieren in außergewöhnlicher Weise die Wahrnehmung für den Raum, in dem sie installiert sind.“, erläutert Dr. Burghard Preusler, Diözesanbaumeister und -konservator des Bistums Fulda, die Entscheidung für die Berliner Künstlerin.

Anne Gathmann freut sich sehr darauf, ihre Idee für die Elisabethkirche verwirklichen zu können: „An einem geistigen, meditativen Ort meine Arbeit zu entwickeln reizt mich sehr. Besonders fasziniert mich die charakteristische Architektur des Kirchenraums. Sie fordert mich heraus, die Vielfalt der wahrgenommenen Aspekte und Assoziationen in einer konzentrierten Figur zu fassen.“

Wanderung mit biblischen Impulsen auf dem Point-Alpha-Weg durch die Rhön

Von DavidG - Eigenes Werk, CC0

Die Katholischen Pfarrgemeinden St. Theresia vom Kinde Jesu und Herz Jesu laden zu einer Wanderung mit biblischen Impulsen (ca. 15 km) auf dem Point-Alpha-Weg durch die Rhön am Samstag, dem 25. Juni 2016 ein.

Herrliche Blicke
Von Kassel-Niederzwehren aus fahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in die thüringische Stadt Geisa. Dort beginnt und endet die Wanderung mit biblischen Impulsen. Der Wanderweg bietet einen herrlichen Blick ins Ulstertal und verläuft ein Stück entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Besondere Sehenswürdigkeiten auf dem Wanderweg sind das "Kreuz der Geiserämter", der Skulpturenweg "Weg der Hoffnung", das Haus auf der Grenze und die Grenzbegegnungsstätte Point Alpha.

Ameldung erforderlich
Eine Anmeldung zur Wanderung ist erforderlich. Wer an der Wanderung teilnehmen möchte, der möge sich bitte bis zum 15. Juni im Pfarrbüro Herz-Jesu oder im Pfarrbüro St. Theresia anmelden. Infoflyer mit Anmeldungen liegen in der Herz-Jesu Kirche (Brüder-Grimm-Str. 121-123, 34134 Kassel) und in der Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu (Heinrich-Schütz-Allee 285, 34134 Kassel) aus. Nähere Informationen bei Gemeindereferent Timo Sachs Tel.: 0561-4009427

Pilgerreise nach Polen

Panorama-Blick auf Częstochowa / Tschenstochau
Foto: Pudelek (Marcin Szala) - Eigenes Werk (own work by uploader), GFDL

 

Der Pastoralverbund „Wolfhager Land“ bietet vom 13. bis 18. September 2016 eine Pilgerreise nach Polen an.

Kulturell und geschichtlich bedeutende Orte
Die Reisegruppe steuert die Ziele Breslau, Tschenstochau und Krakau an. Kulturell und geschichtlich bedeutende Orte erwarten die Mitreisenden. Europäische Geschichte ist hier zum Greifen nah. Ein Höhepunkt der Fahrt wird der größte polnische Marienwallfahrtsort Tschenstochau sein. Neben der Besichtigung künstlerisch reich ausgestatteter Kirchen und malerischer Altstädten wird es auch Zeit und Ort für Nachdenkliches geben. Eine Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz und eine Führung durch das Stammlager mit der Todeszelle des Hl. Pater Maximilian Kolbe erinnert an das dunkelste Kapitel deutsch-polnischer Vergangenheit.

Anmeldung:
bis 30. Juni 2016

Preis:
570,- Euro (ohne Einzelzimmerzuschlag, Reiserücktrittsversicherung, Auslandskrankenversicherung und Getränke beim Abendessen)

Weitere Auskünfte und Kontakt:
Pastoralverbund „Wolfhager Land“
Pfarrei St. Crescentius in Naumburg
Kirchstr. 22
34311 Naumburg
Tel. 05625 340
E-Mail: sankt-crescentius-naumburg@pfarrei.bistum-fulda.de

Genaue Reisedaten, Tagesprogramme und Anmeldeformular finden Sie in der hier bereitgestellten pdf:

Vorgestellt: Strategische Ziele zur Ausrichtung der Pastoral im Bistum Fulda

Das Bistum Fulda steht wie die anderen Diözesen in Deutschland vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen mitten in einem Prozess des Umbaus und der Neuausrichtung. Im Rahmen des seit 2002 laufenden Pastoralen Prozesses im Bistum Fulda und dem Projekt „Bistum Fulda 2030“ stellte Bischof Heinz Josef Algermissen am Montag vor Pressevertretern den Textentwurf der in den vergangenen zwei Jahren erarbeiteten „Strategischen Ziele zur Ausrichtung der Pastoral im Bistum Fulda“ vor.

Grundlage aller Überlegungen
„Der Aufbruch beginnt bereits mit dem Betreten des richtigen Weges“, stellte der Oberhirte heraus. Er verwies auf den Bezugspunkt des gemeinsamen zukünftigen Weges der Kirche von Fulda: „Die Grundlage all unserer Überlegungen ist die Erlösung der Menschen durch Jesus Christus, durch sein Leben, Sterben und seine alles verändernde Auferstehung.“ Diese Grundlage dürfe man nicht aus den Augen verlieren. „Der Abschied von der additiven Pastoral muss einhergehen mit einer neuen Sichtweise und Organisationsform seelsorglicher Arbeit.“ Eine solche neue Form könne dann gewährleisten, dass die Kirche auch in Zukunft in der deutschen Gesellschaft wirksam präsent sei – „vermutlich nicht mehr in einer flächendeckenden Omnipräsenz, wohl aber mit einem wahrnehmbaren geistlich profilierten Angebot, das wie Leuchttürme in Meeresnähe für die Menschen in unserem Bistum sichtbar ist.“

Gründliche Beratung hat Vorrang
Die Strategischen Ziele, die mit Zusatzinformationen auch im Internet unter www.2030.bistum-fulda.de abgerufen werden können, sollen in den nächsten Wochen und Monaten bistumsweit diskutiert werden. Dazu sind auch vier regionale Konsultationsveranstaltungen vorgesehen: am 30. April in der Stiftsschule Amöneburg, am 7. Mai in der Kopernikusschule in Somborn, am 21. Mai in der Engelsburg in Kassel und am 11. Juni im Marianum Fulda. Unter Berücksichtigung der Rückmeldungen beabsichtigt Bischof Algermissen dann, die Strategischen Ziele bis zum Jahresende verbindlich in Kraft zu setzen. Gründliche Beratung sei hier allerdings vorrangig vor zeitlichen Vorgaben, so der Bischof, und alle Gemeinden und Einrichtungen müssten sich an dem Prozess beteiligen. In den Strategischen Zielen geht es unter anderem um eine Neuaufstellung in der Seelsorge, bei der neben der Bildung von größeren Pfarreien zugleich der Aufbau eines Netzwerkes aus verschiedenen „Pastoralen Orten“ in den Pfarreien in den Blick gerückt wird, aber auch um die Frage, wie die das Bistum Fulda bis 2030 mit zurückgehenden Finanzmitteln umgehen kann.

Mehr Zeit, mehr Begabungen, mehr Verantwortung
„Wir werden künftig mehr Zeit für suchende Menschen in Bereichen aufwenden, wo wir bislang nicht so präsent sind“, betonte Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke. Auch Ehrenamtliche sollen verstärkt für die Verkündigung der christlichen Botschaft gewonnen werden. Es sei eine Chance, wenn in den künftigen größeren Gemeinden eine Vielzahl von Begabungen in der Leitungsebene zum Tragen komme und nicht mehr nur alles auf den Schultern eines Pfarrers ruhe. Personaldezernent Domkapitular Christof Steinert erläuterte, dass in den neu zusammengefassten Pfarreien beispielsweise hauptamtliche Laien als Verwaltungsleiter die Priester entlasten sollten, damit diese mehr Zeit für die Feier der Eucharistie und die Seelsorge hätten. Seelsorgeamtsleiter Ordinariatsrat Peter Göb unterstrich, dass künftig qualifizierte Männer und Frauen an den Pastoralen Orten in verantwortlicher Weise für die Kirche wirken sollten. Dabei gelte es, die Menschen vor Ort mit ihren Bedürfnissen im Blick zu haben.

Schwester Pia gestorben

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;
ich habe dich bei deinem Namen gerufen;
du bist mein! (Jes. 43,1)

Seit 1938 bei den Barmherzigen Schwestern
Schwester Pia - Elisabeth Maria Korn, geboren am 8. Dezember 1918 wuchs auf dem landwirtschaftlichen Hof ihrer Eltern mit neun Geschwistern auf. Sie trat 1938 in die Gemeinschaft der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, Mutterhaus Fulda ein.

Profess
Ihre Erste Profess legte sie am 7. Mai 1941 und ihre Profess auf Lebenszeit im Jahre 1947 ab und konnte somit 2016 auf ihr 75-jähriges Professjubiläum zurückblicken.

In Kassel
Nach dem Noviziat kam Sr. Pia in den Verwaltungsbereich des Marienkrankenhauses in Kassel. Nach ihrer Ausbildung zur Heimerzieherin wurde sie 1950 im St. Vinzenzhaus in Kassel als Erzieherin eingesetzt. Hier bekam sie von 1962 bis 1989 die Leitung des Kindergartens übertragen. Gleichzeitig übertrug man ihr das Amt der Oberin für den dortigen Konvent.

Eine frohe Zeit
Lebensfroh und überzeugend lebte Sr. Pia ihre vinzentinische Berufung. Durch ihre liebevolle, bescheidene, umsichtige und kluge Art beschenkte sie die ihr anvertrauten Kinder und viele Menschen, die sie besuchten, mit Freude und Hoffnung. So schrieb ein ehemaliges Kindergartenkind: „Wer zu Sr. Pia kam, durfte mit einer frohen Zeit rechnen“.

Glaubenstreue
"Im Mai 2004 zog sie in das Theresienheim um, wo sie ihren wohlverdienten Ruhestand verbrachte. Ihre Mitschwestern und alle, die mit ihr verbunden waren, spürten ihre lebendige Christusbeziehung und nahmen bis in die letzten Lebenstage ihre dankbare Zufriedenheit und wohlwollende Ausstrahlung wahr. Wir danken unserer Sr. Pia für ihre tiefe Glaubenstreue und für ihr ermutigendes Lebenszeugnis und empfehlen sie der Liebe Gottes." schreibt ihre Gemeinschaft.

Requiem und Beerdigung
Das Requiem findet am Mittwoch, 1. Juni 2016, um 12:30 Uhr in der Kapelle des Mutterhauses in Fulda, Kanalstraße 22, statt. Anschließend ist um 14 Uhr die Beerdigung auf dem Zentralfriedhof in Fulda, Künzeller Straße 106.

17. Mai: Stolpersteine für zwei Patres in Bettenhausen

Bild: http://stolpersteine.jimdo.com/

Stolpersteine – aus diesem Ärgernis hat der Künstler Gunter Demig ein europaweit beachtetes „KunstDenkmal“ gemacht. Seine Stolpersteine bringen Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes in Erinnerung und rufen auf zu Toleranz und Dialog mit Minderheiten. Am 17. Mai verlegt Demig weitere 25 Stolpersteine in Kassel, darunter für zwei Priester: Pallotinerbruder Johann Albert Kremer und Salesianerpater Karl Schmidt.

Anerkennung für Widerstand
Für Dechant Harald Fischer ist die Verlegung der Stolpersteine an der Leipziger Str. 145 bei der Kirche St. Kunigundis eine Anerkennung der persönlichen Widerstandskraft der beiden Kirchenleute und eine Aufforderung zugleich: „Viel zu wenig Deutsche, auch viel zu wenig Katholiken haben den Nazis Widerstand entgegengesetzt, im Gegenteil. Um so berührender ist es, durch die Stolpersteine von Menschen wie den Ordensmännern Johann Albert Kremer und Karl Schmidt zu hören, die alles riskiert haben, indem sie sich dem Regime der Unmenschlichkeit nicht beugten. Diese Widerstandskraft gegen Unmenschlichkeit haben wir auch heute dringend nötig.“

Pallotinerbruder Johann Albert Kremer
Im Sommer 1941 wurde Pallotinerbruder Johann Albert Kremer von der Frankfurter Gestapo zum ersten Mal verhaftet. Man wollte ihn und anderen seiner Ordensbrüder zu Aussagen zwingen, die den Orden belasten konnten. Er wurde in die Junkers-Flugmotorenwerke in Bettenhausen dienstverpflichtet. Am 30. Juni 1944 verhaftete man Johann Albert Kremer erneut. "Eine Angestellte der Junkers-Werke, die er einmal wegen ihrer Grobheit gegen ausländische Arbeiter zurechtgewiesen hatte, verfolgte ihn seitdem argwöhnisch und hat ihn schließlich wegen 'zersetzender' Äußerungen angezeigt. [...] Freislers Mordgericht verurteilte ihn am 4. Oktober 1944 'wegen Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung' zum Tode durch das Fallbeil." (Aus den biografischen Informationen der Stolpersteine in Kassel e.V.)

Salesianerpater Karl Schmidt
1938 kam er im Auftrag seines Ordens in die Gemeinde St. Kunigundis in Bettenhausen, wo er mit der Leitung beauftragt war. Schon 1939 verhaftete ihn die Gestapo. Die Gründe seiner Verhaftung, "der offenbar eine Denunziation zugrunde lag, lassen sich aus den Quellen nicht erschließen." Nach einer fünfmonatigen Polizeihaft in Kassel war er mehrere Monate im KZ Sachsenhausen, "eine Zeit, die Karl Schmidt selbst als die traurigste in seinem KZ-Leben bezeichnete. Sein mutiges Eintreten für die Lagergemeinschaft führte zur Strafe von 25 Stockhieben und der Einweisung in die Strafkompanie. [...] Karl Schmidt überlebte diese extremen physischen und psychischen Belastungen." 1940 kam er in das KZ Dachau, wo die Geistlichen in einigen Blocks zusammengelegt waren. "Karl Schmidt nahm sein Schicksal als Wille Gottes an. Von der Amtskirche, die keinen grundsätzlichen Protest gegen das NS-Regime formulierte, und der katholischen Öffentlichkeit fühlte er sich aber weitgehend allein gelassen, vergessen und unverstanden." Am 10. April 1945 kam er in Freiheit und arbeitete bis zu seinem Tod 1968 als Lehrer an Berufsschulen in München. Sein Mitbruder Johannes Wielgoß hat sich ausführlich mit Schmidts Haftleben befasst und einen Aufsatz dazu geschrieben, auf den der Verein Stolpersteine seine Recherchen stützte.

Die Stolperstein-Verlegung am 17. Mai, 14:30 Uhr, Leipziger Str. 145
In einer feierlichen Zeremonie verlegt der Künstler Gunter Demig die Stolpersteine für Johann Albert Kremer und Karl Schmidt an der Leipziger Straße um 14:30 Uhr. Für Franz Höfer, den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats von St. Kunigundis, ist das ein wichtiger Tag im Gemeindeleben: „Wir sind froh, dass wir solche Vorbilder haben und dass sie durch die Stolpersteine neu in unser Bewusstsein geraten. Alle sind eingeladen, an der Verlegung teilzunehmen, die wir von Seiten unserer Gemeinde mit Musik und Gebet begleiten werden.“

25 neue Stolpersteine für Kassel
Die Verlegung der Stolpersteine nahe St. Kunigundis bildet den Schlusspunkt des Stolperstein-Tages in Kassel. Er beginnt um 9 Uhr in der Breitscheidstraße.

Caritas bietet rückzahlbaren Zuschuss für Kühlgerätetausch

Im Rahmen des Stromspar-Checks besteht nun die Möglichkeit, beim Caritasverband Nordhessen-Kassel einen „rückzahlbaren Zuschuss“ für den Kühlgerätetausch zu beantragen. Wenn die Stromsparhelfer vom "Stromspar-Check" feststellen, dass das alte Kühlgerät ein Stromfresser ist, können sie einen Gutschein für den Kühlgerätetausch ausstellen.

150-Euro-Gutschein
„Pro Jahr werden mit einem sparsamen Neugerät bis zu 100 Euro an Stromkosten eingespart, dies unterstützen wir mit einem 150-Euro-Gutschein für die höheren Anschaffungskosten“, erklärt Uwe Erbroth vom Stromspar-Check. „Wer keine Rücklagen hat, kann sich trotzdem diese Investition nicht leisten“, berichtet Sebastian Wolf, Sozialarbeiter im Caritasverband von vielen Beratungsgesprächen. Daher freut er sich, mit dem „rückzahlbaren Zuschuss“ Hilfe anzubieten.

Rückzahlung in kleinen Raten
Dieser Zuschuss wird ähnlich wie ein Mikrokredit in kleinen Raten zurückgezahlt. Dadurch ist die Neuanschaffung für viele erst möglich. Die Städtischen Werke Kassel haben dafür eine Startsumme von 3.000,- Euro zur Verfügung gestellt.

Voraussetzung Stromspar-Check
Voraussetzung ist, dass zunächst ein Stromspar-Check durchgeführt wird, bei dem die Stromsparhelfer Tipps geben und kostenfrei Energiesparprodukte einbauen. „In fast jedem Haushalt lassen sich an vielen Stellen Einsparungen erzielen, die sich bei der nächsten Jahresabrechnung erfreulich bemerkbar machen“, wirbt Erbroth für die Entlastung von Geldbeutel und Umwelt. An diesen Stromspar-Check kann sich dann der Kühlgerätetausch anschließen, der weitere Einsparungen ermöglicht.

Städtische Werke unterstützen mit
„Die Möglichkeit, Energie zu sparen, darf nicht vom Einkommen abhängig sein“, ist Stefan Welsch, Vorstand der Städtischen Werke, überzeugt. „Deshalb unterstützen wir seit Jahren den Stromspar-Check und freuen uns, durch den rückzahlbaren Vorschuss künftig einen weiteren Beitrag leisten zu können.“

Kooperationspartner im Stromspar-Check
Bundesweit gibt es rund 170 Standorte des Stromspar-Checks, die von Caritas und Energieagenturen geleitet werden. Der Caritasverband Nordhessen-Kassel ist gemeinsam mit der ENERGIE 2000, dem Landkreis und der Stadt Kassel, dem BUND und den Städtischen Werken Kooperationspartner im Stromspar-Check. Insgesamt wurden in den vergangenen 6 Jahren bereits über 1000 Checks durchgeführt, die zu einer jährlichen Einsparung von ca. 50 Tonnen CO2 führen. Haushalte mit geringen Einkommen können kostenfrei dieses Angebot wahrnehmen und somit zur Erreichung der weltweiten Klimaziele beitragen.

Kontakt Caritasverband Nordhessen-Kassel
Caritasverband Nordhessen-Kassel
Allgemeine Sozialberatung
Die Freiheit 2
34117 Kassel
Tel: 0561 / 7004 222
Fax: 0561 / 7004 250
E-Mail: sebastian.wolf@caritas-kassel.de
Web: www.caritas-kassel.de

Standort Kassel:
Stromspar-Check
c/o Umwelthaus
Wilhelmstr. 2
34117 Kassel
Tel: 0561/7399928
E-Mail: info@stromsparcheck-kassel.de
Web: http://umwelthaus-kassel.de/stromsparcheck-kassel/

Mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen

(Bild: fotolia.com)

Für die mobile Schuldner- und Budgetberatung für ältere Menschen bietet der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ab dem 1. März eine zusätzliche Sprechstunde jeweils mittwochs von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr an.

Bitte Termin vereinbaren
Interessierte, die mobilitätseingeschränkt sind, können einen Termin für einen Hausbesuch unter der Telefonnummer 0561-7004-216 verabreden.

Zunehmend ältere Menschen mit finanziellen Problemen
Hintergrund des Projektes ist die Wahrnehmung der Sozialarbeiter-/innen des Caritasverbandes, dass zunehmend ältere Menschen von akuten finanziellen Problemen betroffen sind bzw. drohen in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.
Ursächlich sind sich verändernde Lebens- und Einkommensverhältnisse, geringe Rentenanwartschaften und zusätzliche finanzielle Belastungen durch gesundheitliche Einschränkungen.
Oft stellen Menschen erst mit Eintritt in die Rente fest, dass sie nicht in der Lage sind, ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu halten. Viele Menschen suchen die Beratungsstelle erst dann auf, wenn die letzten Ersparnisse aufgebraucht sind und Miet- und Energiekosten nicht mehr gezahlt werden können. In dieser Situation ist kein großer Handlungsspielraum mehr gegeben.

Beratung am besten vor Eintritt der Rente
Das Projekt „Mobile Schuldner – und Budgetberatung für ältere Menschen“ wurde entwickelt, um Menschen schon vor dem Eintritt in die Rente zu beraten um ein würdiges Leben im Alter zu ermöglichen und einen Beitrag zur Schuldenprävention zu leisten.
In den nächsten Jahren wird sich aufgrund des demographischen Wandels und des sinkenden Rentenniveaus die Problematik noch verstärken. Im Jahr 2015 lag das Rentenniveau bei 47,5 % des letzten erzielten Erwerbsnettoeinkommens, das heißt, dass Einkommen hat sich mit dem Renteneintritt fast halbiert.
Es ist deshalb dringend erforderlich, bereits im Vorfeld eine Budgetplanung aufzustellen, die es noch möglich macht, auf die veränderte Einkommenssituation zu reagieren, z.B. durch einen Umzug oder die rechtzeitige Kündigung von Versicherungen. Außerdem sollte geprüft werden, ob ergänzende Leistungen in Anspruch genommen werden können.

Jahresprogramm 2016 der Familienbildungsstätte

In der Katholischen Familienbildungsstätte Kassel werden Kurse in den fünf Fachbereichen angeboten. Sie stehen allen Menschen offen – unabhängig von Religion oder ethischer Anschauung..

"Gemeinsam wachsen" für Eltern mit ihren Kindern
Der erste Bereich "gemeinsam wachsen" umfasst knapp ein Drittel des Jahresprogrammes und richtet sich an Eltern mit ihren Kindern und Kinder allein. Neben den bereits bewährten Kursen wie Fitness für Mami und Baby, Eltern-Baby-Gruppen und Babymassage, Spielkreisen, Musik für kleine Leute und Kinder in Bewegung gibt es in diesem Jahr erstmals ein spezielles Angebot für Eltern mit mehreren Kindern:

Geschwister-Spielkreis
Der Geschwister-Spielkreis am Dienstagnachmittag um 15:30 Uhr. Kinder zwischen 6 und 16 Jahren finden eine große Auswahl an Bastel- und Werkangeboten über das Jahr verteilt. Auch in den Ferien können sich Schulkinder mit Kochspaß für Kinder, der stets gut besuchten Holzwerkstatt in Kooperation mit den Jungen Alten und in den Sommerferien auch in der Experimentierwoche für junge Forschende die Zeit vertreiben. Neu sind auch religionspädagogische Angebote vor den beiden kirchlichen Hochfesten Ostern und Weihnachten. Eltern-Kind-Nähkurse und eine ganze Reihe von Vorträgen zu Erziehungsfragen und -antworten runden das Angebot ab.

"Gemeinsam leben": Themenabende
Unter dem Titel gemeinsam leben finden sich informative und interessante Themenabende – sowohl zu religiösen, pflegerischen und literarischen Themen wie auch ganz praktisch unter dem Motto Die Welt der Baumwolle & Co. oder eine Reise durch die Kunstgeschichte. Meditatives findet sich neben dem Flötenspielkreis und Angeboten aus dem Bereich Technik. Verschiedene Führungen und Fahrten, wunderschöne Multimediavorträge über Reisen nach Indien und ins Naturwunder Pantanal sowie eine Wanderung in der Rhön schließen sich an.

"Gemeinsam bewegen": neue Angebote
Der Bereich gemeinsam bewegen wurde umstrukturiert und um neue Angebote ergänzt. So gibt es am Dienstagvormittag in Kooperation mit der Kurhessen Therme Aqua Fitness und freitagsnachmittags sind alle zu Zumba eingeladen. Wer sich in der Mittagspause oder nach Feierabend unter physiotherapeutischer Anleitung fit halten möchte, kommt am Donnerstag ins Kolpinghaus. Ganz neu ist auch die Einteilung der Tai Chi Chuan-Kurse in die Level I, II und III. Vor allem die Gruppen der Anfänger und der Fortgeschrittenen bieten noch ein paar freie Plätze. Für die „Junggebliebenen“ finden sich eine Reihe von Kursen – teilweise unter Anleitung erfahrener Physiotherapeutinnen und -therapeuten.

"Gemeinsam gestalten": Handarbeit und Malkurse
Gemeinsam gestalten heißt der Bereich in dem fast täglich Nähkurse für alle Interessierten angeboten werden. Kreativ kann man auch beim Kettenfädelkurs und Filzen werden. Neben den bewährten und beliebten Handarbeits- und Schwälmer Stickkursen wird erstmals auch ein Pastell-Malkurs zusätzlich zum Aquarell-Kurs und der Sommerakademie im Bergpark angeboten.

"Gemeinsam kochen": 75 verschiedene Koch- und Backkurse
Das letzte Drittel des umfangreichen Programmheftes bietet unter dem Motto gemeinsam kochen eine Vielzahl an informativen Vorträgen, eine Fastenwoche und das DGE-Seminar "Ich nehme ab!". In 75 verschiedenen Koch- und Backkursen haben Anfänger und Fortgeschrittene die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten aufzufrischen, aufzubauen oder von der Pike auf zu lernen. Ob in Langzeitkursen an mehreren Terminen über das ganze Jahr verteilt (reine Männerkurse, gemischte Gruppen oder das Seniorenkochen am Donnerstagvormittag) oder an einzelnen, thematisch gebundenen Kochabenden (von der italienischen, koreanischen oder persischen Küche über Start cooking bis zu Festtagstorten selbst gemacht) is(s)t für Jeden was dabei.

Kurs-Beratung
Das Team der Kath. Familienbildungsstätte freut sich auf Sie und berät Sie gern!
Weitere Informationen und Anmeldung unter Telefon 0561/7004-111 oder gern auch per E-Mail an info@fbs-kassel.de.

Meine Mütze stärkt meine Chance

Bildung für junge Flüchtlinge bedeutet persönliche Zukunft und gesellschaftliche Integration. Deshalb hat der Jugendmigrationsdienst im Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. ein Projekt initiiert, das jungen Flüchtlingen ermöglicht, einen Hauptschulabschluss zu erlangen.

"Meine Chance"
"Meine Chance" heißt das Ausbildungsprojekt, in dem 20 junge Männer und Frauen Unterricht erhalten und im Praktikum Berufe kennenlernen. Dabei werden sie von den Caritas-Fachkräften begleitet. Ziel ist die Vorbereitung auf die Prüfung des externen Hauptschulabschlusses.

Die Plansecur-Stiftung fördert das Projekt dadurch, dass sie die notwendigen Räumlichkeiten in ihrem Studienhaus Eberhard zur Verfügung stellt und den Jugendmigrationsdienst bei der Organisation des Lernalltags unterstützt.

Unterstützen auch Sie das Projekt „Meine Chance“:

  • Ganz cool durch den Erwerb einer schicken Mütze - von den Ehren- und Hauptamtlichen der Caritas selbst gehäkelt und erhältlich im Welt- und Regioladen „Karibu“ in der Obersten Gasse 30, 34117 Kassel.
     
  • Ganz klassisch. durch Ihre Spende:
    Spendenkonto: Kasseler Sparkasse
    IBAN DE37 5205 0353 0000 0189 66
    BIC: HELADEF1KAS
    Verwendungszweck:„Meine Chance“

Ihre Spende ermöglicht Bildung für junge Flüchtlinge!
Bildung bedeutet Zukunft!
Von Herzen Dank!

Die Angebote der Akademikerseelsorge

Bild: Das letzte Abendmahl. Duccio di Buoninsegna
(Aus: Wikipedia)

Die Frage nach dem Monotheismus, die Bedeutung der Messe und Hermann Hesses Siddharta sind die Themen von Tagungen und Lesekreis der Akademikerseelsorge 2016.

Neues Exerzitienprogramm 2016: das eigene Leben mit Gott in Kontakt bringen

Exerzitien sind in unserem an Aufgaben, Arbeit und Terminen überbordenden Alltag eine ganz besondere Zeit. Die Exerzitienseelsorge Kassel bieten in ihrem neuen Programm 2015 Auszeiten der Besinnung und Konzentration: Stille, Gebetszeiten, Begleitung und Austausch. Neben dem Besinnungswochenende, den Einzelexerzitien mit Gemeinschaftselementen und den Exerzitien im Alltag gibt es auch das Bibliodrama in der Fastenzeit, die Pilgerfahrten ins Heilige Land, die Bergtour "mit Bibel und Rucksack" und die Predigten zur Fastenzeit.

Exerzitien - geistliche Übungen - bieten Wege, das eigene konkrete Leben mit Gott in Verbindung zu bringen.

Ab 1. Januar: die neue „Pfarrei Sankt Elisabeth“

Ab dem 1. Januar 2016 gibt es in der Stadt Kassel statt bisher vierzehn katholischen Kirchengemeinden nur noch elf. Die bisherigen Kirchengemeinden St. Bonifatius (Weserspitze), St. Elisabeth (Friedrichsplatz), St. Joseph (Rothenberg) und St. Laurentius (Philippinenhof/Warteberg) schließen sich zu einer gemeinsamen Pfarrei zusammen. Diese bekommt den Namen der heiligen Elisabeth und knüpft somit an die gleichnamige „Mutterpfarrei“ (seit 1808) der Kasseler Katholiken an.

Pfarrbüro an der Ihringshäuser Straße
Die Gemeinde St. Elisabeth war nach der Reformation die erste katholische Kirche in Nordhessen und stand bis zur Bombennacht 1943 an der Stelle des heutigen Staatstheaters. Peter Bulowski (Kirche St. Bonifatius, Weserspitze) ist nunmehr der Pfarrer der neuen gemeinsamen Pfarrei. Ihm steht Pfarrer Stefan Krönung als mitarbeitender Priester zur Seite. Es gibt auch nur noch ein Pfarrbüro, das sich im Gemeindehaus von St. Bonifatius (Ihringshäuser Str. 3) befindet. An den drei übrigen Kirchorten verbleiben Kontaktstellen, die einmal pro Woche geöffnet sind.

Kirchorte bleiben erhalten
„Selbstverständlich bleiben die vier Kirchengebäude als Kirchorte auch unter dem Dach der fusionierten Gemeinde bestehen, in denen auch die Gottesdienste wie gewohnt gefeiert werden. „Die ‚Pfarrei Sankt Elisabeth‘ ist zu allererst eine organisatorische Struktur, die kirchliches Leben vor Ort ermöglicht und trägt“, so Bulowski. Dementsprechend sind es auch die strukturellen Veränderungen, welche diesen Zusammenschluss erforderlich werden lassen: Sinkende Zahlen bei Gemeindemitgliedern und Gottesdienstbesuchern, weniger ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zurückgehende Kirchenfinanzen.

Neugründung erst nach Wahl der ehrenamtlichen Gremien komplett
Diese neue Pfarrei wird jedoch erst „komplett“, wenn ihre ehrenamtlichen Gremien neu gewählt sind und ihre Arbeit aufnehmen werden. Dies sind der Verwaltungsrat, dem die Unterhaltung und Bewirtschaftung der Kirchen und Gemeindehäuser obliegt, sowie der Pfarrgemeinderat, der zusammen mit dem Pfarrer die inhaltliche Arbeit gestaltet. Beide Gremien werden am Wochenende des 12. und 13. März 2016 neu gewählt.

Pfarrei sucht Menschen, die ihre Kirche mitgestalten wollen
Hierzu sucht die neue Pfarrei Sankt Elisabeth Kandidatinnen und Kandidaten. „Es ist ein Neubeginn“, so Ursula Kotzur, Pfarrgemeinderatssprecherin von St. Bonifatius. „Wir bauen aus den vier Gemeinden eine neue Pfarrei. Das heißt nicht, dass alles Bisherige abgeschafft und etwas ganz Neues begonnen wird, sondern Strukturen zusammengeführt werden und – was viel wichtiger ist – die Gläubigen sich gemeinsam auf einen Weg machen, der bei allen Problemen riesige Chancen bietet. Wer jetzt in der neuen Pfarrei mitarbeiten will, der ist direkt mit dabei, die Kirche der Zukunft zu gestalten, damit sie weiterhin unter veränderten Rahmenbedingungen den Menschen vor Ort im Stadtteil dienen kann.“

Logo zeigt Offenheit für die Menschen
Das selbst entwickelte Logo zeigt die vier fusionierten Gemeinden als Klammer vor dem gemeinsamen neuen Namen. Die Idee hatte Pfarrgemeinderatssprecher Marcus Leitschuh: „Wir sind auf einer Wellenlänge. Die Wellen drücken Dynamik aus. Sie stehen dafür, dass die Pfarrei wirkt und nicht intern bei sich bleibt.“ Das Logo soll die vier Gemeinden verbinden und gleichzeitig ihre Offenheit und Verbundenheit mit der Stadt und den Menschen zeigen.

Adress-Informationen:
Pfarrei Sankt Elisabeth
Ihringshäuser Str. 3
34125 Kassel
Telefon: 0561/874221
E-Mail: sankt-elisabeth-kassel@pfarrei.bistum-fulda.de
Internet: www.st-elisabeth-kassel.de 
Auf Facebook: www.facebook.com/st.elisabeth.kassel

Inhaftierte lesen Geschichten für ihre Kinder

Weihnachtskrippe in der JVA Kassel
(Foto, Ausschnitt: Dietrich Fröba)
 

Rund um den Nikolaustag werden einige Kinder große Ohren bekommen: Obwohl der Vater im Gefängnis sitzt, wird er ganz nah bei seiner Familie sein, zumindest seine Stimme. Denn der Nikolaus hat eine CD vom Papa im Gepäck. Darauf ist der Vater mit einer Advent- bzw. Weihnachtsgeschichte und einem ganz persönlichen Gruß zu hören.

Aktion der Gefängnisseelsorger
Getragen wird die Aktion von Michael Kullinat und Dietrich Fröba, katholische Gefängnisseelsorger in den Justizvollzugsanstalten in Schwalmstadt und Kassel. Die hatten in den letzten Wochen Inhaftierten mit Kindern im Vorlesealter eine Auswahl von adventlichen und weihnachtlichen Geschichten aus dem Buch „55 Vorlesegeschichten zur Advents- und Weihnachtszeit“ vorgelegt und in ein digitales Aufnahmegerät einsprechen lassen. Favoriten waren Texte wie „Das traurige Eselchen“, „Der kleine Weihnachtsstern“ und „Das Geschenk des kleinen Hirten“.

Gefördert durch das Bistum und den Don-Bosco-Verlag
Die Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Fulda bearbeitete die vorgelesenen Geschichten sowie die persönlichen Grüße im bistumseigenen Tonstudio, brannte sie auf CD und verschickte sie mit einer adventlichen Karte an die Kinder. Durch die kostenlose Freigabe der notwendigen Rechte an den Texten unterstützte der Don-Bosco-Verlag die Aktion, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfand.

Brücken zwischen den Inhaftierten und ihren Familien bauen
Da die Möglichkeiten zur Begegnung zwischen Inhaftierten und ihren Kindern zumeist sehr beschränkt sind, sehen Michael Kullinat und Dietrich Fröba in der Aktion eine Möglichkeit, Brücken zu bauen zwischen den Inhaftierten und ihren Familien und so ein wenig dazu beizutragen, dass die Beziehungen zueinander nicht völlig abreißen. "Denn vor allem jüngere Kinder leiden sehr darunter, wenn ein Elternteil im Gefängnis sitzt", so Kullinat. Den Menschen zu helfen, für sie dazusein, sei eine der verschiedenen wichtigen Aufgaben von Kirche, so die Gefängnisseelsorger.

Tod und Sterben - Predigt von Bruder Jakobus Geiger

(Foto: © Photographee.eu, Fotolia)

„Und unseren eigenen Tod; bedenken wir ihn auch? Haben wir ihn im Blick?“
Das war die Frage, die Bruder Jakobus Geiger OSB in seiner Predigt am
„Elisabethtag“ – Freitag, den 20. November – beim Dankgottesdienst für die
haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema machte:
„Ich denke die hl. Elisabeth lebt auch im Blick auf das Leben nach dem Tode.“
Auf vielfachen Wunsch stellen wir hier den vollständigen Predigttext online:

 

Am 17. November 1231 stirbt die heilige Elisabeth im jungen Alter von 24 Jahren in Marburg. Sie wurde vermutlich von einer ansteckenden Krankheit, die sie sich bei der Pflege von Kranken zugezogen hatte, weggerafft. 2 Tage später am 19. November wird die Totenvigil gehalten und sie wird zunächst in dem von ihr gegründeten Spital beigesetzt.

Viele Heiligengedenktage wurden im liturgischen Kalender auf den Todestag gelegt. Die Kirche versteht diesen Tag des Heimgangs als Tag des Durchgangs zur Vollendung, zur Schau Gottes.

Wir befinden uns im November, in dem sowohl im kirchlichen wie weltlichen Raum der Toten gedacht wird. Volkstrauertag, Allerheiligen, Allerseelen. Wir gedenken des Todes von anderen.

 

Und unseren eigenen Tod; bedenken wir ihn auch? Haben wir ihn im Blick?

Ich denke, die heilige Elisabeth lebt auch im Blick auf das Leben nach dem Tode. Und so möchte ich diese Predigt dem Thema „Tod und Sterben“ widmen.

 

Nichts ist sicherer bei der Geburt eines Menschen, als dass er sterben wird. Zwar ist es offen, wann dies geschehen wird, aber das Faktum des sicheren Todes bleibt unumstößlich. Menschen früherer Generationen scheint die Endlichkeit des irdischen Lebens bewusster gewesen zu sein; wurde doch der Tod noch näher erlebt bei der schweren Geburt eines Kindes, der hohen Kindersterblichkeit, dem plötzlichen Tod eines Menschen im Kreis seiner Familie, im Gegensatz zu heute bei hoher Lebenserwartung, bei den wirklich großen Fortschritten moderner Medizin, aber auch der Verdrängung des Todes aus dem öffentlichen Leben.

 

Als ich in den ersten Klosterjahren Religionsunterricht am Gymnasium gab, da fragte ich einmal in einer 10. Klasse, wer denn von den Schülern schon einmal einen Toten gesehen habe. Es waren nur 2 Schüller von über 25.

 

Lebten frühere Menschen noch auf das Leben nach dem Tode (dem Himmel) zu, so ist dieses Leben nach dem Tode für viele Zeitgenossen zweifelhaft geworden. Etwas Gewisses weiß man nicht, sagt der Volksmund. Doch das hat Folgen:

Wenn es keinen Himmel (kein Weiterleben nach dem Tode) gibt, ist dieses Leben auf der Erde die letzte Gelegenheit zu leben und auch etwas zu erleben. Was in diesem Leben nicht stattfindet, das findet überhaupt nicht statt. Es gilt „alles“ zu bekommen; herauszuholen, was herauszuholen ist. Bei dieser Einstellung ist der sichere Tod noch im Blick und diese oben genannten Schlussfolgerungen und Lebensmaximen haben eine gewisse innere Logik und Konsequenz.

Doch bei vielen Zeitgenossen hat das Wissen um die eigene irdische Endlichkeit mit einem massiven Zweifel über ein wie auch immer geartetes Danach auch zur Folge, dass der Tod die absolute Bedrohung schlechthin ist, die absolute Negation, der Panik verursachende Schrecken. Es gibt kein Danach. Und deshalb möglichst nicht hinschauen auf dieses schreckliche Faktum, dass da nicht nur ein absolutes Ende droht, sondern dieses auch gewiss ist. Man nimmt die eigene Sterblichkeit aus dem Blick und verdrängt sie.

 

Auf der anderen Seite führen uns die Fernsehnachrichten täglich eine Schreckensmeldung nach der anderen vor: Verkehrsunfälle, Naturkatastrophen, Bürgerkriege, Terror, Mordfälle. Diese Dinge sind schrecklich. Aber wir sind schon ganz abgebrüht, so dass es uns nicht mehr sonderlich berührt. Und es trifft immer die anderen.

Wird aber der Tod, das memento mori, das gedenke Mensch, dass Du sterben wirst, aus dem eigenen Leben ausgeblendet, so fehlt dem Leben ein gewisser Ernst. Es fehlt die Orientierung: was ist wichtig, was bleibt, was macht Sinn? Die Folge ist eine gewisse Oberflächlichkeit oder Gleichgültigkeit und auch Sinnlosigkeit. Man tut so, als wäre alles egal.

Es ist ein Unterschied, ob ich ein Leben lebe, so als gäbe es den Tod nicht, oder ob ich ein Leben lebe im Blick darauf, dass ich sterben werde.

Deshalb haben die Weisen früherer Zeiten immer gewusst, dass ein Leben dort gelingt, wo es den Blick auf das Ende nicht ausblendet, sondern integriert. „Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.“ Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

Oder: „Bei allem was Du tust, bedenke das Ende.“

Oder Ignatius von Loyola sagt in seinem Exerzitienbuch, wie man existentiell wichtige Entscheidungen treffen soll: „Als wäre ich in der Todesstunde, bedenke ich die Form und das Maß, das ich hinsichtlich der jetzigen Wahl wünschte eingehalten zu haben; und danach richte ich mich und treffe im Ganzen meine Entscheidung.“

Im christlichen Mönchtum gab es Zeiten, in denen der Totenschädel zur Grundausstattung der Mönchszelle gehörte. Dahinter stand der Gedanke, dass das Leben von seinem Ende her gelebt werden soll und so eher gelingen kann, insbesondere auch im Blick auf das Leben nach dem Tode.

Denn einzig die Entscheidungen, mit denen man einmal gut sterben kann, sind letztlich auch Entscheidungen, mit denen man gut leben kann. Und hier merken wir, dass Leben und Tod zusammengehören und der Blick auf das Sterben unserem Alltag Qualität und Sinn verleihen kann. Der Blick auf das Ende meines irdischen Lebens ist nicht primär Horror und Angst sondern Anlass den Alltag des augenblicklichen Lebens bewusster zu gewichten, womit unser Handeln eine Tiefe bekommt, das auch im Sterben innerlich standhält.

Von Wolfgang Amadeus Mozart ist uns ein Brief erhalten, den er mit 31 Jahren wenige Jahre vor seinem Tod an seinen Vater schrieb. Er sagt darin: „Da der Tod, genau zu nehmen, der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren und besten Freund des Menschen so bekannt gemacht, dass sein Bild nicht allein nichts Schreckliches mehr für mich hat, sondern recht viel Beruhigendes und Tröstendes. Und ich danke meinem Gott, dass er mir das Glück gegönnt hat, mir die Gelegenheit zu verschaffen, ihn als den Schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit kennenzulernen. Ich lege mich nie zu Bett, ohne zu bedenken, dass ich vielleicht, so jung als ich bin, den anderen Tag nicht mehr sein werde. Und es wird doch kein Mensch von allen, die mich kennen, sagen können, dass ich im Umgang mürrisch oder traurig wäre. Für diese Glückseligkeit danke ich dem Schöpfer und wünsche sie von Herzen dem Mitmenschen.“

Hier führt der Blick auf die irdische Endlichkeit zu einer großen Lebensfreude, zu einem intensiveren Leben des jeweiligen Tages, des Augenblicks.

Hier berühren wir nun folgende Qualitäten: mehr Bewusstheit, größere Intensität, das Wissen um die Kostbarkeit des gerade gelebten Lebens, Dankbarkeit und Sinnhaftigkeit. Das Leben wird durch den Blick auf den Tod nicht vergällt, sondern erfährt eine eigenartige Intensivierung und Bewusstheit. Das Leben erfährt eine Bereicherung, wenn der eigene Tod, das Sterben nicht ausgeblendet, verdrängt werden.

Unser Leben kann also gewinnen, wenn wir unser Tun mit einem memento mori versehen.

 

Die Kunst des Sterbens

Dieses Thema von Leben und Tod hat noch einen anderen Aspekt. Wenn das Leben gelingen will, taucht auch die Frage nach einem guten Sterben auf, das ganz selbstverständlich zum irdischen Leben gehört, es abrundet und beendet.

Wenn aber die rechte Kunst des Lebens nicht nur mit der Kunst des Sterbens verbunden ist, sondern sogar daraus erwächst, dann stehen wir vor einem Dilemma. Denn wir können nicht warten, bis wir sterben, um das Sterben zu lernen und damit das rechte Leben zu lernen. Der russische Religionsphilosoph und orthodoxe Theologe Florenskij (er wurde 1938 erschossen) sagt einmal: „Der Mensch stirbt nur einmal in seinem Leben, und da es ihm an Erfahrung gebricht, stirbt er verfehlt. Damit ihm das Sterben gelänge, muss er es lernen, unter der Anleitung erfahrener Menschen zu sterben, die schon Sterbende waren. Diese Erfahrung des Todes gibt die Askese.“ (vgl. Max Picard, Die Welt des Schweigens, Erlenbach-Zürich 1950, 2 Aufl.; Seite 37)

Askese ist hier als geistliche, spirituelle Übung zu verstehen.

Die eigentliche Lehrzeit für das Sterben ist das momentane Leben, nicht die Stunde des Todes. Wenn du stirbst, bevor du stirbst, stirbst du nicht, wenn du stirbst, sagt ein Sprichwort.

Es gilt also im Alltag immer wieder das große Loslassen in den vielen kleinen Toden einzuüben. Der Alltag ist der Ort, an dem ich die Kunst des Sterbens lerne und mir dadurch nicht nur eine Frucht für die letzten irdischen Lebensstunden reift, sondern auch jetzt schon mein Leben bereichert.

Wie oft begegnen wir in unserem Alltag dem Phänomen, dass wir nicht loslassen können, dass wir z. B. schmerzhaft unter Verletzungen leiden und nicht verzeihen können, dass Sachverhalte einfach nicht akzeptiert werden können und uns alles Mögliche stört. Daran zu üben, loslassen zu lernen, kann ein hilfreiches Einüben sein für das große Loslassenmüssen in der Todesstunde. Dann steht ein viel größerer Sachverhalt im Raum: Das Loslassenmüssen des irdischen Lebens in diesem Körper. Können wir es nicht selbst loslassen, so wird es uns genommen oder – etwas drastischer ausgedrückt – geraubt. Den Willigen lenkt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es. Es ist verständlich, was da für ein innerer Kampf entstehen kann.

Vor vielen Jahren hielt mein erster wichtiger Kontemplationslehrer jedes Jahr einen so genannten Sterbekurs. Im Mittelpunkt dieses Kurses stand eine Sterbemeditation. Die Teilnehmer legten sich alle gut eingepackt in Decken auf den Boden des Meditationsraumes und in einer geleiteten Imagination bei gedämpftem Licht wurde man angeleitet, sich in den eigenen Sterbeprozess einzuspüren, einzufühlen, imaginativ zu erleben.

In der Nachbesprechung dieser geführten Imagination kamen dann bisweilen Anregungen um diesen Programmpunkt des Kurses noch reibungsloser, perfekter und bequemer zu gestalten. Den Einen war das Licht nicht genug gedimmt. Anderen war der Boden zu hart und sie wünschten sich eine weiche Matratze. Wieder anderen war die Luft im Raum besonders gegen Ende der geführten Imagination zu stickig. Wieder andere wollten in der geführten Imagination einen anderen Tod sterben als in der angeleiteten Imagination vorgegeben.

Irgendwann stand jemand auf und frage, ob dieses bequeme und wunschgerechte Szenario denn realistisch ist. Wird vielleicht bei meinem Sterben das Licht nicht auch zu hell sein, mein Liegen im Bett unbequem, die Luft im Sterbezimmer stickig usw. Darauf entstand ein nachdenkliches Schweigen.

An diesen kleinen Dingen, die uns Tag für Tag begegnen, kann ich lernen loszulassen; kann ich lernen einen kleinen Tod zu sterben.

Eine Kursteilnehmerin erzählte mir einmal, dass sie, wenn sie Räume verlässt (Seminarraum am Ende des Kurses; Arbeitsplatz; Wohnung, um in Urlaub zu fahren; Hotelzimmer usw.), so schließt sie bewusst die Türen mit dem Wissen evtl. komme ich nie mehr in diese Räume zurück. Und es ist ihr ein Anliegen, sie so zu verlassen, dass sie nicht das Bedürfnis hätte, noch einmal zurück zu müssen um, irgendetwas in Ordnung zu bringen.“

 

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug (weise) werden. (Ps. 90,12, Lutherübersetzung)

 

Geschichte aus dem Judentum:

Ein Vater geht mit seinem Sohn Ascher am Sabbath nach Hause. Am Wegrand liegt ein toter Vogel. Es entsteht ein Gespräch.

„Ist er tot, Papa?“ Ich war sechs und konnte mich nicht überwinden hinzusehen.
„Ja“ hörte ich ihn traurig und distanziert sagen.
„Warum ist er gestorben“?
„Alles, was lebt, muss sterben.“
„Alles?“
„Ja!“
„Du auch, Papa? Und Mama?“
„Ja.“
„Und ich?“
„Ja“, sagte er, Und dann fügte er hinzu: „Aber möge es erst geschehen, nachdem du ein langes und gutes Leben gehabt hast, mein Ascher.“
Ich konnte es nicht begreifen. Ich zwang mich, den Vogel anzusehen. Alles, was lebte, sollte eines Tages so still sein wie dieser Vogel?
„Warum“? frage ich.
„So hat Gott, der Ewige, die Welt gemacht. Ascher.“
„Warum?“
„Damit das Leben kostbar wird, Ascher, Etwas, das für immer dir gehört, ist nicht kostbar.“

(Chaim Potok, My Name ist Ascher Lev, New York, 1972, S. 156. Entnommen: Henri Nouwen, Du schenkst mir Flügel, Gedanken der Hoffnung, Asslar 2002, s. 113f)

 

Bruder Jakobus Geiger (geboren 1955) studierte Theologie
und trat 1981 in den Benediktiner-Orden ein. Er ist
Kontemplationslehrer und Leiter des Gästehauses
der Abtei Münsterschwarzach.
 

Caritas mittendrin-Postkarte veröffentlicht

„Was fällt Ihnen zu ‚Caritas mittendrin‘ ein?“, fragten die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des Caritasverbandes Nordhessen-Kassel e.V. beim Hessentag in Hofgeismar Anfang Juni und stießen auf vielfältige Resonanz. Die Besucher des Hessentags konnten Mosaiktafeln künstlerisch gestalten. „Die Rückmeldungen sollten spontan und in aller Kürze aufgemalt, gesprayt oder geschrieben werden“, erklärt Karin Stürznickel-Holst, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste im Caritasverband.

„Das hat viel Spaß gemacht“
Im Vorfeld des Hessentags wurden bereits einige Mosaike gesammelt, die Persönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens gestaltet haben. Es gab zum Beispiel Zusendungen von Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, von Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Seelsorgeamtsleiter Peter Göb und von Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth. „Die Aktion am Hessentag hat viel Spaß gemacht, da wir direkt mit den Besuchern in Kontakt kamen und beim kreativen Gestalten über das Soziale in unserer Gesellschaft reden konnten“, freut sich Sozialarbeiter Sebastian Wolf über die vielfältigen Begegnungen.

Babyfüße
Eine Gruppe von Müttern hat Babyfüße gesprayt, da sie 1987 einen Geburtsvorbereitungskurs belegt hatten und sich noch heute treffen um gemeinsam etwas zu unternehmen. „Mit einem Schritt fängt helfen an“, schreibt eine junge Frau und wählt die Herzschablone aus.

1:0 für die Caritas
Ein junger Mann stimmt in den Jubel eines Sportlers ein, den er auf den Tafel gesprayt hat: „Tolle Idee! 1:0 Caritas ist toll!“

Begeisterte Kinder
Auch viele Kinder waren begeistert vom Graffiti und haben meist zwei Tafeln gestaltet, eine zum Mitnehmen und eine für die Caritas.

Die Postkarte kann bei der Caritas bestellt werden:
Aus 50 Mosaiktafeln wurde nun ein Gesamtkunstwerk erstellt, das auch als Postkarte herausgegeben wird. Hier kann sie bestellt werden:
Sebastian Wolf
Die Freiheit 2, 34119 Kassel
Telefon 0561/7004-222 _ Fax 0561/7004-250
E-Mail: sebastian.wolf@caritas-kassel.de

 

Eine Auswahl der Texte auf den Mosaiktafeln:

  • Caritas - Lebenshilfe - Ideen – Rat
    von Kerstin
  • Wir werden nie wissen, wieviel Gutes ein einfaches Lächeln vollbringen kann. (Mutter Teresa)
    von Marianne und Thomas Hartung
  • „Caritas mittendrin“ …. in der Mitte ist das Herz …. GOTT ist die Mitte
    von Weihbischof Karlheinz Diez
  • … gut, dass es die Caritas gibt.
    von Armin
  • Caritas mittendrin
    Mitten unter den Menschen
    Mittendrin in der Not der Menschen
    Mittendrin im Ringen um soziale Gerechtigkeit
    Caritas ist die Mitte
    Sie ist die Mitte des Evangeliums
    Sie ist die Mitte des Geheimnisses Gottes
    Sie ist die Mitte des Auftrags der Kirche
    von Generalvikar Prof. Dr. G. Stanke
  • Caritas, christlich geprägt, Hilfe für alle
    von K. Lachmayer
  • Mit einem Schritt fängt Helfen an!
    von Michaela
  • Caritas – unentbehrlich für viele
    von Michael Reis
  • gegenseitige Hilfe
    von Andreas
  • Säule Sein
    Jeder von uns hat zu tragen – sich selbst und die Menschen, die sich auf uns stützen. Manchmal fällt es ganz leicht, Säule zu sein. Doch dann kann es uns überkommen und ein ganzes Gebälk scheint auf uns zu lasten: Fürchte dich nicht! Du bist die Säule, aber die Welt trägt ein anderer. Du bist trotzdem wichtig. Vielleicht ist dir einer ganz besonders anvertraut, dem du dich als Säule in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit für immer versprochen hast. Fürchte dich nicht, wenn die Last dich zu überfordern droht. Wir haben Gottes Zusage: Ich bin bei dir!
    Säulen werden auch heute gebraucht. Der Baumeister kennt die Gesetze der Statik. Er kennt auch die Statik unseres Herzens. Er wird keinen überfordern. Fasse Mut! Fürchte dich nicht! Als Getragener kannst du andere tragen. (Bertram Meier)
    von Ulrike Knobbe
  • Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe
    Deutschkurse für Flüchtlinge
  • Ein Herz für Behinderte
    von unbekannt
  • Auf geht´s, ich geh es an!
    von S. J.
  • Der Sinn des Lebens ist nicht zu warten bis der Sturm vorübergeht sondern lernen im Regen zu tanzen.
    von unbekannt

 

Der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V.:

Der Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V. bietet folgende Beratungsdienste an: Allgemeine Sozialberatung, Schuldnerberatung, Wohnraumanpassung, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), Jugendmigrationsdienst (JMD), Beratung für Flüchtlinge und Asylsuchende, Raphaelswerk (Aus- und Weiterwanderung).

Der Caritasverband vermittelt Mütter-/Väter-Kuren und Mutter/Vater-Kind-Kuren sowie Seniorenerholungen und arbeitet als anerkannter Betreuungsverein (Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Betreuern und Betreuungen nach dem Betreuungsrecht).

Er ist Träger folgender Einrichtungen: Jugendzentrum mit Internetcafé, Wir Jungen Alten (offene Altenhilfe), Wohnheim für Spätaussiedler und Flüchtlinge, sowie in ökumenischer Trägerschaft: Stadtteilzentrum Mittelpunkt im Kassel-Oberzwehren und Bahnhofsmission Kassel-Wilhelmshöhe.

In der ambulanten Pflege sind die Caritas-Sozialstationen (Kassel-Ost, Kassel-West, Bebra und Naumburg) tätig.

Der Fachdienst Gemeindecaritas ist Ansprechpartner für die Katholischen Kirchengemeinden bei ihren sozialen Aufgaben.

Weitere Caritas-Dienststellen sind in Eschwege und Bebra.

Internet: www.caritas-kassel.de und www.jmd-caritas-kassel.de

Die Sorge für das gemeinsame Haus

Bild (Wikipedia): Giotto: Franziskus
predigt zu den Vögeln (Ausschnitt)

 

“Laudato Si’, mi’ Signore – Gelobt seist du, mein Herr”: So beginnt der berühmte Sonnengesang des heiligen Franziskus von Assisi. “Laudato Si’, mi’ Signore – Gelobt seist du, mein Herr” sind auch die ersten Worte der neuen Enzyklika, von der Kardinal Reinhard Marx sagt, sie sende ein starkes Signal für die Schöpfung.

„Franziskus fordert ökologische Spiritualität, ein neues Denken, ein neuer Geist, Verantwortung für die Geschenke Gottes. Wir müssen Beschützer des Werkes Gottes sein“, so Weihbischof Dr. Bernd Uhl (Freiburg), Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Ökologische Fragen“ der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz.

Europa muss endlich handeln! Kirchen fordern Seenotrettung und sichere Zugänge

Angesichts des jüngsten Bootsunglücks vor der libyschen Küste erklären der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm:

„Über das erneute Bootsunglück sind wir zutiefst erschüttert. Allein in der vergangenen Woche sind über 1000 Menschen bei ihrem verzweifelten Versuch, nach Europa zu gelangen, ertrunken. An dieses vielfache Sterben vor den Küsten unseres Kontinents dürfen wir uns nicht gewöhnen. Das ist ein humanitärer Skandal! Der entschlossene Kampf gegen gewissenlose Schleuser ist notwendig. Wir brauchen sofort eine Seenotrettungsmission in europäischer Verantwortung. Ein Jahr lang hat die italienische Operation ‚Mare Nostrum‘ hier Vorbildliches geleistet."

Rettung Schiffbrüchiger contra Grenzschutz
"Für die FRONTEX-Mission ‚Triton‘ gilt dies nicht: Ihr Hauptzweck ist nicht die Rettung Schiffbrüchiger, sondern der Grenzschutz. Ihr Beobachtungsgebiet wurde stark eingeschränkt, die Finanzmittel begrenzt. Deshalb fordern wir mit Nachdruck, zu einem durchgreifenden Konzept der Seenotrettung zurückzukehren. Wir wissen, dass damit für manche ein Anreiz zur Flucht nach Europa gesetzt wird. Aber die Lösung dieses Problems darf nicht darin bestehen, Menschen, die in existenzieller Not vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen, sehenden Auges dem Risiko des Ertrinkens auszusetzen. Stattdessen sollten sichere Zugangswege für Migranten und Schutzsuchende eröffnet werden. Europa muss ermöglichen, dass Menschen nicht mehr ihr Leben riskieren, um bei uns Schutz zu suchen.“

Kirchen begrüßen Kurskorrekturen bei Kirchenasyl

In der letzten Februar-Woche trafen sich Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche zu einem Spitzengespräch mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Dr. Manfred Schmidt, in Berlin getroffen. An dem Gespräch nahmen der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Dr. Karl Jüsten, und der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Dr. Martin Dutzmann, teil.

Tradition des Kirchenasyls steht nicht in Frage
Nachdem bereits der Vergleich zwischen Kirchenasyl und Scharia durch den Bundesminister des Innern zurückgezogen wurde, hat in dem Spitzengespräch auch das BAMF klargestellt, dass die Tradition des Kirchenasyls an sich nicht in Frage gestellt wird. Gleichzeitig wurde die Einführung einer verschärften Fristenregelung aufgeschoben. Dieses Ergebnis haben heute Prälat Dr. Jüsten und Prälat Dr. Dutzmann gewürdigt: „Die beiden großen christlichen Kirchen begrüßen diese wichtigen Kurskorrekturen.“

Kirchenasyl bleibt erhalten
„Uns liegt am Herzen, dass das Kirchenasyl in seiner bisherigen Form erhalten bleibt“, betonte Jüsten. „Das ist nun bis zum Herbst ohne Einschränkung möglich“. Im Vorfeld war vom Bundesamt angekündigt worden, die Frist zur Überstellung von Personen im Kirchenasyl, die im Rahmen der sogenannten „Dublin–Verordnung“ in einen anderen Mitgliedstaat abgeschoben werden sollen, von sechs auf 18 Monate zu verlängern. Die Entscheidung über die Einführung dieser verlängerten Frist sei nun aufgeschoben.

Neue Zusammenarbeit bei Kirchenasylfällen
Prälat Dutzmann hob hervor: „Gemeinden entscheiden selbstständig über die Gewährung von Kirchenasyl, wenn sie befürchten, dass einem Menschen bei seiner Abschiebung Menschenrechtsverletzungen oder unzumutbare Härten drohen. Das ist auch in „Dublin-Fällen nicht ausgeschlossen.“ „Kirchenasyl ist für uns immer ultima ratio“, ergänzte Prälat Jüsten. In der Zeit bis zum Herbst wollen die Kirchen und das BAMF nun eine neue Zusammenarbeit bei Kirchenasylfällen erproben. Dabei sollen Kirchenvertreter die Möglichkeit bekommen, Einzelfälle erneut vom Bundesamt überprüfen zu lassen, vorzugsweise noch bevor die betroffenen Personen in das Kirchenasyl aufgenommen werden. Für die Kommunikation sollen zentrale Ansprechpartner sowohl auf Seiten der Kirchen wie auch des BAMF benannt werden. „Wir hoffen, dass dies zu einer Vermeidung von Härtefällen beiträgt“, erläutert Prälat Dutzmann.

Christlich-humanitäre Tradition
Unter anderem haben die Gesprächsteilnehmer festgehalten, dass die Kirchen mit dem Kirchenasyl nicht das Ziel verfolgen, den Rechtsstaat in Frage zu stellen oder über das Kirchenasyl eine systematische Kritik am Dublin-System zu üben. Kirchenasyl sei kein eigenständiges, neben dem Rechtsstaat stehendes Institut, habe sich jedoch als christlich-humanitäre Tradition etabliert. „Das Bundesamt beabsichtigt nicht, die Tradition des Kirchenasyls an sich in Frage zu stellen“, heißt es in dem von allen Seiten getragenen Gesprächsvermerk.

226 ‚Fälle‘
Derzeit haben evangelische und katholische Gemeinden in Deutschland 226 Kirchenasyle gewährt. Angesichts von mehr als 200.000 Asylverfahren in Deutschland im Jahr 2014 unterstreichen die weiterhin niedrigen Fallzahlen den Charakter des Kirchenasyls als Nothilfe im Einzelfall.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 27. Februar 2015

Kirchenasyl verhindert oft einen Rechtsbruch

Zur Kritik des Bundesministers des Innern Thomas de Maizière an der
aktuellen Praxis des Kirchenasyls erklärt Dechant Harald Fischer:

Keine Argumentation, sondern Polemik
Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière vergleicht die Praxis der Kirchen, in manchen Fällen Kirchenasyl zu gewähren und sich damit „über das Recht zu setzen“ mit der Scharia. Die Art von „Scharia“, die derzeit Thema in den Medien ist, ist eine fundamentalistisch verstandene Scharia. Sie praktiziert die öffentliche Enthauptung von Menschen, das Abhacken von Gliedmaßen bei Gesetzesverstößen und das öffentliche Auspeitschen von Menschen, die islamische Herrscher kritisieren. Ein solches Gesetzeswerk mit dem Gewähren von Kirchenasyl in eins zu setzen, ist keine Argumentation, sondern Polemik.

Kirchenasyl verschafft Atempause
Die Kirchengemeinden nehmen abgelehnte Asylbewerber ins Kirchenasyl auf und verhindern so die bevorstehende Abschiebung. Anstatt dieses humanitäre Engagement vieler Menschen in unserem Land zu würdigen, übersieht de Maizière, dass fast 90% der Fälle, in denen christliche Gemeinden Kirchenasyl gewährt haben, erfolgreich sind. Das heißt: Der Staat erkennt im Nachhinein an, dass die Asylbewerber in Deutschland bleiben dürfen. Kirchenasyl stellt also weder einen Rechtsbruch dar, noch stellt es sich über das Gesetz. Es verhindert vielmehr in den allermeisten Fällen einen Rechtsbruch des Staates. Kirchenasyl verschafft in humanitären Konfliktfällen eine Atempause, in der der Staat seine eigene Entscheidung noch einmal überprüfen und gegebenenfalls korrigieren kann.

Mehr als 200.000 Asylbewerber - weniger als 400 Menschen im Kirchenasyl
Die große Zahl der Anerkennung, die Menschen gewährt wird, die im Kirchenasyl Zuflucht gefunden haben, macht sichtbar, wie wichtig diese humanitäre Handlung der Kirchen ist. Angeblich gibt es derzeit in Deutschland weniger als 400 Menschen, die im Kirchenasyl Zuflucht gefunden haben. Bei einer Gesamtzahl von über 200.000 Asylbewerbern im letzten Jahr ist das eine verschwindend geringe Zahl. Es ist unbegreiflich, warum der Innenminister diese geringe Zahl problematisiert, und unsinnig, hier von einem „Missbrauch des Kirchenasyls“ zu sprechen.

Verantwortlicher Umgang mit dem Kirchenasyl
Es gibt auch in verschiedenen Kasseler Kirchengemeinden derzeit Menschen, die im Kirchenasyl Zuflucht gefunden haben. Die Kirchengemeinden gehen damit sehr verantwortlich um. Die Fälle werden mit Sachverstand und Sorgfalt geprüft. In den katholischen Gemeinden unserer Stadt wirken auch die Gremien Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat an Entscheidungen für die Aufnahme eines Menschen ins Kirchenasyl mit. Durch das Kirchenasyl werden unzumutbare menschliche Härten aufgefangen. Es geht um Menschen mit grausamen Schicksalen. Im Übrigen: Das in letzter Zeit so viel beschworene „christliche Abendland“ zeichnet sich gerade durch dieses humanitäre Engagement aus.

Wir, die katholischen Gemeinden im Dekanat Kassel-Hofgeismar, werden uns in unserem Engagement für hilfsbedürftige Flüchtlinge weder abschrecken noch irritieren lassen.

Werbung für einen Berufsweg in der Kirche

„Den Entscheidungen zum Priestertum, aber auch zur Ehe geht ein Ruf, eine Berufung voraus. Es ist eine Lebensentscheidung, die nicht einfach willkürlich getroffen werden sollte“, betont Jugendpfarrer Thomas Renze.

Vielfalt der kirchlichen Berufe
Deshalb wirbt das Bistum Fulda mit einem neuen Internetauftritt für die Berufe der Kirche und macht auf verschiedene Lebensformen wie beispielsweise Priester, Ordensmann und Ordensfrau oder die christliche Ehe aufmerksam. „Die Internetseite der Berufungspastoral erscheint in neuem Design, angelehnt an den Auftritt des Bistums, damit ein Wiedererkennungseffekt gegeben ist“, erklärt Wolfgang Uffelmann, Referent für die Berufungspastoral. Die Berufe der Kirche seien keineswegs unattraktiv oder uninteressant, allerdings müsse in der Öffentlichkeit mehr auf ihre Vielfalt hingewiesen werden. „Manchmal bedarf es dieser Aufmerksamkeit, um das Interesse und den Ruf zu wecken. Viele engagieren sich im Umfeld ihrer Kirchengemeinde – daraus kann auch mehr erwachsen“, zeigt sich Pfarrer Renze überzeugt.

Lebensgeschichten
Die neue Homepage bietet auch die Möglichkeit, direkt mit Personen aus den verschiedenen Berufen und Lebensbereichen in Kontakt zu kommen. „Sicher ist es interessant zu erfahren, wie ein Priester seinen Weg gefunden hat“, so Uffelmann „Auch soll die Internetseite nicht starr sein; im Laufe der Zeit werden viele Dinge ergänzt, zum Beispiel Filmportraits der Berufe, oder es wird auf Veranstaltungen hingewiesen. Es lohnt sich also immer wieder auf, unserer Internetpräsenz vorbeizuschauen“, so der Referent weiter.

Ein Deutschland für Alle – Kassel bleibt weltoffen

Auf dem Dach des Roten Palais in Kassel:
"Die Fremden" (1992), Thomas Schütte.
Foto: Kassel Marketing | Fotograf Paavo Blåfield
 

Am Montag, 2.Februar 2015 gibt es um 16 Uhr eine Kundgebung vor dem Rathaus der Stadt: Gegen religiösen Fanatismus, Rassismus und Antisemitismus – für die Werte Europas und des Grundgesetzes, die Geltung der Menschenrechte, die Freiheit der Presse und die Freiheit der Kunst, der Satire. Diesen Aufruf trägt auch die Katholische Kirche Kassel mit.

Gegen religiösen Fanatismus, Rassismus und Antisemitismus behaupten wir die Werte Europas und des Grundgesetzes, die Geltung der Menschenrechte und aus aktuellem Anlass insbesondere die Freiheit der Presse und die Freiheit der Kunst, der Satire.

Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 16. Dezember einstimmig die Resolution "Kassel für alle - für ein weltoffenes Kassel" beschlossen. Hintergrund sind die jüngsten Anti-Islam-Demonstrationen in Deutschland, darunter auch kleinere in Kassel unter dem Namen KAGIDA.

Zeichen setzen
Inzwischen haben die Terror- und Mordanschläge in Paris klar gemacht, dass wir in der Auseinandersetzung mit religiösem Fanatismus, Rassismus und Antisemitismus eindeutige Zeichen setzen müssen. Die Mörder von Paris haben sich bewusst einen jüdischen Laden ausgesucht. Rassismus wird immer auch zu Antisemitismus führen, wie Antisemitismus das Einfallstor zu weiteren Rassismen sein wird. Mord und Terror sind dabei genauso eindeutig zu verurteilen wie Angriffe auf unsere Grundrechte wie die Freiheit der Presse und Kultur. Wer die Veröffentlichungen von Satirezeichnungen verhindern will, ist in Demokratie und Rechtsstaat noch nicht angekommen. Niemanden müssen alle Presseartikel oder Satirezeichnungen gefallen, aber zur Demokratie in Europa gehört seit der Aufklärung Toleranz und Religionsfreiheit. Beides lässt sich nicht trennen. Wir bekennen uns ganz klar zu den Werten Europas, zu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz sowie Meinungs- und Glaubensfreiheit.

200.000 Menschen in Kassel
Die einen sind hier geboren, die anderen im Lauf ihres Lebens hergezogen. Wieder andere haben Krieg und Not in unsere Stadt verschlagen. Die Menschen unserer Stadt sind Christen, Muslime, Juden, Atheisten und Andersgläubige. Sie haben unterschiedliche Lebensplanungen und Vorstellungen von Partnerschaft und Familie. Sie sind jung und alt. Ein Drittel der in Kassel lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund. Großes und vielfältiges bürgerschaftliches Engagement und gezielte Integrationsmaßnahmen stärken in Kassel eine gelebte Vielfalt in allen Generationen! Diese Lebensqualität werden wir uns erhalten. Dafür sind wir bereit zu streiten und zu kämpfen.

Das eigene Leben leben
Wir stehen für eine Stadt, in der jeder und jede sein Leben leben kann, ohne dabei andere in ihrer Freiheit zu beschränken. Damit das vielseitige und offene Kassel Realität wird und bleibt, müssen wir alle dafür arbeiten – jeden Tag. Dafür gehen wir ohne Vorbehalte und Ängste aufeinander zu, reden miteinander, hören einander zu und suchen gemeinsam nach Lösungen. Beteiligung beginnt in Kassel schon bei den Kindern!

 

Angst nicht missbrauchen
Wir wenden uns gegen den Missbrauch von Ängsten in der Bevölkerung für politische Zwecke radikaler Parteien und Gruppierungen wie KAGIDA. Diesem Zusammenschluss auch aus rechtsextremen und ausländerfeindlichen Kleingrüppchen und Einzelpersonen geht es nicht um den Austausch von Argumenten, sondern in Teilen gezielt um die Verächtlichmachung von Flüchtlingen, Zuwanderern und deren Religionsausübung. Über das Zeichnen eines diffusen Angstbildes erhoffen sie sich Zulauf, ähnlich der AfD, die jetzt offensichtlich auch auf dieser Welle mitmachen möchte. Ein breites Bündnis aus Kasseler Parteien, den Religionsgemeinschaften, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Ausländerbeirat und weiteren Verbänden lehnt diese Gruppierung entschieden ab.

 

Alle demokratischen Kräfte
Wenn sich Menschen ernsthaft Sorgen über extrem radikale und verfassungsfeindliche Tendenzen machen, müssen alle demokratischen Kräfte diese ernst nehmen und deswegen sprechen wir uns auch gegen die pauschale Diffamierung von Menschen aus, die auf Demonstrationen ihr Recht auf freie Meinungsäußerungen ausüben. Das menschenverachtende Gedankengut KAGIDAs ist in Kassel nicht erwünscht und wir wollen ihre Propaganda nicht hören. Aber was den Ablauf von deren Kundgebungen angeht, halten wir uns an das Grundgesetz und das hohe Gut der Demonstrationsfreiheit.

 

Alle gehören dazu!
„Alle gehören dazu! Kassel ist bunt und lebt Vielfalt in allen Generationen“ ist aus gutem Grunde der Titel des von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig verabschiedeten Integrationskonzepts. Weiter heißt es: „Nicht zuletzt hat die deutsche Bevölkerung ebenfalls Mitverantwortung bei der aktiven Gestaltung des gemeinsamen Zusammenlebens und beim Abbau von Vorbehalten, die zu Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung führen können. An diesem gemeinsamen Zusammenleben arbeiten wir in Kassel seit vielen Jahren."

Unterzeichner
(Stand 2. Februar 2015. 8 Uhr)
---------------------------------------------------------------------------
Ausländerbeirat Stadt und Landkreis
Oberbürgermeister
Landrat
DGB (mit allen Einzelgewerkschaften)
CDU
FDP
GRÜNE mit Hochschulgruppe und Jugend
SPD mit Jusos
Die jeweiligen örtlichen Abgeordneten in Europaparlament, Bundestag und Landtag
Verbandsdirektor ZRK
Rat der Religionen
Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck und Stadtkirchenkreis
Katholische Kirche Kassel
Alevitische Gemeinde
Jüdische Gemeinde
DITIB-Gemeinden Westring, Mattenberg, Bettenhausen
Evangelische-Freikirchliche Gemeinde
Unitarier
Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde
Baihai Gemeinde
Baunataler Diakonie, Diakonisches Werk
Caritasverband
Paritätische, Liga der freien Wohlfahrtspflege
Jugendring
Friedensforum
VVN
Naturfreunde und –jugend
Türkische Unternehmer
Betriebsräte von VW und Mercedes-Benz
Demokratischer Kulturverein
Afghanischer Kultur- und Dialogverein
SV Türkgücü
SV Bosperus
Union türkischer Demokraten
Islamisch-Albanisches Kulturzentrum
Deutsch-Israelische Gesellschaft
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
BENGI
Caricatura
Freestyle
Universität Kassel
Kulturzentrum Schlachthof
Vereine Kassel-West
Figurentheater
Stolpersteine
sowie viele Einzelpersonen.

 

Für ein weltoffenes Kassel

Auf dem Dach des Roten Palais in Kassel:
"Die Fremden" (1992), Thomas Schütte.
Foto: Kassel Marketing | Fotograf Paavo Blåfield
 

Über 2000 Menschen demonstrierten am 22. Dezember in Kassel friedlich gegen Fremdenhass und setzten damit ein buntes Zeichen gegen die Montagsproteste der Kagida-Gruppe (Kagida = Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes).

Beim Auftakt am Halitplatz sprach Dechant Harald Fischer:

Liebe weltoffene Kasselerinnen und Kasseler!

Haben Sie mal die Thesen und Argumente gehört, die bei den KAGIDA Versammlungen im Mittelpunkt stehen? Sie können Sie vielleicht heute Abend wieder hören – wenn Sie sich das denn antun wollen. Man kann sich auch bei YouTube informieren.

  • Am drohenden Untergang des Abendlandes ist demnach Schuld:
  • Die Einführung des Euro
  • Der US – Imperialismus, der grundgesetzwidrig immer noch Deutschland besetzt hält.
  • Der Zionismus, der eine Ideologie ist, die die Weltkonflikte hervorruft.
  • Die gleichgeschaltete linke Presse, die in Deutschland eine Russenhysterie schürt, wo die Russen doch unsere eigentlichen und wahren Freunde sind.
  • Und die Finanzoligarchie, die mit Hilfe Merkels CDU und der Springerpresse das Land vor die Wand gefahren hat.
  • Deutschland muss raus aus der Nato

Ganz andere politische Absichten
Man muss sich wundern, wie aus der bunten Mischung dieser so verschiedenen Themen als gemeinsamer Nenner die Gefahr einer drohenden Islamisierung Deutschlands entstehen kann. KAGIDA ist eine Ansammlung von Menschen, die die Angst vor einer drohenden Islamisierung instrumentalisieren, um ganz andere politische Ansichten durchzusetzen.
Es sind nicht alle Nazis, die bei KAGIDA, bei PEGIDA und wie die Gruppen, die entstanden sind, sich nennen. Es sind Nazis dabei. Keine Frage. Aber viele der Mitläuferinnen und Mitläufer wissen nicht, dass sie sich instrumentalisieren lassen, rechte Politik zu fördern, die auf Kosten von Menschen geht, die in Not geraten sind.

Nichts verharmlosen
Ja, es gibt Konflikte in unserer Welt, in denen islamistische Gruppen für die Menschen vor Ort brutalste Unterdrückung bedeuten und vielfach auch Tod bringen. Das wissen wir nicht erst seit dem widerlichen Attentat auf die Kinder in Peshāwar, nicht erst seit den Gräueltaten der Isis in Nordirak und Syrien. Das verharmlosen wir ebenso wenig wie die Tatsache, dass dutzende, vielleicht hunderte junger Menschen aus Deutschland aus persönlicher Unzufriedenheit in den Krieg ziehen und das islamistisch begründen. Wir dürfen und müssen den Islam als Ganzes auffordern, sein Verhältnis zur Gewalt zu diskutieren und zu klären. Und wir dürfen und müssen die islamischen Länder auffordern und drängen, in den eigenen Regionen die Religionsfreiheit zu ermöglichen und zu schützen, die hier selbstverständlich ist und die wir auf jeden Fall bewahren wollen.

Keine Hetze
Aber diese Fragen sind weltoffen zu diskutieren und wir müssen um Lösungen ringen, die Menschen anderer Kulturen und Religionen nicht diskriminieren. Wir wollen keine Hetze – keine verdeckte und keine offene – gegen unsere muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger hier in Kassel und gegen alle, die aus Not hierher kommen und Hilfe suchen.

Eine drohende Islamisierung gibt es nicht
Es ist Unsinn, von einer Islamisierung in Deutschland zu sprechen. Hier leben z.Zt. etwa 5 % Muslime. Nur sehr wenige von ihnen sehen sich als Islamisten. Eine drohende Islamisierung gibt es nicht. Nicht in Kassel, nicht in Dresden und nicht in Deutschland. Es gibt ideologisch verbohrte Menschen, mit denen man reden muss. Und es gibt ideologisch verbohrte Menschen, die Verbrechen planen. Gegen die muss sich der Staat stellen. Und das tut er bereits.

Der alte unselige Sündenbock-Mechanismus
Aber deswegen zu sagen: Deutschland den Deutschen. Und: Ausländer raus – das ist der alte unselige Sündenbock-Mechanismus, den wir seit Generationen kennen. In der jüngeren Geschichte waren es erst die Juden, die für alles Unheil verantwortlich gemacht wurden. In den 1960er und 1970er Jahren wurden die sogenannten Gastarbeiter als „Itaker“, als „Kümmeltürken“ verächtlich gemacht. Später waren es die Asylanten, von denen angeblich eine Gefahr für den Frieden in unserer Gesellschaft ausging. Jetzt sind die Islamisten das verallgemeinerte Feindbild, das als Vorwand dienen soll, deutschnationale Politik durchzusetzen. Das ist Panikmache auf Kosten von Menschen. Da machen wir nicht mit.

Die wahre Meinung der Kasseler/innen
Man könnte sagen: Sollen sie doch laufen, die 60 – 120 Menschen, die sich montags versammeln und – auf beschämende Weise – schreien: Wir sind das Volk! Als vor einigen Monaten klar wurde, dass die Heinrich – Steul – Schule in Waldau Unterkunft für Flüchtlinge werden sollte, haben der dortige Ortsbeirat und die Kirchen zu einer Versammlung aufgerufen, um konkrete Hilfe für diese Menschen vorzubereiten. Es kamen allein in diesem Ortsteil mehr Menschen, um ihre Hilfsbereitschaft auszudrücken, als sich bei KAGIDA versammeln. So sieht die wahre Meinung der Kasseler Bürgerinnen und Bürger aus.

Schämt euch
Den KAGIDA-Demonstranten rufe ich zu: Schämt euch, einen Slogan zu verhunzen, den die DDR Bürger benutzt haben, um für Freiheit, Mitmenschlichkeit und Weltoffenheit zu kämpfen.

Friedlose politische Absichten
Man könnte sagen: Sollen sie doch laufen! Aber wer heute hetzerische Reden verharmlost, leistet seinen Beitrag, dass Menschen wie Halit Yozgat aus Fremdenhass ermordet und von neuem Asylbewerberheime in Brand gesetzt werden, wie es im fränkischen Vorra geschah.
Zu den Programmpunkten von PEGIDA gehört: Null Toleranz gegen kriminell gewordene Asylbewerber. Alle raus! Das sagen die, deren Wortführer in Dresden selbst vorbestraft ist und der z. Zt. unter Bewährung steht. Wohin soll denn für ihn die Reise gehen? Wer für sich Toleranz in Anspruch nimmt, aber gleichzeitig Null-Toleranz für andere fordert, entlarvt seine friedlosen politischen Absichten.

Moral, Anstand und Nächstenliebe
PEGIDA und KAGIDA wollen das jüdisch – christliche Abendland retten. Muss man wirklich daran erinnern, dass das vor allem bedeutet, Moral, Anstand und Nächstenliebe zu bewahren? Sich für die Schwachen und Schutzbedürftigen und – ja – auch für die Fremden einzusetzen?

Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen
In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten. Christen/innen und die christliche Botschaft, die da heißt „Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen“, gibt es heute nur, weil Maria, Josef und Jesus auf der Flucht vor dem gewalttätigen Herodes Asyl in Ägypten gefunden haben.
Die Bereitschaft, das Gleiche heute zu tun, muss auch zukünftig unser Land prägen. Das ist ein Kennzeichen für ein jüdisch – christliches Abendland.

Harald Fischer

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Die katholische und evangelische Kirche hatten zur Demonstration am 22.12. mit aufgerufen.

Nicht nur in Dresden, auch in Kassel treffen sich seit einigen Wochen ein paar Dutzend Menschen unter dem Namen KAGIDA. Sie versuchen unter dem Vorwand, sich gegen eine Islamisierung Deutschlands zu wenden, rechtspopulistisches Gedankengut in die Mitte unserer Gesellschaft zu streuen. Am kommenden Montag soll – rechtzeitig zu Weihnachten – eine gemeinsame Demonstration, die vom "Bündnis gegen Rechts" veranstaltet wird, zeigen, dass wir ein weltoffenes Kassel wollen und Fremdenhass bei uns keine Chance hat. Die Evangelische Kirche und die Katholische Kirche Kassel rufen mit zu dieser Demonstration auf.

Kassel für Alle – Für ein weltoffenes Kassel

Kundgebung und Demonstration des Bündnisses gegen Rechts

Montag, 22. Dezember 2014, 16.00 Uhr
Halitplatz Kassel
Anschließend Demonstration zum Scheidemann-Platz (Abschlusskundgebung)

WIR WERDEN ORDENTLICH MUSIK AUFFAHREN!
WIR WERDEN TANZEN!
KALT WIRD UNS NICHT!

 

Gelebte Vielfalt in Kassel
In unserer Stadt leben etwa 200.000 Menschen. Die einen sind hier geboren, die anderen im Lauf ihres Lebens hergezogen. Wieder andere haben Krieg und Not in unsere Stadt verschlagen. Die Menschen unserer Stadt sind Christen, Muslime, Juden, Atheisten und Andersgläubige. Sie haben unterschiedliche Lebensplanungen und Vorstellungen von Partnerschaft und Familie. Sie sind Jung und Alt. Ein Drittel der in Kassel lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund. Großes und vielfältiges bürgerschaftliches Engagement und gezielte Integrationsmaßnahmen stärken in Kassel eine gelebte Vielfalt in allen Generationen! Diese Lebensqualität werden wir uns erhalten. Dafür sind wir bereit zu streiten und zu kämpfen.

Ein breites Bündnis aus Kasseler Parteien, den Religionsgemeinschaften, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Ausländerbeirat und weiteren Verbänden
Wir stehen für eine Stadt, in der jeder und jede sein Leben leben kann, ohne dabei andere in ihrer Freiheit zu beschränken. Damit das vielseitige und offene Kassel Realität wird und bleibt, müssen wir alle dafür arbeiten – jeden Tag. Dafür gehen wir ohne Vorbehalte und Ängste aufeinander zu, reden miteinander, hören einander zu und suchen gemeinsam nach Lösungen. Partizipation beginnt in Kassel schon bei den Kindern! Wir wenden uns gegen den Missbrauch von Ängsten in der Bevölkerung für politische Zwecke radikaler Parteien und Gruppierungen wie KAGIDA. Dieser Zusammenschluss aus rechtsextremen und ausländerfeindlichen Kleingrüppchen und Einzelpersonen geht es nicht um den Austausch von Argumenten, sondern in Teilen gezielt um die Verächtlichmachung von Flüchtlingen, Zuwanderern und deren Religionsausübung. Über das Zeichnen eines diffusen Angstbildes erhoffen sie sich Zulauf, ähnlich der AfD, die jetzt offensichtlich auch auf dieser Welle mitmachen möchte. Ein breites Bündnis aus Kasseler Parteien, den Religionsgemeinschaften, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Ausländerbeirat und weiteren Verbänden lehnt diese Gruppierung entschieden ab.

Das menschenverachtende Gedankengut KAGIDAs ist in Kassel nicht erwünscht
Wenn sich Menschen ernsthaft Sorgen über extrem radikale und verfassungsfeindliche Tendenzen machen, müssen alle demokratischen Kräfte diese ernst nehmen und deswegen sprechen wir uns auch gegen die pauschale Diffamierung von Menschen aus, die auf Demonstrationen ihr Recht auf freie Meinungsäußerungen ausüben. Das menschenverachtende Gedankengut KAGIDAs ist in Kassel nicht erwünscht und wir wollen ihre Propaganda nicht hören. Aber was den Ablauf von deren Kundgebungen angeht, halten wir uns an das Grundgesetz und das hohe Gut der Demonstrationsfreiheit.

Zusammenleben in Kassel
Nicht zuletzt hat die deutsche Bevölkerung ebenfalls Mitverantwortung bei der aktiven Gestaltung des gemeinsamen Zusammenlebens und beim Abbau von Vorbehalten, die zu Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung führen können. An diesem gemeinsamen Zusammenleben arbeiten wir in Kassel seit vielen Jahren.

(Resolution der Kasseler Stadtverordnetenversammlung vom 16. Dezember 2014)

Stärkung der Laien in Kassel

Die Katholische Stadtkonferenz wird als Gremium für die Vernetzung der Katholikennen und Katholiken gestärkt. Seit Jahrzehnten schon trifft sich zweimal im Jahr dieses Gremium, das aus Vertretern der Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte, Priestern, Verbandsvorsitzenden und Leitern katholischer Einrichtungen wie der Caritas besteht. In Zukunft sollen auch die katholischen Krankenhäuser, die katholische Hochschulgemeinde und Delegierte der katholischen Kindergärten zu diesem Informations- und Austauschgremium gehören.

In die Stadtgesellschaft hinein
„Die Stadtkonferenz vertritt Belange der Kasseler Katholikinnen und Katholiken in der Öffentlichkeit und soll auch dazu beitragen, bei gesellschaftspolitischen Fragen eine Position zu bilden und in die Stadtgesellschaft zu tragen“, sagt Dechant Harald Fischer.

Konzeptberatung und Änderungswünsche
Ein dem entsprechendes Konzept mit Vorschlägen für Satzungsänderungen wurden von Thomas Hartung, Thomas Pieper, Marcus Leitschuh und Harald Fischer erarbeitet und in der vergangenen Sitzung der Stadtkonferenz vorgestellt. Jetzt haben alle Verbände, Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte bis zum Frühjahr Zeit, das Konzept zu beraten und Änderungsanträge zur Satzung zu stellen.

Stärkung des Wir-Gefühls und der Zusammenarbeit
Im Frühjahr 2015 soll dann die veränderte Satzung auf den Weg gebracht werden. Ein kommissarischer Vorstand wird dann bis nach der turnusgemäßen Neuwahl der Pfarrgemeinderäte die Umsetzung übernehmen. Fischer: „Ich verspreche mir von der geplanten Aufwertung der Katholischen Stadtkonferenz einen wichtigen Impuls für das Wir-Gefühl und die Zusammenarbeit der Katholikinnen und Katholiken in Kassel und eine Chance der Vernetzung untereinander und mit anderen gesellschaftlichen Gruppen.“

Soll Kassel eine Stadt der Rüstung bleiben oder eine Stadt des Friedens werden?

Koreakrieg ca. 1951.
Foto (Wikipedia):
Maj. R.V. Spencer, UAF (Navy)

In diesen Tagen erreicht uns die traurige Nachricht, dass der Kasseler Panzerbauer Rheinmetall nicht nur 54 Radpanzer für Algerien gebaut hat, sondern auch bei der Herstellung weiterer 926 Panzer hilft (HNA 18.06.2014). Zusätzlich baut Rheinmetall eine ganze Fabrik vor Ort, in der zukünftig mit Komponenten aus Kassel hunderte Panzer selbständig hergestellt werden können. Zwar gibt es eine Verpflichtung der Käufer, die Panzer nicht weiterzuverkaufen, aber das untersteht keiner unabhängigen Kontrolle und immer wieder zeigte sich in der Vergangenheit, dass – auch deutsche Waffen – unkontrolliert in anderen Staaten auftauchten und dort eingesetzt wurden.

Der aktuelle Rüstungsexportbericht
Im letzten Rüstungsexportbericht wurde offensichtlich, dass gerade Deutschland die Rüstungsexporte in Länder außerhalb der EU und der NATO auf Rekordhöhe gesteigert hat. Unter den belieferten Ländern finden sich neben Algerien auch Katar, Saudi-Arabien und Indonesien: allesamt Staaten, die für ihre Menschenrechtsverletzungen bekannt sind. In Algerien gibt es laut Nichtregierungsorganisationen unter anderem Einschränkungen bei der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit; ebenso unterbleibt die Aufklärung des Schicksals der in den 1990er Jahren verschwundenen Personen.

Seit dem 1. Weltkrieg ist Kassel eine Stadt der Rüstungsproduktion
Wir gedenken in diesen Tagen auch des 28. Juni 1914. 100 Jahre sind seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs vergangen. Die Entwicklung, die Produktion und der Einsatz modernster Waffentechnik waren die Voraussetzung für das beispiellose Morden, dem viele Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Schon während des 1. Weltkriegs wurden in Kassel Rüstungsgüter hergestellt. Während des 2. Weltkriegs galt Kassel als Rüstungszentrum. Heute werden in der Stadt schwere und leichte Panzer, Militärtransport- und Mehrzweckfahrzeuge sowie fernbedienbare Waffensysteme gebaut. Das heißt: Trotz aller katastrophaler Erfahrungen bleiben Tradition und Innovation der Kasseler Rüstungsproduktionen ungebrochen.

Rüstungsumwandlung statt Rüstungsproduktion
Das ist für die Katholische Kirche in Kassel nicht akzeptabel. Wir brauchen dringend eine neue Initiative, die aus der Stadt der Rüstungsproduktion eine Stadt der Rüstungsumwandlung macht. Es kann nicht sein, dass Kassel mit der documenta ein weltweites Zeichen für die schöpferische Gestaltungskraft des Menschen setzt, während gleichzeitig in der Stadt Güter hergestellt und in alle Welt ausgeführt werden, die der Tötung und Unterdrückung von Menschen und der Stärkung unrechtmäßiger Machtstrukturen dienen. Wir haben in Kassel alles, was wir für eine Rüstungskonversion brauchen: kluge und engagierte Menschen, Ideenreichtum, technischer Sachverstand, Organisationstalente und die Sehnsucht nach einem echten Frieden. Die Illusion, dass Waffen in den Krisenregionen Stabilität und Sicherheit bringen, wird doch gerade in diesen Tagen wieder einmal an zahlreichen Kriegsschauplätzen unserer Welt entlarvt, an denen europäische und oft genug deutsche Waffen zum Einsatz kommen.

Gesucht: Gestaltungsideen für Konversion
Im Januar 2012 haben Tausende Kasseler Bürgerinnen und Bürger mit einer Unterschriftenaktion die Versammlung der Kasseler Stadtverordneten aufgefordert, sich dagegen auszusprechen, dass Kassel wieder zu einer Todesschmiede in der Welt wird. Das wurde unter anderem mit dem Argument abgelehnt, die Rüstungsproduktion geschehe im gesetzlich geklärten Rahmen und auf diesen habe die Stadtpolitik keine Einflussmöglichkeit. Heißt das, dass wir gut heißen sollen, wenn in Kassel Waffen hergestellt werden, die an anderen Orten Tod und Vernichtung bringen? Vielleicht gelingt der Stadt Kassel und ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Ideenkonferenz, wie die Rüstungsproduktion in unserer Stadt in eine Produktion ziviler Güter umgewandelt werden kann. Das wäre doch ein wunderbarer Ausdruck unserer Gestaltungskraft!

Nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gemeint
Die Kritik an der Rüstungsproduktion meint ausdrücklich nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rheinmetall oder von KMW, die auf ihre Arbeitsplätze angewiesen sind. Hier sind vielmehr politische Entscheidungen auf nationaler wie auf lokaler Ebene notwendig, die den Rüstungsexport in die Krisenregionen unserer Welt unterbinden und die Konversion der Rüstungsfirmen einleiten.

Bischof Algermissen: „Perverse Doppelmoral“
Heinz Josef Algermissen, Bischof des Bistums Fulda und Präsident von pax christi - Deutsche Sektion e.V., klagt in seinem aktuellen Bischofswort: „Es ist eine perverse Doppelmoral, wortreich die blutigen Konflikte im Nahen Osten und in Nordafrika zu beklagen und nach Frieden zu rufen, auf der anderen Seite aber mit Waffenlieferungen den Rüstungswettlauf zu schüren, gewinnbringend den Tod in Krisenregionen zu exportieren und sich dann auch noch die Hände in Unschuld zu waschen mit dem zynischen Hinweis, Rüstungsgüter würden Arbeitsplätze schaffen“ (www.bistum-fulda.de).

Papst Franziskus: „Händler des Todes“
Am Tag der Veröffentlichung des deutschen Rüstungsexportberichts sagte Papst Franziskus bei der Generalaudienz (11.06.) auf dem Petersplatz, diejenigen, die Waffen herstellten, um Krieg zu schüren, seien „Händler des Todes“. Sie würden einmal von Gott zur Rechenschaft gezogen. Dem ist Nichts hinzuzufügen.

Dechant Harald Fischer
Dekanat Kassel-Hofgeismar

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